Schlagwort-Archive: Europa

Freiheit und Schnupfen – Odyssee 2020 CW21

Ein weiterer Sonntag-Morgen, diesmal 8:30. Nachdem D bereits dreißig Minuten wach lag, zog er sich flott um, schlüpfte in seine Laufschuhe und lief in leichtem Trab die Garonne entlang. Schon die ganze Nacht hatte er über ein paar Dinge nachgedacht, wie zum Beispiel, wie hielten es Europäer mit der Freiheit und der damit verbundenen Selbstbestimmung; was bedeuteten für sie Worte wie Risikogruppe und Systemrelevanz, vorausgesetzt, allen schien klar, von welchem System man sprach.

Wie immer, tat D sich schwer mit dem vermeintlich üblichen Gebrauch von Worten, aber vor Allem, tat er sich deswegen schwer Worte und ihre Nutzung zu verstehen, weil ihre Mehrdeutigkeiten und abgeleiteten Gebräuche in exponentielle Interpretations-Varianzen mündeten, dass viele seiner Gedanken lange brauchten, um ihn zu neuen Erkenntnissen zu bringen, oder eben nicht.

Nicht nur, dass sich die Ungenauigkeiten über tausenden von Jahren hinzogen, so gut wie nie korrigiert wurden, sondern, und das wog für D viel schwerer, sich munter weitervervielfältigten, dass selbst erfahrene und verantwortungsbewusste Journalisten sich schwer taten, im Dickicht der komplexen deutschen Sprache noch halbwegs klar zu sehen, geschweige eine wirksame Schneise in den gewaltigen Buchstaben-Dschungel schlagen zu können.

Mehr und mehr bemerkte D, dass er drohte zu verkauzen, wenn er nicht ausreichend Kontakt mit andersdenkenden und lebenden Menschen hatte; immer wieder setzte er kleine Testbojen in seinem Wörtermeer aus, um zu schauen, wie die Mitmenschen reagierten. Apokalypse, war so ein früh misshandeltes und falsch benutztes Wort, dass, wen wunderte es, seit dem Einzug in die christlichen Testamente, im kollektiven Bewusstsein der Alten Welt und ihrer Bürger eingemeißelt blieb, ohne im entferntesten zu erinnern, wofür es ursprünglich stand.

Doch wie sollte Europa seine Bürger in die vollständige Freiheit erneut entlassen, wenn das Verständnis unterschiedlich, Beschneidungen anders wahrgenommen und ihr Fernbleiben nicht registriert, weil der Bürger sich nicht mehr sicher war, was Freiheit eigentlich bedeutete?

Doch es kam aus D’s Sicht noch viel dicker:

Wie sollte man jemandem etwas wiedergeben, wenn er nicht merkte, dass man es entfernt hatte, oder noch besser, wie ging man mit etwas um, das offensichtlich niemand mehr selber verantworten wollte?

Hatten Demokratien ausgespielt? kamen sie nach 2500 Jahren aus der Mode und wenn ja, warum? Weil nur die Dinge uns Menschen Werte gaben, für die wir kämpften? D wusste es nicht.

Glasklar war ihm aber, dass für ihn, als menschliches System, die Freiheit absolut systemrelevant blieb und dass Selbstbestimmung für ihn bedeutete, jederzeit Schnupfen zu bekommen, wenn er zu leicht bekleidet umherrannte, dass er das hausgemachte Risiko erhöhte krank zu werden, wenn er weiter viel trank und rauchte und dass er später, mit Mitte Siebzig weiterhin selbst entscheiden würde, wann er, um welche Uhrzeit vor die Tür ging, weil SEIN Körper, SEIN Leben, SEIN Geist nur IHM gehörten, weswegen ER damit machen konnte was ER wollte – was ER wollte.

Für D hieß Freiheit, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, was hieß, dass er bei Rot nicht die Ampel kreuzen sollte, wenn er nicht sicher war, dass die Straße frei blieb, dass, wenn er mal wieder fernab von asphaltierten Straßen auf Schotterwegen mit seinem Motorrad unterwegs war und diesmal schwer stürzte, nicht so leicht wie auf Kreta vor einem Jahr, sondern so schwer dass er sich ein paar Knochen brach, das er ganz alleine dafür die Verantwortung zu tragen hatte, denn er selbst war es, der sich für diesen Weg entschied.

