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Corona und Mad-Sunday-Bewegung – Odyssee 2020 CW12

Emanuel hat mich eingesperrt. Seit Dienstag 12:00 Uhr ist Liberté in „La France“ für uns alle limitiert. Ich bin mir sicher, dass man ihm später dafür danken wird, vielleicht sogar irgendeinen Preis verleiht; meine #MAD-Sunday-Bewegung wird sich davon jedoch nicht aufhalten lassen, im Gegenteil:

Diese Bewegung synchronisiert als Dachorganisation die „Slow-Food“, die „Slow-Drinking“, „Slow-Love“ und „Slow-Life“ Bewegungen, zu einer gemeinsamen europäischen Initiative, weil wir in Europa verdammt nochmal genug Bildung, Erfahrung, Optimismus, Lebensfreude und hundert-tausend andere Gründe haben, als uns von negativen Geistern, Angsthasen, geistige Uniformliebende ausreden zu lassen, das unser schönes Europa HEUTE der Sehnsuchtsort #1 auf diesem Planeten ist!

Nicht trotz, sondern WEIL wir wissen wovon wir reden; nein-nein, ihr braucht gar nicht soweit in die Vergangenheit zurück zu blättern; keine Ahnung warum, aber seit Tagen denk ich an Francisco Franco, der mit seiner militärischen Fröhlichkeit bis Mitte der Siebziger unseren Kontinent verzierte und auch weit entfernte Staaten wie Chile inspiriert hat, um ihm nachzueifern. (was sagt man dazu; soweit weg und doch so europäisch)

Über den Österreich-Deutschland-Cocktail aus Braunau brauchen wir gar nicht erst sprechen und dass der Dulce in Italien auch alles andere als ein für Diversität einstehender Bursche war, ist nicht in Vergessenheit geraten; ich könnte jetzt noch weitermachen, den Blick weiterschweifen lassen, mich noch mehr in die Vergangenheit wagen und würde nur gleiches feststellen; also können wir sagen, dass wir selbst heute, in jüngster Zeit sehr genau wissen können, wovon wir reden, wenn wir uns an politischen Diskussionen beteiligen.

Und genau deshalb gibt es meine Initiative, die unterstreicht, dass wir uns in Europa wegen NICHTS zu beunruhigen brauchen, wegen gar nichts! Wir haben schon alles durchgestanden und werden uns, ich bitte euch, von ein paar Viren doch zu nichts anderem einladen lassen, als zu einem gelassenen Lächeln; würde ich ein Corona-Virus treffen, würde ich es streicheln, bis es schnurrt; mit Respekt, aber ohne Angst!

Natürlich gibt es noch genug militärische Franco und General De Gaulle DNA in Spanien und Frankreich; wäre ja auch komisch, wenn nicht; auch den Griechen merkt man noch Spuren von der attischen Demokratie an, wo die schon über 2000 Jahre alt ist; wir brauchen also nicht hoffen, dass es irgendwann keine Menschen mehr gibt, die bei unsicheren Lebensumständen für Freiheitslimitierung und Restriktion sind und es genug weibliche und männliche Alphatiere in den jeweiligen Führungsebenen gibt, die den Schmachtenden ihre Medizin geben müssen.

Liebe Freunde, ist alles über 6000 Jahre alt, dieser feudale Imperator-Reflex; brauchen wir nicht immer und immer wiederzukäuen; sicherlich, auf keinen Fall vergessen, eher so im Hinterkopf behalten, ihr wisst, was ich meine; es ist unsere DNA; wir leben damit, so wie mit jedem anderen Defekt, der aus unserer Erfahrung und unseren Erlebnissen herrührt; sich deswegen die Laune, gar den Müßiggang vermiesen zu lassen? Im Leben nicht! Jetzt wo ich es schreibe fällt es mir auf; meine Güte, es ist schon 12:07 – Zeit für meinen Apéro; ich komm gleich wieder, wartet kurz……………….so, da bin ich wieder: Santé! Auf uns Europäer!

