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Konvertierung – Odyssee 2022 CW06

06.Februar – Das is’ne dicke Krise, sag ich euch! Natürlich spreche ich von der Kirche, genauer gesagt von der Römisch-Katholischen. Jede Woche wächst deren dunkler Schatten, man darf sich zu Recht fragen, wieviel Licht in Zukunft übrig bleibt. Früher hat die Inquisition Hexen und Ketzer auf Scheiterhaufen verbrannt – heute unterschlagen sie uns, der immer noch christlich gläubigen Öffentlichkeit – aus Reue vermutlich, die völlige transparente Berichterstattung über

ihre schmutzigen Fehltritte.

Mit Werten wie Wahrheit und Gerechtigkeit kann man sich flott an diesem Thema abarbeiten. Wenn man sich dazu die Vergangenheit von Avignon als Papstresidenz auf der Zunge zergehen lässt, mit den dazugehörigen bald hundert jährigen Machtkampf der Kardinäle und ihrer tollkühnen Doppel-Päpste, dann kann man als kritischer Bürger, welcher Nation man in Europa auch immer anhängig ist, schnell den Eindruck bekommen, dass es um Macht und Ansehen geht und nicht so sehr um die Ausübung einer Religion. Es lohnt sich jedenfalls, wie ich finde, daran zu denken, wenn man, die nächste, hoffentlich gewaltfreie

Oblate in den Mund gesteckt bekommt.

All diese Aufregung, um ein paar tausend misshandelter Knaben, also wirklich; ist doch keiner gestorben von denen; was aber ist mit den vielen Frauen im Orient, im Nahen Osten? Hat man da nicht noch die Todesstrafe, inklusive Steinigung und so? Sind Frauen dort eventuell trotzdem glücklicher als Christen das wahrhaben wollen? Auch den Sklaven im alten Griechenland sagte man ein hohes Maß an Stolz nach – angeblich ging es den meisten ganz anständig. Es wird weiterhin schwierig bleiben, Zeitzeugen zu befragen. Soviel steht glaube ich fest: Anderen Menschen eigene Kulturen aufzuzwingen, dürfte zu allen

Menschenzeiten nichts Faires gewesen sein.

Wenn ich mir diese ganze Vergangenheits-Soße reinziehe, noch dazu die heute aufgewendete Energie in Sachen Gleichberechtigung, dass wir Frauen-Quoten für Damen in Führungspositionen erwägen, vielleicht in Grundgesetze gießen, dann sollten wir parallel eine wirksame Gegenbewegung lostreten. So wie damals der Konter-Papst in Avignon, könnte ein weiblicher Ajatollah in Paris sitzen, quasi als Konter-Islam, zum traditionellem Islam,

wär das nichts?

Lasst uns über einen Rollentausch nachdenken und ihn mit dem klassischen Modell vergleichen. Wir könnten eine Mischung aus Beidem haben – versuchsweise. Klassisch islamische Paare, die wir bei der Familiengründung begleiten und das dazugehörige Gegenmodell. Und nach ein paar Jahren setzen wir uns wieder zusammen. Auch die knappen 700 Jahre Vorsprung der Christen sind unfair. Wenn alle Christen Mohammedaner wären, gäbe es keine Konflikte mehr zwischen

Christen und Islamisten.

Da die christliche Kirche gerade in einer fetten Krise steckt, über Jahrhunderte, bis in die heutige Zeit sich geheime, dafür 100%ig physisch-reale gay-porn-mäßige Sexringe gehalten hat, inklusive passiver und aktiver Vertuschungsarbeit hoher Amt- und Würdenträger, bis hinauf zum emeritierten lieben Papst Joseph Ratzinger, wenn man die Berichterstattung der Wochenzeitung „Die Zeit“ mitverfolgt, dann erscheint es ein günstiger Moment zu sein,

ein neues Zeitalter des Islam einzuläuten.

Und wir sollten bewusst in Frankreich beginnen, nicht nur, weil hier einige Wunden noch frisch sind, sondern weil man schon die Nazis erfolgreich mit Champus, gutem Essen und l’Amour tu jour umarmte; meiner geschätzten fünften und vermutlich bald sechsten Republik, dürfte dies Husarenstück gelingen; stellt euch nur vor – Notre Dame de Paris als Moschee; kommt uns diese Initiative nicht wie gelegen, wo sie sich sowieso  im Wiederaufbau befindet? Wäre doch fair, ein wahrer Versöhnungsakt mit der Hagia Sophia in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul.