Das blieb D‘s Lebensprinzip, vollständig von Konstantinos Kavafis wunderbarem Poem „Ithaka“ abgeleitet – war in diesen magischen Zeilen nicht alles enthalten?

Warum dachten so viele Parlamente, dass man Bürgern sagen musste, dass ihr Leben tödlich gefährlich sein konnte, wenn man zu viel wagte? Warum dachten und erwarteten Bürger, dass Regierungen ihnen sagten, was sie zu tun und lassen hatten, wenn ein Virus durch die Straßen fegte?

Wussten sie nicht jeden Tag, dass man jemanden mit schwerer Grippe nicht unbedingt besuchen sollte, wenn man selbst schon alt, oder krankheitsbedingt wacklig auf den Beinen war? Mussten Politiker ihren Bürgern sagen, dass man sich durchzechte Nächte fürs Erste schenken sollte, wenn man mit schwerem Fieber und Schüttelfrost das Bett hütete?

Über dies und vieles Anderes grübelte D, als er über die Pont Neuf nachhause lief, die sonnendurchfluteten Straßen und Häuser dabei betrachtend, um wieder zur Erkenntnis zu gelangen, dass für ihn Freiheit das wertvollste Gut blieb, für das es sich immer lohnte zu streiten und zu kämpfen, besonders dann, wenn ängstliche Menschen in neuralgisch wichtigen Positionen, aus vorschnellem Wohlwollen, sie einzuschränken gedachten, zum Wohle ihrer Bürger, die darüber bitte schön auch weiterhin selber richten wollten, was sie mit wem in ihrem Leben tun wollten.

Vielleicht barg diese merkwürdige Zeit eine Riesenchance für alle, damit wir nach unserem Freiheitsverlust, aufs Neue für sie kämpften und stritten, damit wir sie wieder neu wertschätzen lernten, wie etwas, dass man überraschend verloren hatte und auf einmal, aus dem Nichts, wieder auftauchte – vielleicht lassen wir sie uns beim nächsten Mal nicht noch mal wegnehmen……dachte D und ging, ein paar abschließende Dehnübungen machend in seine Küche, um ein ausgedehntes Sonntagsfrühstück vorzubereiten.

 

Mephisto am Sonntag – Odyssee 2020 CW19

Wie jeden Morgen stand D mürrisch auf und erschrak im Spiegel, über das stetig schroffer werdende Korallenriff, dass er sein Gesicht nannte. Nachdem er einen ersten überraschenden Angriff seiner tief in ihm wohnenden Faulheit abwehren konnte, auf das morgendliche Zähneputzen zu verzichten, nestelte er widerwillig am Rand des Waschbeckens herum, bis er Bürste und Tube fand.

Fünf Minuten später streifte er eine der herumliegenden Jeanshosen über, griff mit spitzen Fingern ein sauber aussehendes T-Shirt, schlüpfte in Schuhe und machte sich in der Küche zu schaffen, während er eine halbwegs rhythmische Melodie pfiff. Gedankenlos blickte D aus dem Fenster, während ein kleiner Kochtopf auf der Herdplatte gemütlich vor sich hinzischte, als er bemerkte, dass es ihm heute gut passieren könnte, Muttertag zu vergessen.

Von außen betrachtet schien D eigentlich ein ganz netter Kerl zu sein, wenn man von seinen unangekündigten störrischen Reaktionen absah, die an borstige Esel, aus katalanischen Tiefebenen erinnerten und nicht an einen ruhelosen Schreiberling, der seit zwei Jahrzehnten versuchte herauszufinden, warum Wasser nass ist.

Während er hin und wieder am Café nippte und in seine Zeitung blickte, fragte D sich, was er nun wirklich von all den Verrücktheiten da draußen halten sollte. Täglich warfen sich seine müden Augen in das gewaltige Daten.- und Zahlenmeer, dass die Medien stündlich in tsunamigleichen Schockwellen in die Straßen gossen, bis alle, einer nach dem anderen, langsam aber sicher in den Fluten ertrank.