Interessant finde ich, wie wenige Franzosen das Wort Müßiggang kennen; ist ein schönes Wort: Oisiveté. Das müsst ihr euch mal vorstellen; im Land der Provence, der Bretagne, der Champagne, Bordeaux, dem Languedoc, der Côte-d-Azur – um nur ein paar bekannte Ecken zu nennen – gibt es kaum einen, der den Müßiggang kennt; hat mich total schockiert; aber was will man machen; auch die Franzosen werden schrittweise von der kapitalistischen Knochenmühle zerrieben; ich jedenfalls stemme mich mit Nachdruck dagegen und formuliere deswegen feierlich, die folgenden 10 Regeln der MAD-Sunday-Bewegung:

1)-Schätze deine Mitmenschen! Betreibe aktives Zuhören, oder neu-deutsch „Active Listening“; nehm dir Zeit für sie, für ihre Interessen, Leidenschaften und wenn vorhanden, auch Sorgen; plaudere, über Leichtes, aber auch Tiefes; gerne bei einem Glas Wein.

2)-Sei neugierig! Versuche alles wissen zu wollen, aber nicht alles auf einmal; lerne, staune und forsche in kleinen Häppchen. Versuch es mal mit einem Buch; bitte mit einem Gedruckten, wo du Leseohren und Notizen reinschreiben kannst; ihr glaubt nicht, mit was für tollen Büchern unsere europäischen Autoren & Schriftsteller uns in den letzten 3000 Jahren beschenkt haben. (Buch-Empfehlungsliste folgt umgehend, versprochen!)

3)-Trinkt Wein! Jeden Tag. Gerne zum Mittag, Abendbrot und auch später, siehe Punkt 1 & 2). Halte dich aber auch hier an ein paar Grundregeln: kein Alkohol vor 12:00. Habt keine Furcht, schlagt ordentlich zu. Wenn man Ärzten trauen will, sind Stress, Unfälle und Umwelteinflüsse die häufigsten Todesursachen. Stellt euch nur mal vor, wie viele Bonuspunkte ihr alleine bekommt wenn ihr den Stress abstellt.

So nebenbei, über alkoholische Mengenangaben und dazu passende Empfehlungen schweige ich mich aus; ein Glas Wein pro Mahlzeit, oder zwei; macht das wie ihr wollt; ich kenne zu viele Beispiele von allem; ich kenne genug, die trotz Null-Alkohol, ausreichend Sport usw. früh gegangen sind und ich kenne genug, die jahrzehntelang flaschenweise Wein pro Tag trinken und heute mit Mitte 70 fitter sind, als viele 40jährige; macht es wie ihr wollt; Hauptsache ihr trinkt Wein. (ab nächste Woche gibt es eine Wein-Liste)

4)-Schlaft viel! Haltet Mittagsschläfchen und sei es 30min; aber ohne Kopfhörer und Dauerberieselung; dein Gehirn braucht genauso Entspannung wie dein Körper; sei faul; ja, du hast richtig gelesen; versuche so viel es geht NICHT zu machen; es gibt so unendlich viel nicht zu tun, fange daher am besten sofort damit an;

wenn du eine Liste von Dingen hast, die du abarbeiten MUSST, weil sie für dich, deine Kinder oder Partner lebenswichtig sind, so erledige sie konzentriert, effizient und mit Hingabe, um schnell wieder dem Müßiggang zu frönen, so oft es dir möglich ist; entrümple dein Leben & Haushalt; du glaubst nicht, wieviel ungenutzten Kram du besitzt; verschenke und verkaufe alles, was nicht zu diesen 10 Punkten beiträgt; du wirst überrascht sein, wie wenig übrigbleibt und wie frei du dich fühlst

5)-Bewege dich, mache Sport! Nicht Ironman; kleine Übungen am Morgen; Hampelmann, ein paar Dehnübungen; geh spazieren, oder laufe / jogge ein wenig; nicht zu viel, wenn du mit Übergewicht zu kämpfen hast; alles in Maßen

6)-Höre Musik! Ob Klassik, Elektro, Rock, Pop, Folk, what-ever; höre Musik bewusst, ohne irgendetwas anderes nebenher zu machen; oder höre sie im Hintergrund, als Untermalung; Musik gibt dir kosmisches Benzin, glaube mir!

7)-Esse gut; koch dir Essen! Gut, nicht reichlich essen; hör auf, bevor du satt bist; esse kleine Portionen, wenn du nicht körperlich arbeitest; wenn du den ganzen Tag vorm Bildschirm sitzt, bewegst du dich nicht genug, um wie ein Leistungssportler zu essen; altes Bilanzierungsthema; fülle nicht mehr Kalorien rein, als du verbrennst; wenig Fleisch ist besser als viel; Fisch ist besser als Fleisch; nehm viel Olivenöl und Gemüse zu dir; stell auf eine mediterrane Küche um; versuche mehr Lamm als Rind zu essen, so wie die Griechen; probier es mal aus; Info: auf Kreta ist der pro-kopf Olivenöl-Verbrauch = 0,5L pro Woche!