Seht ihr? Kaiser Konstantin und Erdogan waren ihrer Zeit weit voraus!

Haben wir nicht im April Präsidentenwahl in Frankreich? Jetzt scheint mir der perfekte Zeitpunkt zu sein, dass wir Männer einen Schritt zurücktreten, nach Jahrtausenden der Kriege und Machtspielereien. Lasst und ein neues Zeitalter des Friedens durch das Matriarchat ausrufen, unter der Führung eines weiblichen Ayatollahs, die gleichzeitig politische Führerin, sprich Präsidentin von Frankreich ist, quasi eine Art geschichtlicher Ausgleich zum erduldeten Leid, unter der Schreckensherrschaft des Feudal-Patriarchat von Rom, das am Ende nur bewies, dass es unschuldige Menschen verbrennen, sowie Knaben-Swingerclubs unterhielt,

alles unterm Denkmantel vermeintlich braver Gottesdiener.

Lasst uns konvertieren, zum neuen Islam 2.0 – wo man zwischen zwei verschiedenen weltoffenen Modellen wählen kann – Patriarchat versus Matriarchat – in anderen Worten, zwischen dem klassischem Modell wählt – also Mann= Chef, der arbeitet, Frau=Küche & Kinder – oder umgekehrt, Frau=Chefin die arbeitet, Mann=Küche & Kinder – um endlich die Ungerechtigkeiten der zweitausend Jahre Dominanz der christlichen Kirche auszugleichen und dem Vatikan in der Zwischenzeit Raum für einen Neustart zu geben,

Geld und Zeit hat man ja…

Wär das nichts? Mir gefällt die Idee, besonders, in Frankreich zu beginnen. Ich würde mich sogar als Gegen-Ajatollah zur Wahl aufstellen lassen, als Gegengewicht, um meinen älteren Mitbewohnern ein wenig die Furcht vor der anstehenden Konvertierung, sowie vor der Wahl des ersten und obersten weiblichen Chief-Ajatollahs zu nehmen, und um ihnen gleichzeitig die Augen zu öffnen, dass dies neue System allen Männern erlaubte, direkt ohne täglichen Umweg der Arbeit zum Apéro kommen zu können,

während die Frauen unterwegs sind und für uns alle malochen…

Griechischer Wein – Odyssee 2021 CW34

29.August – Gestern hatte Goethe Geburtstag. An sich nichts weltbewegendes, hat doch ständig irgendjemand Jahrestag; meinen Trip in Hellas hat das nicht beeinflusst. Meine Zeit im schönen Gythio ging nämlich genauso vorüber, wie jeder andere schöne Moment im Leben.

Mein Rappe drängte weiter Richtung Kalamata.

Nach einem beeindruckenden Ritt über den zweiten Finger der Peleponnes – von Italien aus gezählt – landete ich auf der Artfarm der Familie Marini. Ein bezaubernder Ort, voller Baumhäuser, Kunst und tollen Menschen. Es wird wenig überraschen, dass ich auch dort eine fantastische Zeit hatte, nicht nur, weil ich wieder in der Kaiadas Höhle von Sparta vorbeisah – jeder erinnert sich an den Film 300, wo Leonidas den Boten von Xerxes, mit einem Fußtritt ins schwarze Loch trat…..

dies Loch gibt es wirklich.

Man hat es schon oft untersucht aber Ende und Tiefe bis heute nicht bestimmen können; stattdessen hat man abertausende menschliche Skelette aller Größen gefunden; man sortierte damals die schwachen Exemplare früh aus; ob sie mich leben gelassen hätten, weiß ich nicht. Hauptgrund meines Lebens ist Neugier….

der des ersten Ausflugs – Mystras.

Doch wie Manches im Leben war auch jener Ort von Entfernung beeindruckender und schöner, als von Nahem. Wie unterschiedlich Architektur selbst in Hellas ist; Mystras sieht aus, als wenn man sich irgendwie weniger Mühe gegeben hat; vermutlich ist das aus architektonischer Sicht eine ungeheuerliche Frechheit, die ich hier von mir gebe, aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen.

Anscheinend stehe ich mehr auf Antike, statt auf Byzanz.