Nicht nur, weil D großen Respekt vor den Weltmeeren hat, aber eben auch, schwimmt er täglich, nach kurzer Zeit zurück ans Ufer, zieht sich am eigenen Schopfe aus dem Strudel des globalen Informations-Gewitters und nimmt sich aufs Neue vor, noch kürzer zu treten. Doch womit eigentlich? D vertritt seit Jahren die These, dass es zum Menschsein dreierlei Dinge bedarf. Seiner Ansicht nach, stellen Armut, Freiheit und Tot die einzigen Grundbedürfnisse dar, um Mensch zu werden.

Nicht ganz überraschend erschien ihm daher die Erkenntnis, dass er vom Corona-Wahnsinn, oder der weltlichen Werte-Implosion, wie er die aktuelle Situation gerne nennt, recht wenig hielt. Sicherlich, auch ihn hatte Manu Bonaparte eingesperrt, aber das hatte ihn genauso wenig gestört, wie die pikierte Reaktion der französischen Reporterin, die ihn während eines Interviews vor einigen Tagen zu spitzen Bemerkungen eingeladen hatte.

Darunter befand sich unter anderem seine These, dass zwischen dem Trumpismus, „Amerika’s first“ und dem „Vive la France, vive la République“ der aktuellen Fünften, sich in Wirklichkeit kein inhaltlicher Unterschied finden ließ, außer der sprachlichen Form, die im Falle Frankreichs, elegant daherkam.

Nachdem die ebenso hübsche wie auch bornierte Journalistin D’s Ansicht zu Europa zu ergründen versuchte, zeichnete sich schnell ab, dass auch in Sachen EU seine Betrachtungen derzeit auf wenig Resonanz trafen, da es seiner Ansicht nach unmöglich ist ein europäisches Wir-Gefühl aufkommen zu lassen, solange sich Einzelstaaten einsperren und niemand den Anfang macht.

Dies und jenes ging in D’s Gedächtnispalast vor, während seine Augen den Artikeln seiner Wochenzeitung folgten und seine Ohren das stetige Summen eines beachtlichen Brummers vernahmen, der sein dünnhäutiges Nervenkostüm malträtierte.

Gerädert blättert D eine Seite weiter, nippt an seinem bereits kalten Kaffee, als der Brummer direkt vor seiner Nase eine unscheinbare Notlandung hinlegt, mit anschließendem Auf-den-Rücken-Werfen und Mit-den-Beinen-strampeln. So etwas hatte D noch nie gesehen. Wie wild strampelte die Fliege mit den Beinen, deren Flügel wie unbeteiligt liegen blieben. Ganz vorsichtig, versuchte er das kleine Fluggerät auf die Beine zu drehen – ohne Erfolg. Es strampelte so vehement mit den Beinchen, dass ein Aufstellen unmöglich blieb.

Mehr und mehr machte es den Anschein, als hätte die Fliege kein Interesse weiterzufliegen. Gebannt sah D der Fliege zu, wie ihre Beine in der Luft wild rumfuchtelten, als sie plötzlich, wie aus heiterem Himmel regungslos erstarrten, als hätte die Schöpfung den Stecker gezogen.

Völlig überrumpelt von den sich überschlagenden Ereignissen, nutze D die Gunst der Stunde und stellte die Fliege auf ihre Beine – wieder ohne Erfolg. Völlig erstarrt fiel die Fliege wieder und wieder um, ohne sich zu regen. Geschockt erkannte D: Sie ist tot! Direkt vor meinen Augen gestorben. Noch nie ging vor D’s Augen etwas ohne Fremdeinwirkung in die ewigen Jagdgründe.

„Das darf doch nicht wahr sein!“, murmelte er sichtlich ergriffen in Richtung des Leichnams.

„Soll mir das was sagen?“, fragte er laut, jedoch ohne Antworten zu bekommen. Minutenlang blickte D zur Fliege, in der Hoffnung, es handelte sich um eine Art Blitzschlaf, wie er es von Kater Garfield kannte. Aber nein. Noch viele Stunden später, sah man die gleichen Stirnrunzeln auf seinem Gesicht, wie just nach dem Aufschlag des Flugobjekts, das ihn den ganzen Muttertag lang, zum Nachdenken zwang.