8)-Interessiere dich für Kunst! Sei kreativ; male, schreibe, oder mach Musik; suche dir dein kleines kreatives Feld, wo du deine Leidenschaft pflegst; wenn du nichts davon machst, probiere alle drei aus; eines wird zu dir passen; zur Erinnerung: Auto’s, teure Chronographen oder sonstige Wertgegenstände, wie Trophäen zu sammeln kann vielleicht dein Hobby sein, aber nie deine Leidenschaft, auch wenn deine Freunde vom Porsche-Club das anders sehen……!

9)-Liebe! Ich mein das wörtlich: Liebe das Leben und einen Menschen. Liebe! Such dir einen interessanten Menschen aus, der dir Gleiches geben möchte; Leidenschaft ist mit Gesundheit das Wichtigste im Leben; gebe dich ihr hin und lass auch mal fünfe gerade sein; vielleicht triffst du deine große Liebe; und solltest du gerade keinen Menschen haben, den du lieben kannst, macht das nichts; es gibt so viele da draußen; sei offen und neugierig für deine Mitmenschen, siehe Punkt1) aber nicht ungeduldig sein; so etwas ist anstrengend, für Frauen UND Männer; Leidenschaft & Liebe kommen zu dir, wenn du bereit bist.

10)-Halte dir ein Haustier, Pflanzen oder Garten! Oder alles zusammen. Hunde & Katzen haben eine positive Wirkung auf uns; auch auf Kinder, wenn du welche hast; ist am Ende eine Charakterfrage; ich bin eher ein Katzentyp; halte dir eine oder mehrere Pflanzen, am besten einen kleinen Garten; beschäftige dich mit der Natur und sei es im Kleinen; wir Menschen sind Teil der Natur und haben den Hang, den Kontakt mit ihr zu verlieren; Okönomen, generell alle Menschen aus der Wirtschaft sind am Gefährdetsten; ihnen geht oft das Verständnis abhanden, das Wirtschaftswachstum endlich ist; jeder Gärtner hat mehr Verständnis und EQ; Pflanzen helfen uns, geerdet zu bleiben; außerdem machen sie Freude.

Et voilà

 

Digitale Schizophrenie – Odyssee 2020 CW03

Heute morgen bin ich laufen gewesen. An sich mag ich es, weil es extrem anregend ist. Fast alle meine Ideen habe ich, wenn ich mich bewege und je mehr, desto besser. Im Grunde liegt es ja auch auf der Hand. Wenn man nur rumsitzt, wird halt alles zur Qual, wenn du dich mehr….naja, und so weiter. Zu meinem ausgedehnten Sonntags-Frühstück I’m Anschluss gesellte sich meine Zeitung und ich las einen Bericht über den raueren Umgang im Deutschen Bundestag, seit die AfD einzog.

Hm, komisch dachte ich, irgendwie wirkte der Bericht auf mich verstörend, nicht wegen der AfD, sondern wegen der Empörung, die sich zwischen den Zeilen in allen Farben ergoss. Demokratie braucht doch den Streit. Noch heute höre ich die Worte von Franz-Josef Strauß, der einmal sagte, ich zitiere „Rechts von der CSU befindet sich nur noch die Wand!“ und das meinte der Gute FJS bitter-ernst. Natürlich hatte er mit Helmut Schmidt ein mindestens ebenbürtiges Gegengewicht, aber Demokratie ohne Streit, ist keine!

Was das mit mir zu tun hat? Nun, ich liebe Demokratie und Freiheit. Was man dafür tun muss ist mir klar, dafür brauche ich weder den Staat, noch eine Partei, was nicht heißt, dass letztere nicht immens wichtig sind und genau DA, glaube ich, hapert es. Es macht einen GROSSEN Unterschied, wenn sich keine Partei mehr die großen Fragen stellt. Vermutlich strauchelt man schon bei der Identifizierung eben Solcher. Eine GROSSE zum Beispiel ist nicht, ob Parteien wie die AfD Platz im Deutschen Bundestag haben – sollte jemand die Frage stellen, gehört er sofort in die Grundschule vierte Klasse befördert, weil man in der fünften meist in Politik das Thema Demokratie bekommt.