An den kommenden Tagen knatterte ich durch die Berge, rollte gemütlich durch Kalamata, genoss atemberaubende Aussichten und bekam ständig großartiges Essen serviert; doch auch so großartig schwindet die Zeit dahin; am letzten Abend spielte man extra für mich ein zweistündiges Konzert mit Bouzouki, Gitarre und Violine, während Raki aus Kreta floss – ich dacht an Henry Miller’s Jahr bei den Hellenen vor 90 Jahren – meine Reizüberflutung schritt weiter fort.

Ständig liefen meine Sinnes-Fässer über.

Irgendwann merkte ich, dass ich schweigsamer wurde; vielleicht sind das erste Nebenwirkungen vom Leben, wenn man davon reichlich, oder gar zuviel von abbekommt, ich weiß es nicht; so war es regelrecht erleichterdn, als ich Freitag zum letzten Ort aufbrach,

Kyparissia

Wieder atemlose Landschaften und eine Unterkunft, die dem Premier von Hellas ebenfalls gut zu Gesicht gestanden hätte; doch das Highlight war der gestrige Samstag; nicht nur das ich an einem wirklich paradiesischen Strand lag, der noch dazu völlig leer blieb: Höhepunkt sollte mein griechisches Abendessen sein.

Nicht nur das der Gastgeber mit seinem Kumpel früh morgens zum Fischen raus war und wir also den Frischesten der Welt auf die Tisch bekamen, den ich mir in meinem Leben vorstellen konnte; es wurden so viele Dinge im Superlativ getan und vorbereitet, einschließlich Weine und aller Speisen, die ich mir vorstellen konnte, dass der Gastgeber zurecht irgendwann auf das Symposium von Platon zu sprechen kam; hätte er‘s nicht getan, schien mir gesichert, dass ich daran erinnert hätte.

Plötzlich – aus heiterem Himmel – spürte ich meine Grenzen!

Man stelle sich vor, unser Gastgeber, hätte mit Poseidon persönlich gefischt; natürlich konnte dann nur Prometheus höchstpersönlich das Feuer am Grill entzündet haben; und weil der liebe Feuerspender der Menschheit von Zeus verstoßen wurde – ihr kennt ja die Geschichte mit dem Adler, der tagsüber seine Leber fraß und die sich des nachts generierte – muss natürlich der Göttervater höchstpersönlich mit am Tisch sitzen. Also, Dinner mit Zeus und Anhang.

Und zum ersten Mal spürte ich, dass es mir egal wär!

Ähnlich wie das Paradies – das aus meiner Sicht die größte Lügengeschichte der Menschheit ist, genauer gesagt, ein perfekt-perfides Marketing-Konzept der Religionen, die uns prophezeien, dass wir vielleicht irgendwann dorthin kommen, vorausgesetzt wir verdienen es – ist ein Leben in ständiger Maximierung, oder sprich permanenter Exzellenzjagd, unmöglich bewusst ertrag- und genießbar.

Zumindest nicht für mich!

Ich muss nicht gleich wie Bukowski leben, oder wie mein Freund Diogenes im Holzfass schlafen, oder mich wie Nietzsche und viele andere Intellektuelle bis auf die Knochen selbstkasteien, wenngleich das bestimmt ehrbar ist, aber Hank’s Leben war aus meiner Sicht quasi der Gegenentwurf, zum obig beschriebenen Maximierungs-Olymp, natürlich gewürzt und sogfältig abgeschmeckt mit Musik, Literatur und Wein.

Ich bin eher der Typ „Stamm-Bistro“ als Götter-Olymp, Himmel oder Paradies.

Es muss auch nicht zu sauber sein; ein gewisses Maß an Ordnung ist natürlich wünschenswert, aber die permanente Suche zur klinischer Reinheit, dem Maximum, oder zur Perfektion, oder gar zum Sieg, ist mir wirklich fremd; natürlich mag ich guten Wein lieber, als Schlechten – was nicht heißen muss, dass ich ständig edle Tropfen trinken muss; ich mag auch nicht jeden Tag Sterneküch; ein paar Tage griechischer Joghurt langt völlig.