Nur mühsam gelang es seinen Gedanken von den letzten Krumen der nackten Erkenntnis abzulassen, das er das Leben auch als Krankheit ansehen könnte, von dem ihn der Tot befreit, womit er den Tot als Medizin und nicht als Unheil ansehen könnte.

Vielleicht ist es auch so mit dem Drinnen und Draußen; vielleicht gibt es all das in Wirklichkeit nicht; könnte es nicht sein, dass alles nur eine Frage der Skalierung ist? Doch all die Grübeleien ließen D nicht von der Erkenntnis entkommen, dass der Tot, vor seinen Augen, seine langen Arme nach dieser Fliege ausgestreckt hatte, während er seelenruhig Zeitung las, als wäre nichts geschehen.

Vermutlich, dachte D, ist das die Erklärung für alles: In Wahrheit ging es nicht um den Killer-Virus; es ging einzig und alleine darum, dass auch nach tausenden von Jahren, die Angst vor dem Tot immer noch größer ist, als jede andere. Angst und Furcht schienen die vorübergehenden Wachstumsmotoren unserer Gegenwart zu sein.

„Hoffentlich machen sie bald Platz für positivere Lebensmodelle“, dachte D, als er sich auf seinem Sofa ausstreckte und mit seiner Katze im Arm ein nicht ganz unverdientes Mittagsschläfchen machte.

 

 

Katalysator Corona – Erschaffen einer Vision? – Odyssee 2020 CW17

Mischen – wir Menschen neigen dazu alles miteinander zu vermischen. Ich finde das ganz schön, weil man zum Beispiel in der mediterranen Küche tolle Gerichte damit zaubert, Paella fällt mir da so ad-hoc ein. Weniger Mediterran, dafür aber nicht weniger gehaltvoll kommen Bouillabaisse und Eintöpfe daher. Sie sind weitere schöne Beispiele, wie wir Vieles miteinander zu etwas Neuem und äußerst Leckeren vermischen – einfach wunderbar!

Im Moment erleben wir noch das Corona-Zeitalter. Auch dort vermischen wir reichlich miteinander, zum Beispiel Fakten mit Annahmen; Einschätzungen und Voraussagen mit Anweisungen und Direktiven; Visionen mit Wahrscheinlichkeiten und Wissen mit Furcht. Manche Überbringer von Botschaften konzentrieren sich auf einzelne Felder und Gruppen, während manche nicht einmal davor zurückschrecken, wie ein wild gewordener Alchimist alles zusammen zu kippen, in der Hoffnung, es wird so schlimm schon nicht sein.

Für all dies braucht es Mut, Entschlossenheit, aber teilweise auch Rücksichtslosigkeit, Kalkül und reichlich Egoismus, oder kurz, alles, was uns Menschen liebenswert und einzigartig, in der Welt der Säugetiere macht.

(Anmerkung des Autors: Mitnichten geht es darum, Trauer, Tragik und die Gefährlichkeit des Corona-Virus auszublenden, oder gar zu ignorieren, mitnichten; ich möchte viel mehr dazu einladen, dass es uns auch später gelingt, die gleiche Erschütterung bei all den weiterhin anfallenden Toten durch Krieg, Hunger, Heimatverlust, Krankheit oder Rassenhass und Apartheit zu empfinden und nicht in ein „Business-as-usual“ zurückzufallen.)

Dass wir alle die Tendenz dazu haben, erkennen wir schon an der Ungewöhnlichkeit, dass offenkundig die Mehrheit durch alle Ebenen hindurch nicht erkennt, dass wir schlicht Prozesse und Methoden vermischen, nicht aber verschiedene Objekte. Das ist ungefähr so, als wenn man drakonisch genau beschreibt, wie man pürierte Kartoffeln, gebratene Kartoffeln, Pommes Frites, Kartoffelsuppe, Salzkartoffeln und Kartoffelklöße herstellt, inklusive einer App, die zeigt, wer alles Kartoffeln in der Küche hat, inklusive verwendeter Rezepte, damit Mitbürger und Nachbarn Bescheid wissen, wann der Betroffene zurück auf vorgeschriebene Werte kommt.