Eine große Frage, zumindest für mich, ist, wie soll mein Land, meine Republik, meine Demokratie, unsere und meine Zukunft aussehen? Wie wollen wir leben und arbeiten? Heute, morgen, in 30 Jahren? Wenn in Deutschland im Jahre 2019, über 85% der Haushalte, unter 40.000€ Jahreseinkommen haben, und die übrigen 15% die Mittelschicht und Oberschicht repräsentieren, ohne über die Verteilung von Vermögen zu sprechen, dann muss man nicht Professor für Wirtschaftsethik sein, um zu erkennen, dass a) der Mittelstand ausstirbt und b) die Schere von Reichtum versus unterem Lebensstandard weiter und weiter auseinanderdriftet.

Was das mit Demokratie und Freiheit zu tun hat? Na, alles. Daraus leitet sich doch eine zentrale große Frage ab: Wenn der heutige Kapitalismus diesen Trend unterstützt, wollen wir das dann so lassen, oder ändern? Sagen wir mal in Deutschland, wenngleich sich diese Frage jedes Land in Europa, am Ende die ganze Welt stellen muss – doch lasst uns mal der Komplexität halber mit dem Eigenen Land anfangen, vielleicht sogar mit uns selbst – ist vermutlich volksnäher.

Unsere Wahrnehmung ist nämlich genauso selektiv und bruchstückhaft, wie alles an uns. Wir mögen nur nicht den Preis zahlen – Zechpreller sind wir in Wahrheit – vielleicht müssen wir erst einmal akzeptieren, dass die einzige Konstante unsere menschliche Gier ist, die Sucht nach höher, weiter und mehr – und nach Helden, nicht zu vergessen, die digitale Empörung, die einem beim Ansprechen von Selbigem auf allen Kanälen entgegenschlägt.

Aber Darüber wundern? Das sollten wir nicht! Es liegt ja vor unserer Nase, wir müssen nur hinschauen, wollen wir aber aus guten Gründen nicht. Stattdessen schauen wir in weite Ferne, wo das Elend groß ist und nicht schnell an unsere Tür klopfen kann.

Also, zurück zur großen Frage: Will ich, wollen wir das ändern? Und dabei ist die Antwort der wahrlich schwierige Teil, denn er offenbart, wie groß und tief die Heuchelei reicht. Ist sie rein oberflächlich, oder sind wir längst bis ins Mark von Komfort, Luxus und Dekadenz korrumpiert worden? Denn WENN wir das ändern wollten, müssen wir dementsprechend handeln,

Früher war es das natürliche Gebiet der SPD. Da die schon unter Gerd Schröder mit der Agenda 2010 nicht kapiert hat, dass sie sich ihr eigenes Grab dadurch schaufelt, weil ausgerechnet ein SPD-Kanzler mit Herrn Harz gemeinsame Sache machte, um der vermeintlich freundlichen Wirtschaft den Rücken zu stärken, während man heute, zwei Dekaden später zugeben muss, dass es das ganze Land noch weiter auseinandergetrieben hat, vorausgesetzt, man möchte das erkennen. Dass es dabei keinen Aufschrei gab, war für mich ein deutliches Zeichen, dass man in Deutschland, nach über 80 Jahren, mal wieder mit Allem durchkommen kann.

Deswegen ist es auch kein Wunder, dass es im Netz, in Zeitungen und auf Arbeitsplätzen, wo wir gleichen Menschen arbeiten, von Unzufriedenheit, Hass, Missgunst und Schizophrenie nur so wimmelt. Kein Wunder, dass wir früher oder später krank warden – und auch hier, wie vor unserem super-digitalen Fernsehprogramm,  ist die Auswahl an Krankheiten reichlich, wie man am Beispiel der stetig weiter-wachsenden Konsum-Schizophrenie erkennen kann.

Beispiel E-Fahrrad und E-Roller. Mittlerweile spricht die ganze Welt von Umweltschutz, weswegen sich aber die gleichen Leute diese elektrisch unterstützten Fortbewegungsmittel kaufen, erschließt sich mir nicht. Neulich sprach ich mit einem darüber. Mein Argument war, wenn du zu Fuß gehst, oder den Plattfuß an deinem alten Fahrrad heil machst, brauchst du dir beides nicht kaufen, womit du dem Planeten Müll ersparst und du gleichzeitig mehr für deine Gesundheit tust. Umweltschutz ist praktizierter KONSUM-Verzicht.