Ich bin mehr für Gemütlichkeit und Hügge; das skandinavische Pendant ist irgendwie kosmopolitischer – bei Gemütlichkeit, kommen mi gleich so komische Bilder in den Kopf – was vermutlich eine Art Erbe des Deutschsein ist – wer weiß das schon. Einfach mal schlichten Vin de Table trinken, wie die Franzosen, kann an vielen Tagen völlig genügen; auch muss ich nicht ständig mein Essen im Internet bewerten.

Manchmal ist gut einfach gut genug.

Und das brachte mich dann heute auf die Idee, womit wir Menschlein am Meisten zu kämpfen haben. Ich besuchte das antike Olympia; es sieht nicht mehr so ganz frisch aus; Erdbeben, Überschwemmungen und zerstörerische Imperatoren wollten es dem Erdboden gleichmachen; ist doch wirklich ein Defekt des Menschen, dass er dazu neigt, schöne Bauwerke kaputt machen muss, wenn sie nicht von ihm sind.

Wegen Ketzerei, soll man angeblich Olympia planiert haben; dabei ist man ja selbst einer, aus der Sicht der anderen; irgendwie suhlen wir uns ständig im eigenen Saft; zu selten kommt Neues hinzu – und wenn, dann machen wi es kaputt, weil es jemand anderes erschaffen hat – was ist bloß los mit uns? Im kleinen neide ich dem Nachbarn den schönen Garten und schneide heimlich alles ab, was über die Genze wächst und im Großen, als ausgewachsener Kaiser, Diktator oder weiß der Geier was, zerstöt man wundersame Bauwerke, oder warum nicht gleich ganze Völker und Landschaften…..

Stumpfsinn bleibt was es ist – im Großen oder Kleinen.

Was das mit meinem Hellas-Urlaub zu tun hat? Tja, dreimal dürft ihr raten; wenn man genau hinsieht, sind wir rein menschlich gesehen nicht so viel weiter gekommen; rein technisch betrachtet natürlich schon, wenngleich immer der schnöde Kommerz hinter Allem steckt; irgendwie nervt das.

Warum das so ist ..?

Sprich, warum wir uns in Wahrheit so gut wie gar nicht, von Generation zu Generation menschlich weiterentwickeln, konnte ich Samstagabend erleben; wenn die Jungen nicht die guten Dingen Dinge der Alten erkennen und übernehmen – und die Alten nicht das Neue der Kinder-Generation, dann wurschteln wir uns halt so durch und hangeln uns von einer Krise zur Nächsten, bis uns die Zunge auf besagtem Boden hängt – und das nun schon seit tausenden Jahren!

Wollen wir das nicht mal ändern…?

Katerstimmung – Odyssee 2021 CW16

25.April – Bin heute mit dickem Kopf aufgewacht. Ist lange her, dass ich nen Kater hatte. Zum Glück ist es nur ein Leichter. Also mehr Katze, als Kater. Bin gestern erst gegen drei im Brausebrand nachhause geradelt. Frisch war es, kein Gendarm weit und breit. Genau das mag ich an Frankeich, nichts wird so richtig ernst genommen, in allen steckt ein Rheinländer.

Man konzentriert sich eben aufs Wesentliche. In Deutschland ist das Maß mit weitem Ärmel nur selten zu finden. Alle sind so sehr mit irgendetwas Sinnvollem beschäftigt, natürlich mit größtem Ernst.

Furchtbar diese Protestanten!

Niemand macht Dinge so aus der Lameng heraus. Alle sind so angestrengt, selbst beim Faulenzen wollen viele noch Höchstleistung bringen, zum Kotzen. In Schleswig-Holstein gibt es am ehesten noch so etwas wie Gelassenheit. Land zwischen den Meeren, vom Meer umschlungen sozusagen. Irgendwie muss das alles anders werden. Einfach so weitermachen wie bisher ist das Einzige, was nicht mehr geht.

Zu viel Schizophrenes leben wir da vor uns hin.

Kunststück, ging ja nach WW2 gezwungener Maßen nur nach oben. Wenn alles platt ist, geht es eben auch nur bergauf. Jetzt nach übe 70 Jahren muss endlich was Neues her. Hat doch längst jeder Teenie das ewige Wachstum als Märchen entlarvt, mal ganz abgesehen von der spannenden Frage nach dem „Warum?“. Wir könnten mal anfangen, mit moralischem Fortschritt in die vernetzte, hoffentlich grünere Zukunft zu schreiten.