Eine weitere anregende Allegorie ist jene mit dem geliebten Auto – seit „Neuestem“ sind auch deutsche Autobauer auf der Elektro.- der Alternatives-Auto-Schiene, wo man mit umweltfreundlichen Medien versucht Individual-Mobilität anzubieten, aber nach wie vor unfähig geblieben ist, die Absurdität zu bemerken, einen 2,5 Tonnen SUV auf Elektrobetrieb und grünen Daumen umzustellen und diese Innovation allen sehr gut verdienenden Frauen und Männern anbietet und nicht realisiert, wie groß der Elefant ist, der im Porzellanladen der deutschen Auto-Industrie steht. Immerhin werden Satiriker dadurch jahrelang Arbeit bekommen – zumindest dass, ist eine gute Nachricht.

Wie aber steht es mit Deutschland? Wie mit der Politik? Und wie vor Allem, mit der Vision? Wo will man hin? Und Warum?

Wir Menschen haben unglaubliches Wissen angehäuft, doch wozu? Wir geben detaillierte Richtlinien heraus, nicht nur auf Bundesebene, sondern längst auf Landesebene, noch dazu in klaren, oft militärisch-klingenden Botschaften, um den Bürger anzuweisen, wie er sich zu verhalten und wo er eine Maske zu tragen hat, inklusive variierende Ladenöffnungszeiten. Okay, warum nicht? Aber ist es das, was man von einer Regierung fordert?

Wenn man auf die Homepage des Bundestags geht, findet man dort erstaunlich viel zu lesen. Mich freut das riesig. Ich bekomme wirklich eine breite Einsicht UND, ich kann das meiste auch runterladen und speichern, was ich ebenfalls wunderbar finde. Wenn wir die medizinisch-sanitäre Krise überwinden, die Corona ausgelöst hat, wie gehen wir die Ökonomische an? Und wenn wir diese überwinden, wie können wir dann weitermachen…..? Krisen können aus dem Nichts entstehen, oder, wie alle Ökonomischen, sich langsam anbahnen. Auf Krisen re-agiert man. AGIEREN aber tut man ausschließlich ohne Not, wenn man einen Plan hat.

Was ist der Plan, die Vision von Deutschland? Wo will man hin? Wer will man in 2050 sein? Gibt es dann Bürgergeld für alle, inklusive frei zugängliche Bildung, inklusive freie Erwachsenenbildung, zum Beispiel an Universitäten und ein ebenso kostenfreies Gesundheitssystem, dass sich endlich der unsäglichen Trennung, „Privat-Patient“ versus „Kassen-Patient“ entledigt hat?

Wird das Bürgergeld groß genug sein, das man wirklich und real davon leben kann? Wird es 2050 auch genug Wohnungen geben, damit ein Leben mit Bürgergeld tatsächlich funktioniert? Wie soll Deutschland aussehen in 2050?

Das Wirtschaftswachstum alleine NICHT mehr als Parteiprogramm, gar als Parole für ein Land funktioniert, weiß mittlerweile jedes Kind und jeder Fridays-for-Future-Mitstreiter. Wird in 2050 Politik für den Bürger, anstatt für Kientel wie Banken und Arbeitgeber gemacht? Wie viel Europa will man sich trauen? Wollen Deutsche in 2050 Europäer sein? Will das Parlament das? Sind Parlamentarier UND Bürger der gleichen Meinung? Haben sich beide Seiten, ausreichend, idealerweise, umfangreiche Gedanken dazu gemacht?

Anstelle sich von einer Ungeheuerlichkeit in die nächste zu stürzen – Trump, Einwanderer, Umweltschutz, Atomausstieg, Tempolimit, Ausgehverbot und Atemschutzmaskentragepflicht, sollten wir wieder mehr Mut für Utopien und unsere Zukunft wagen, allen voran unsere Politiker.