Als mein Gegenüber anfing davon zu reden, wieviel Kraftstoff er seitdem nicht mehr verbrennt, wo er jetzt mit Strom fährt, musste ich schmerzhaft erkennen, dass wir auch beim Thema Eigenverantwortung noch reichlich Raum nach oben haben. Spätestens, als ich meine Zeitung weiterblätterte und mir eine gewaltige Werbung ins Gesicht sprang, wo ein Bayrischer Premium-Automobilhersteller seinen 2,5 Tonnen schweren SUV mit Hybrid und Elektro-Antrieb anpries, bekam ich einen Lachanfall.

Wenn ich immer weiter mache, füttere ich die fette Hure Kapitalismus. Wenn ich sie doof finde, kann ich mein Verhalten ändern. Klar wird man mit zwei Rädern mal nass, aber wenn ich im Stadtzentrum täglich Probleme mit Parkplatz habe, wobei ich noch dazu ständig im Stau stehe und für meinen Parkplatz / Stellplatz 150€ im Monat zahle aber trotzdem nichts ändere?

Mein Lieblingsthema Pflanzenschutzmittel, ich weiß nicht mal, was das sein soll, weil es ja andere Pflanzen tötet und nicht schützt. Faschismus, oder noch passender müsste man es einen Genozid nennen, wenn ich eine Sorte ausrotte, um eine andere zu schützen, oder zu stärken, damit sie groß und….mein Gott, damit wird einem ja schlecht…!

Wohin man auch sieht – Schizophrenie. Als man das Planzen-Genozid-Mittel von Monsanto letztendlich doch freigab, konnte ich mir nicht verkneifen zu denken, ein wenig zynisch auf die Erklärung hierfür zu warten. Ich glaube es war die Landwirtschaftsministerin, oder irgendein Regierungsvertreter, gemeinsam mit den Vertretern der Landwirtschaft, die erklärten, dass die Ernten sonst schwächer ausfallen würden….! Hat man noch Töne?

Natürlich tun sie das, deswegen nennt sich die Natur auch Natur, weil alles an ihr natürlich ist. Wenn die Landwirtschaft mit geringeren Erträgen nicht leben kann, ist das System falsch, weil ein System, in dem man das Spritzen der eigenen Ländereien in Kauf nimmt, um diese von Gift begossenen Lebensmittel zu essen, nicht ganz bei Trost sein kann. Überdüngung muss aufhören, sowie das Spritzen von Gift. Wie sollen die 85% der Deutschen sich gesund ernähren, wenn alles was sich Bio nennt, nur von den oberen 15% bezahlbar ist?

Wir haben so viele fundamentale große Themen vor der Brust, dass man wirklich nur noch nachschenken kann, im Ernst! Stattdessen wird über die AfD geschrieben. Sie ist doch auch nur ein Ergebnis von mangelnder lebendiger Demokratie im tausendjährigen Angela-Merkel-Reich. Wut, Energie, Wasser und Strom sucht sich immer seinen Weg und findet ihn auch. Solange wir das Potential jedes einzelnen Bürgers, jedes Individuum nicht nutzen, wird der Lebensstil der oberen 15% durch die Unzufriedenheit der Schlechtbehandelten und Schlechtbezahlten bedroht – und das zu Recht!

Wirklich fremdschämen kann man sich deswegen nur gegenüber jenen, die sich immer wieder aufs Neue wundern. Über die Flüchtlinge, über den Trump, über den bösen Putin, die vielen Chinesen und Inder und überhaupt, warum kann nicht einfach alles so schön gemütlich und heimelig bleiben, wie es mal war? Wieso nicht?

Das, liebe Genossin und Genossen, sollten wir bei einem Glas Wein besprechen, ach was sage ich, ein Glas, eine ganze Flasche, mindestens – sonst gehen wir uns nämlich schlussendlich noch an den Kragen und das wollen wir doch nicht, nicht wahr? Wir wollen, dass alles so schön kuschelig und überschaubar bleibt, wie wir es früher so liebten, mit Modelleisenbahn, Kneipe im Keller, Landschaftstapeten und Schlagern von Roland Kaiser und Wolfgang Petry – Prost !

 

Vom Leben

Ich ging spazieren. Alleine, frei, ohne einen Wunsch von Morgen, eine Furcht von Vorgestern eine Enttäuschung vom Jetzt. Ich pfiff ein Lied, Wind fuhr mir stürmisch durch die Haare; ich schaute hoch zur Sonne, lächelte, spürte wie sie mich wärmte; Feigenbäume standen am Wegesrand, schwer beladen mit reifen Früchten; eine erblickte mich, bat mich gepflückt zu werden, da ihr Unterleib schon leicht geöffnet war und süßer Saft aus ihr heraustropfte; sie fiel mir in die Hände als die Zeit reif war; kostbar als wäre sie meine Seele bewahrte ich sie in meiner offenen Hand.