Vielleicht verschwinden dann auch all diese merkwürdigen Politiker, die sich wundern, dass wir lebenswichtige Insekten erfolgreich vernichten, weil sie immer noch Insektenvernichtungsmittel bewilligen. Absurde Welt, werde wach, oder besser gesagt: Liebe Bürger Europas, lasst uns mehr Verantwortung übernehmen.

Wir müssen uns auf Gemeinnutzen konzentrieren und Wahrheiten, von Meinungen und Kommentaren trennen. Zurzeit geschieht ja viel in Sachen Verdrehung. Alles wird zurzeit vertauscht und umgedreht. Überall wittern Menschen Verschwörungen. Von der weltumspannenden Eliten-Veschwörung, die uns per Impfung in die Abhängigkeit und dann in die Sklaverei zwingt, bis hin zu Chemtrails, die uns mit Gift bespühen, um uns zu kontolieren und manipulieren.

Warum eigentlich nicht?

Zu vieles wird aus dem Kontext gerissen. Zu viele Menschen verpesten ihren Gedächtnispalast. Meine Empfehlung: Einfach Fernseher abschaffen. Lest wieder gedruckte Bücher. Gibt so viel Tolles. Lernt sprachen, reist herum, trefft Menschen, diskutiert, kocht zusammen, ernährt euch gesund, ausgewogen und endlich fleischärmer; trinkt guten Wein; schlaft lange und gut; genießt Müßiggang, soviel ihr könnt.

Aber vor Allem – genießt euch und euer Leben.

Wahrheit suchen, statt schnödem Marketing hinterherlaufen. Man stelle sich das vor, mit dem Unaussprechlichen aus Braunau. Wie er die Deutschen damals anschrien – „Wollt ihr den totalen Krieg?“ und diese Heinis sagen auch noch „JA!“. Was soll man denn dazu sagen? Habt ihr euch das jemals vorgestellt? Hat irgendjemand sich mit Großeltern darüber unterhalten? Mit Opa vielleicht gesprochen? Krieg ist doch Scheiße.

Man stirbt selbst als Held – nur eben als Zweiter!

Ich meine, wenn man mich fragen würde, so etwas wie – „Wollt ihr den totalen Apéro, ein totales Hitzefrei, den totalen Frieden, die totale Glückseligkeit, Hingabe, Liebe, die totale Weinverkostung, oder den totalen Orgasmus…..“ Okay, einverstanden. Da könnte ich mich mit anfreunden – Ich wohl dabei.

Aber den totalen Krieg? Echt jetzt? Im Ernst?

Ich versuche mir das immer wieder auszumalen – haben die da auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände abgestimmt? Oder zählte man einfach hochgerissene Arme? So nach dem Motto – „Warten Sie, mein Führer, wir zählen noch – so, jetzt haben wir es: Es sind 600.000 tausend hochgerissene JA-Arme.“

Soll ich mir das so ähnlich vorstellen?

„Entschuldigung, mein Führer – wir haben dahinten noch 20 JA-Arme übersehen, es waren Kameraden aus dem GAU-Hintertumpfingen – es sind also in Summe, 600.010 JA-Arme“ Konnte es eventuell so gwesen sein, oder langte dem Unaussprechlichem GröFaZ das einstimmige Gejohle? Hat niemand nachgefragt, was der Unaussprechliche mit „Total“ meinte? Ich meine, total wie, die totale Nassheit von Wasser? Oder totales satt sein? Oder, halt, wartet, ich hab es:

Ich bin manchmal total müde!

Ist es eher so nach dem Motto – „Wollt ihr die totale Müdigkeit?“ Also wollen und suchen nicht, aber haben tue ich sie manchmal, wenn gleich es ja eher was sehr Privates ist. Man ächzt und stöhnt ja nicht im Radio oder Fernsehen, wie total müde man ist – außer, man heißt vielleicht Jan Böhmermann. Also noch mal die Frage:

Wie konnten Menschen damals begeistert „JA“ schreien?

Ich will heute niemanden in Schutz nehmen, das ist irgendwie ja auch nicht mögich, stelt euch mal vor, ihr werdet gefragt, ob ihr den totalen Fernsehabend wollt – ihr antwortet dann mit JA – und beschwerrt euch hinterher, das der TV-Abend zu lang geht und das ihr müde und gelangweilt werdet, wo ihr doch selber dafür gestimmt habt.