Ein Land und seine Bürger zu verwalten und seine Lebensbedingungen abzusichern, ist nur ein Teil der Verantwortung. Unsere Vergangenheit betrachtend, könnte es an der Zeit sein, den eigenen Weg zu beschreiben.

Bleibt dies aus, wird nichts Besonderes passieren. Dies jedoch wäre der größte anzunehmende Unfall, wenn tatsächlich nichts passiert. In diesem Fall könnten immer mehr Bürger auswandern, bis es die Bundesrepublik nicht mehr gibt.

Vielleicht ist das der Lauf der Geschichte und vielleicht ist es etwas sehr Positives und nur der folgerichtige nächste Schritt, wenn Deutschland in die United-Nations-of-Europe überführt wird.

Doch auch dann, wird man sich die gleiche Frage zu stellen haben, weswegen es umso wichtiger ist, wenn man im Kleinen damit beginnt. Also noch einmal:

Welche Vision verfolgt der vom Volk gewählte Bundestag?

Es ist an der Zeit, dass Einwohner und Bürger des Landes sich diese Frage stellen und an die einzige dafür zuständige Adresse richten – an den Deutschen Bundestag!

 

Corona und Mad-Sunday-Bewegung – Odyssee 2020 CW12

Emanuel hat mich eingesperrt. Seit Dienstag 12:00 Uhr ist Liberté in „La France“ für uns alle limitiert. Ich bin mir sicher, dass man ihm später dafür danken wird, vielleicht sogar irgendeinen Preis verleiht; meine #MAD-Sunday-Bewegung wird sich davon jedoch nicht aufhalten lassen, im Gegenteil:

Diese Bewegung synchronisiert als Dachorganisation die „Slow-Food“, die „Slow-Drinking“, „Slow-Love“ und „Slow-Life“ Bewegungen, zu einer gemeinsamen europäischen Initiative, weil wir in Europa verdammt nochmal genug Bildung, Erfahrung, Optimismus, Lebensfreude und hundert-tausend andere Gründe haben, als uns von negativen Geistern, Angsthasen, geistige Uniformliebende ausreden zu lassen, das unser schönes Europa HEUTE der Sehnsuchtsort #1 auf diesem Planeten ist!

Nicht trotz, sondern WEIL wir wissen wovon wir reden; nein-nein, ihr braucht gar nicht soweit in die Vergangenheit zurück zu blättern; keine Ahnung warum, aber seit Tagen denk ich an Francisco Franco, der mit seiner militärischen Fröhlichkeit bis Mitte der Siebziger unseren Kontinent verzierte und auch weit entfernte Staaten wie Chile inspiriert hat, um ihm nachzueifern. (was sagt man dazu; soweit weg und doch so europäisch)

Über den Österreich-Deutschland-Cocktail aus Braunau brauchen wir gar nicht erst sprechen und dass der Dulce in Italien auch alles andere als ein für Diversität einstehender Bursche war, ist nicht in Vergessenheit geraten; ich könnte jetzt noch weitermachen, den Blick weiterschweifen lassen, mich noch mehr in die Vergangenheit wagen und würde nur gleiches feststellen; also können wir sagen, dass wir selbst heute, in jüngster Zeit sehr genau wissen können, wovon wir reden, wenn wir uns an politischen Diskussionen beteiligen.

Und genau deshalb gibt es meine Initiative, die unterstreicht, dass wir uns in Europa wegen NICHTS zu beunruhigen brauchen, wegen gar nichts! Wir haben schon alles durchgestanden und werden uns, ich bitte euch, von ein paar Viren doch zu nichts anderem einladen lassen, als zu einem gelassenen Lächeln; würde ich ein Corona-Virus treffen, würde ich es streicheln, bis es schnurrt; mit Respekt, aber ohne Angst!

Natürlich gibt es noch genug militärische Franco und General De Gaulle DNA in Spanien und Frankreich; wäre ja auch komisch, wenn nicht; auch den Griechen merkt man noch Spuren von der attischen Demokratie an, wo die schon über 2000 Jahre alt ist; wir brauchen also nicht hoffen, dass es irgendwann keine Menschen mehr gibt, die bei unsicheren Lebensumständen für Freiheitslimitierung und Restriktion sind und es genug weibliche und männliche Alphatiere in den jeweiligen Führungsebenen gibt, die den Schmachtenden ihre Medizin geben müssen.

Liebe Freunde, ist alles über 6000 Jahre alt, dieser feudale Imperator-Reflex; brauchen wir nicht immer und immer wiederzukäuen; sicherlich, auf keinen Fall vergessen, eher so im Hinterkopf behalten, ihr wisst, was ich meine; es ist unsere DNA; wir leben damit, so wie mit jedem anderen Defekt, der aus unserer Erfahrung und unseren Erlebnissen herrührt; sich deswegen die Laune, gar den Müßiggang vermiesen zu lassen? Im Leben nicht! Jetzt wo ich es schreibe fällt es mir auf; meine Güte, es ist schon 12:07 – Zeit für meinen Apéro; ich komm gleich wieder, wartet kurz……………….so, da bin ich wieder: Santé! Auf uns Europäer!

Interessant finde ich, wie wenige Franzosen das Wort Müßiggang kennen; ist ein schönes Wort: Oisiveté. Das müsst ihr euch mal vorstellen; im Land der Provence, der Bretagne, der Champagne, Bordeaux, dem Languedoc, der Côte-d-Azur – um nur ein paar bekannte Ecken zu nennen – gibt es kaum einen, der den Müßiggang kennt; hat mich total schockiert; aber was will man machen; auch die Franzosen werden schrittweise von der kapitalistischen Knochenmühle zerrieben; ich jedenfalls stemme mich mit Nachdruck dagegen und formuliere deswegen feierlich, die folgenden 10 Regeln der MAD-Sunday-Bewegung:

1)-Schätze deine Mitmenschen! Betreibe aktives Zuhören, oder neu-deutsch „Active Listening“; nehm dir Zeit für sie, für ihre Interessen, Leidenschaften und wenn vorhanden, auch Sorgen; plaudere, über Leichtes, aber auch Tiefes; gerne bei einem Glas Wein.

2)-Sei neugierig! Versuche alles wissen zu wollen, aber nicht alles auf einmal; lerne, staune und forsche in kleinen Häppchen. Versuch es mal mit einem Buch; bitte mit einem Gedruckten, wo du Leseohren und Notizen reinschreiben kannst; ihr glaubt nicht, mit was für tollen Büchern unsere europäischen Autoren & Schriftsteller uns in den letzten 3000 Jahren beschenkt haben. (Buch-Empfehlungsliste folgt umgehend, versprochen!)

3)-Trinkt Wein! Jeden Tag. Gerne zum Mittag, Abendbrot und auch später, siehe Punkt 1 & 2). Halte dich aber auch hier an ein paar Grundregeln: kein Alkohol vor 12:00. Habt keine Furcht, schlagt ordentlich zu. Wenn man Ärzten trauen will, sind Stress, Unfälle und Umwelteinflüsse die häufigsten Todesursachen. Stellt euch nur mal vor, wie viele Bonuspunkte ihr alleine bekommt wenn ihr den Stress abstellt.

So nebenbei, über alkoholische Mengenangaben und dazu passende Empfehlungen schweige ich mich aus; ein Glas Wein pro Mahlzeit, oder zwei; macht das wie ihr wollt; ich kenne zu viele Beispiele von allem; ich kenne genug, die trotz Null-Alkohol, ausreichend Sport usw. früh gegangen sind und ich kenne genug, die jahrzehntelang flaschenweise Wein pro Tag trinken und heute mit Mitte 70 fitter sind, als viele 40jährige; macht es wie ihr wollt; Hauptsache ihr trinkt Wein. (ab nächste Woche gibt es eine Wein-Liste)