Also in Schutz nehmen geht per-se schon mal nicht.

Aber vermutlich hat der unaussprechliche Onkel alle besoffen geredet hat, wahrscheinlich hat er sie in eine Art Massenhypnose hineingesülzt, so ähnlich wie beim Psychologen auf der Coach, wenn er einem helfen will, nachdem man gebeichtet hat, dass man mit fast 50 immer noch Fingernägel kaut, seinen Rotz unbewusst ständig hochzieht, oder Popel unter Tische schmiert, so wie früher als Kind, bis man Jahre später, voller Überraschung in die längst kalten, angetrockneten Kraterlandschaften, an der Tischunterkante greift und sich in Lichtgeschwindigkeit daran erinnert – UND – wie gerne man auch heute noch im Stau, gedankenversunken an den Außen und Innenwänden seiner Nase herumfingert, wie 99% aller Autofahrer. Als noch mal:

„Wollt ihr den totalen Apéro?“

Ich bleibe dabei, ich könnte auf diese Frage mit „JA“ antworten, aber nur temporär begrenzt. Denn selbst mit den besten Kumpels ist man doch nach, sagen wir fünf bis zehn Stunden müde und angetrunken, so wie ich letzte Nacht, oder nicht?

Man macht dann doch nicht einfach weiter, geschweige über Wochen, Monate Jahre. Wie lange ging der WW2 noch? Sechs Jahre, oder? Man kann sich doch auf solch einen langen Apéro unmöglich vorbereiten. Ich kenne meine Limits. So etwas artet ruckzuck in Arbeit aus.

Wir lassen uns offenkundig gerne einseifen.

Ich will mitnichten Spontanität und erquickende Lebendigkeit im Keime ersticken, geschweige verbieten, aber ein klein wenig Abstand, hin und wieder durchatmen und nicht alles gleich wollen, kaufen, glauben und machen, würde erstaunlich viel zum Weltfrieden und Weltklima beitragen.

Nicht nur wegen all dem ganzen Plastik Spielzeug der Kinder, oder den Konsum und Entertainment-Artikeln, mit den wir die Mülldeponien der zweiten und dritten Welt verschönern, weil wir den ganzen Abfall ja nicht bei uns im eigenen Land haben wollen, wie sieht das denn aus? Was sollen im Übrigen auch die Nachbarn dazu sagen?

Nie geht es uns um uns selbst, immer nur darum, was andere denken und hinter unserem Rücken plaudern könnten – welch traurige Zivilisation – lasst uns doch lieber nützliche Dinge mit unseren Mitmenschen machen. Gibt doch so Vieles. Wie wäre es mit Vollbeschäftigung? Weg mit dem ganzen Zertifikat und Urkunden-Unsinn. Jeder kann alles lernen und tun. Jeder ist wertvoll und talentiert, man muss sich nur kümmern – dabei hilft es, wenn man Menschen mag.

Man kann sich nämlich schlecht selbst mögen, wenn man Menschen grundsätzlich doof findet. Wundern braucht man sich dann nämlich nicht, wenn manche ihre Mit-Menschen schlecht behandeln, als ungläubig, gar unwert, minderwertig usw betrachten und verurteilen, oder gar foltern, wo wir doch alle im selben Boot sitzen.

Alle Menschen haben die gleichen Menschenrechte.

Rassen, Ethnien, Kulturen, ja selbst Nationen und ihre Staaten, sind lediglich artifizielle Kreationen, erschaffen von den Menschen, um abzugrenzen und Zughörigkeiten zu erzeugen, fürr die es all so etwas gar nicht bedarf – jetzt ist eine gute Zeit alte Zöpfe abzuschneiden.

Lasst uns beginnen, jetzt – heute!

Odyssee 2020

Heute morgen, so zwischen dem zweiten und dritten Eigelblöffel, fragte ich mich, ob sich in 2020 irgendetwas anders anfühlt. Bis jetzt noch nicht, würde ich tendenziell sagen. Doch wenn ich ehrlich bin, müsste ich zugeben, dass ich keine Ahnung habe. DAS ist das einzige, was ich schon seit Jahren sage – das ich nur weiß, dass ich nichts weiß – und ehrlich gesagt, ist es bis heute nicht anders geworden, eher umgekehrt. Mein Nichtwissen ist mit jedem kleinen Baustein gewachsen, den ich mir mühsam erschließen durfte. Komisch, nicht wahr? Oder ist es gar natürlich?

Wenn wir uns bemühen Vernunft.- und Wahrheitsliebend vorzugehen, landen wir zwar bei vielen Dingen, die uns die Wissenschaften hinterlassen haben, von denen wir jedoch, sein wir mal ehrlich, kaum bis wenig verstehen weswegen wir es zu Recht nicht „Unser Wissen“ nennen können, weswegen sich ein „ich weiß…..“ per-se verbietet. Ich kenne Werner Heisenberg, auch was er im Groben gemacht hat, aber wissen tue ich es nicht. Und ob ich der langen Liste, Sigmund Freud, sowie eine Unmenge weiterer kluger Köpfe hinzufüge, wird sich nichts daran ändern, eher im Gegenteil.

Wir müssen uns auch nicht gleich mit der Gretchenfrage peinigen, die für sich genommen schon so schwer ist, dass sie einem jahrelang, ach was rede ich, ein ganzes Leben im Bauch liegt. Stattdessen können wir es mit etwas Schlichtem versuchen, mit einer einfachen Verabredung. Anhand dieses Beispiels, möchte ich zeigen, was uns, nach meinem Dafürhalten, in den letzten Jahrzehnten, eher mehr, statt weniger, abhanden-gekommen ist – betrachtet es als Teaser, als Entrée für das junge und frische Jahr 2020.

Eine Verabredung, zum Beispiel, zum Dinner. Machen wir es uns nicht zu schwer, indem wir ein Dinner mit der Familie, gar unseren Eltern wählen, sondern unter Freunden. Man verabredet sich „gegen 18:00 Uhr“ um einen gemeinsamen Aperitif zu trinken und um auf das neue Jahr anzustoßen. Bei der Verabredung mit dem wichtigen Schlüsselwort „gegen“ kann man schon sehen, dass es sich vermutlich um Menschen handelt, die beide über 40 Jahre zählen. Utopische erscheinende Präzision, wie die Nutzung des alternativ verwendbaren Wortes „um“, das eine selten anzutreffende Klarheit und nicht interpretierbare sprachliche Reinheit vorlebt, verwandelt solch simple Alltäglichkeit in nahezu 100% aller Fälle in unerfüllte Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen, die wir wie Fallobst, verfault und vergoren aufheben können, was impliziert, dass wir wieder einmal, nicht gut genug, oder schlicht, zu spät waren.

Daher ist anzunehmen, dass die beiden, vermutlich recht menschlichen Individuen, die sich erfolgreich auf „gegen“ geeinigt hatten, bereits ein gewisses Maß an Weisheit und Lebenserfahrung besitzen, oder, für den Fall, dass sie jünger sind, was man mit großer Freude, nicht ausschließen kann, ein überdurchschnittliches Maß an Reife mitbringen, ohne überreif geworden zu sein. Wenn wir also davon ausgehen, dass wir zwei menschliche Individuen vor uns haben, die sich zu einem gemeinsamen Dinner, „gegen“ 18:00 verabreden, bleibt die Frage im Raume stehen, was das bedeutet.

Sprache, ist nämlich, besonders die Deutsche, ein solch scharfer Skalpell, dass wir meist zu unbedacht damit umgehen. Die faktuelle Wahrheit, sich auf „gegen“ 18:00 Uhr verabredet zu haben, bietet nämlich ein gewaltiges Maß an Flexibilität und Bewegungsspielraum, der nur dann halbwegs erfolgreich ist, wenn beide Vertragspartner, das gleiche Verständnis haben – was in aller Regel, niemals vorher abgeglichen worden ist, wenn wir ehrlich sind.

Nun werden sich wieder viele an den Kopf fassen und fragen, was das Ganze soll – vielleicht täusche ich mich auch. Hintergrund ist, dass wir zu schnell sagen „ich weiß“ – ich spreche hier für mich selbst. Die oft verwendete Floskel „ich weiß“, wird von uns in Wahrheit meist unbewusst genutzt, weswegen wir es mit großer Wahrscheinlichkeit, zu häufig anwenden. Einen großen Teil meines Lebens habe ich nämlich damit zugebracht, die andere Seite zu verstehen, was mir, heute traue ich es mir zu es in aller Ehrlichkeit zum Ausdruck zu bringen, so gut wie nie, ich wiederhole, so gut wie NIE gelungen ist.