4)-Schlaft viel! Haltet Mittagsschläfchen und sei es 30min; aber ohne Kopfhörer und Dauerberieselung; dein Gehirn braucht genauso Entspannung wie dein Körper; sei faul; ja, du hast richtig gelesen; versuche so viel es geht NICHT zu machen; es gibt so unendlich viel nicht zu tun, fange daher am besten sofort damit an;

wenn du eine Liste von Dingen hast, die du abarbeiten MUSST, weil sie für dich, deine Kinder oder Partner lebenswichtig sind, so erledige sie konzentriert, effizient und mit Hingabe, um schnell wieder dem Müßiggang zu frönen, so oft es dir möglich ist; entrümple dein Leben & Haushalt; du glaubst nicht, wieviel ungenutzten Kram du besitzt; verschenke und verkaufe alles, was nicht zu diesen 10 Punkten beiträgt; du wirst überrascht sein, wie wenig übrigbleibt und wie frei du dich fühlst

5)-Bewege dich, mache Sport! Nicht Ironman; kleine Übungen am Morgen; Hampelmann, ein paar Dehnübungen; geh spazieren, oder laufe / jogge ein wenig; nicht zu viel, wenn du mit Übergewicht zu kämpfen hast; alles in Maßen

6)-Höre Musik! Ob Klassik, Elektro, Rock, Pop, Folk, what-ever; höre Musik bewusst, ohne irgendetwas anderes nebenher zu machen; oder höre sie im Hintergrund, als Untermalung; Musik gibt dir kosmisches Benzin, glaube mir!

7)-Esse gut; koch dir Essen! Gut, nicht reichlich essen; hör auf, bevor du satt bist; esse kleine Portionen, wenn du nicht körperlich arbeitest; wenn du den ganzen Tag vorm Bildschirm sitzt, bewegst du dich nicht genug, um wie ein Leistungssportler zu essen; altes Bilanzierungsthema; fülle nicht mehr Kalorien rein, als du verbrennst; wenig Fleisch ist besser als viel; Fisch ist besser als Fleisch; nehm viel Olivenöl und Gemüse zu dir; stell auf eine mediterrane Küche um; versuche mehr Lamm als Rind zu essen, so wie die Griechen; probier es mal aus; Info: auf Kreta ist der pro-kopf Olivenöl-Verbrauch = 0,5L pro Woche!

8)-Interessiere dich für Kunst! Sei kreativ; male, schreibe, oder mach Musik; suche dir dein kleines kreatives Feld, wo du deine Leidenschaft pflegst; wenn du nichts davon machst, probiere alle drei aus; eines wird zu dir passen; zur Erinnerung: Auto’s, teure Chronographen oder sonstige Wertgegenstände, wie Trophäen zu sammeln kann vielleicht dein Hobby sein, aber nie deine Leidenschaft, auch wenn deine Freunde vom Porsche-Club das anders sehen……!

9)-Liebe! Ich mein das wörtlich: Liebe das Leben und einen Menschen. Liebe! Such dir einen interessanten Menschen aus, der dir Gleiches geben möchte; Leidenschaft ist mit Gesundheit das Wichtigste im Leben; gebe dich ihr hin und lass auch mal fünfe gerade sein; vielleicht triffst du deine große Liebe; und solltest du gerade keinen Menschen haben, den du lieben kannst, macht das nichts; es gibt so viele da draußen; sei offen und neugierig für deine Mitmenschen, siehe Punkt1) aber nicht ungeduldig sein; so etwas ist anstrengend, für Frauen UND Männer; Leidenschaft & Liebe kommen zu dir, wenn du bereit bist.

10)-Halte dir ein Haustier, Pflanzen oder Garten! Oder alles zusammen. Hunde & Katzen haben eine positive Wirkung auf uns; auch auf Kinder, wenn du welche hast; ist am Ende eine Charakterfrage; ich bin eher ein Katzentyp; halte dir eine oder mehrere Pflanzen, am besten einen kleinen Garten; beschäftige dich mit der Natur und sei es im Kleinen; wir Menschen sind Teil der Natur und haben den Hang, den Kontakt mit ihr zu verlieren; Okönomen, generell alle Menschen aus der Wirtschaft sind am Gefährdetsten; ihnen geht oft das Verständnis abhanden, das Wirtschaftswachstum endlich ist; jeder Gärtner hat mehr Verständnis und EQ; Pflanzen helfen uns, geerdet zu bleiben; außerdem machen sie Freude.

Et voilà