Egal welches Wort verwendet wurde, habe ich alle Wirklichkeiten in meine Realität erleben und kosten dürfen. Mal war ich „um“ 18:00 Uhr da, der Besuchte war noch gar nicht zuhause, bis hin zur „gegen“ 18:00 Uhr Dinner-Verabredung, bei der das Essen seit Punkt 18:00 Uhr auf dem Tisch stand, was einen erahnen lässt, dass es bei meinem Eintreffen „gegen“ 18:15 bereits lauwarm bis kalt war, was nicht nur für lautstarke Entrüstung sorgte, sondern auch in Wutausbrüche der Gastgeber endete, die nur mit größter Mühe und mit dem Hochhalten der allgemein gültigen Menschenrechte der Vereinten Nationen davon abzuhalten waren, in physische Gewalt auszuufern. In seltenen Fällen wurden volle Weinflaschen nach mir geworfen, denen ich nur mit größter Mühe ausweichen konnte. Die Weinflaschen-Werf-Vorfälle zähle ich übrigens zu den „nicht gewalttätigen“, für den Fall, dass hier Klarheit vermisst wird.

Was kann uns das sagen? Für meinen Teil, dass wir Worte mit unterschiedlichen Inhalten besetzen. Außerdem kommt dazu noch die genutzte Oberfläche des Wortes – hier spreche ich vom Unterschied zwischen, was „meint“ man und was „sagt“ man. Wenn jedes Wort also zwei Eigenschaften besitzt, Inhalt und Oberfläche – wie sehr vergrößert sich die Komplexität, wenn ich ihr Umfeld, ihren Kontext, Stimme und Körpersprache hinzuziehe? Lassen wir mal die physischen Komponenten weg, belassen wir es bei der reinen schriftlichen Form. Also die Wortumgebung und Kontext fügen wir hinzu. Damit können wir recht fundiert sagen, dass jedes Wort von einer vierfachen Komplexität umgeben ist, ohne dass wir begonnen haben zu kommunizieren.

Von den menschlichen Komponenten, wie geht es mir während ich schrieb, oder dem / der / den Besuchten? Wie ist das werte befinden? Geht es mir gut, oder schlecht? Bin ich frisch verliebt, oder frisch getrennt? Was für Dinge sind vorher geschehen und lustwandeln in unseren Köpfen herum? Welches Stress-Niveau haben wir, beeinflusst durch Gesundheit, Beruf, Umwelt und Lebensrituale? Je länger wir darüber nachdenken, stellen wir fest, dass es offenkundig mehr als vier weitere Komplexitätsebenen und Faktoren gibt. Natürlich können wir mit diesem Wissen jetzt nicht wie ein Großrechner, alle Wahrscheinlichkeiten durcharbeiten, um einen einfachen Satz, eine alltägliche Verabredung zu tätigen – mitnichten.

Aber es kann uns daran erinnern, dass wir in unserer Zwischenmenschlichen Kommunikation eine Menge Geduld, Gelassenheit und Respekt benötigen, um miteinander friedlich und harmonisch zurecht zu kommen. Wenn ein Mensch der mich mag, vielleicht sogar mehr als das, wenn Menschen aus alltäglichen Gründen, zu solch einer breiten Spanne von Regungen fähig sind, bei Menschen die sie mögen, vielleicht lieben, was wundert uns dann irgendeine Gewalttat auf diesem Planeten? Das Morden und Töten ist unser Alltag, egal ob selbst verübt oder durch fremde Hand.

Was schlummert alles in uns, wenn wir selbst mit dem geliebtem Menschen gewaltvoll umgehen, egal ob rein verbal oder gar physisch? Genau – Alles! Was Liebreizendes und etwas Zerstörerisches. Krieg und Frieden, Liebe oder Hass. Immer beides zur gleichen Zeit. Wenn ich möchte, dass Menschen mit mir gut und achtsam umgehen, dann muss ich zuallererst Gleiches mit ihnen tun – ich muss den ersten Schritt wagen, oder ich kann mein Leben lang vergeblich darauf hoffen.

Was das alles mit 2020 zu tun hat? Das schauen wir uns später an…..