Meine Füße trugen mich weiter und weiter. Olivenbäume grüßten mich, bohrten ihre Wurzeln weiter ins Erdreich, das den Weg festigte auf dem ich ging; Bäume rauschten, sangen mir ihr Lied; Esel röhrten. Ich setzte mich auf einen Stein, ließ die Sonne meine Haut erwärmen. Ein einsamer Vogel kam vorbeigeflogen, setzte sich auf meinen Fuß. Er lächelte mich an, holte Luft und sang mit stolzgeschwellter Brust. Es klang wunderschön, süß und rein. Perlen sprangen aus meinen Augennestern, gossen den Boden auf dem die Olivenbäume gingen. Mein Arm wollte sich ausstrecken, öffnete seine Hand und reichte dem Vogel die saftige Feige. Dieser erschrak und sprach:

„Warum gibst du mir diese schöne saftige Frucht? Warum isst du sie nicht selbst?“

Ich lächelte ihn an und sprach:

„Warum hast du mir ein Lied gesungen? Ist dein Lied nicht auch Nahrung für meine Seele? Ist es nicht schön, wenn du meine Seele und ich dafür deinen Körper füttere, der mir ein so schönes Lied singt?“

Der Vogel strahlte mich an und begann sich glücklich über die Frucht herzumachen. Als der Vogel die Feige verspeist hatte, verabschiedeten wir uns und gingen unseres Weges. Nach einer Weile kam ich um eine Enge Biegung. Ein fein gekleideter Mann versperrte mir den Weg, sah würdevoll und ängstlich zugleich aus. Er sprach:

„Guter Mann, ich bin vom Weg abgekommen und weiß nicht mehr weiter. Sein sie doch so gut und zeigen sie mir den richtigen Weg.“

Ich lächelte ihn an, griff erst in meine Rechte, dann in meine linke Hosentasche und sprach:

„Ich habe 10 Goldstücke; ich kann ihnen nicht mehr geben und etwas über das Leben sagen, aber sie können sich eine Karte davon kaufen, damit sie ihren Weg wiederfinden:“

Ich nahm seine Hand und legte die 10 Goldstücke hinein. Der Mann sah mich fragend an und sprach:

„Wie kommen Sie darauf, dass ich nicht selber 10 Goldstücke haben könnte? Sehen Sie meine Kleider? Meine Schuhe und meinen Seidenschal?“

Immer noch seine Hand haltend, legte ich meine Zweite darüber und rollte seine Finger ein, bis es nicht mehr herausleuchtete. Ich sprach:

„Guter Mann, sie sind es gewohnt, mit schönen Worten denen zu nehmen, die im Schweiße ihres Angesichts jenes erschufen, was sie anderen weiterverkaufen. Somit sind sie ärmer als ich, haben keinen Cent, der ihnen eine Karte vom rechten Pfad zu kaufen vermag. Daher sind meine 10 Goldstücke ihr erstes Geld, was sie je besessen haben. Es wird ihnen gute Dienste erweisen und eine Karte geben, die ihnen den Weg weisen wird, nach dem ihnen schon so lange dürstet.“

Erschrocken zog der Mann seine Hand zurück, die 10 Goldstücke noch immer fest umschlossen. Blass und entsetzt öffnete er langsam seine Hand und sah hinein. Warm lagen die Goldstücke auf seiner Haut und er hatte das Gefühl sie werden wärmer und schwerer. Plötzlich sprang er einen Schritt zurück und sprach:

„Woher kennen sie mich? Wer sind sie?“

Ich lächelte, nickte ihm zu und sprach:

„Du weißt wer ich bin: Ich bin der Wandersmann, der dir 10 Goldstücke schenkt und nichts mehr wünscht, als das du glücklich wirst und deinen Weg finden magst.“

Ich grüßte ihn herzlich und ging weiter meines Weges. Nach einiger Zeit, ich ging ein paar weitere Stunden, da dämmerte es. Die Luft war frisch und kühl. Wind durchquirlte sie und vermischte sie zu süßer Zuckerwatte. Ich ging hinunter zum Meer, wollte es vorm zu Bett gehen begrüßen. Es wartete schon auf mich, mein ganzes Leben. Auch heute. Als es mich um die letzte Kurve kommen sah, sprach es:

„Da bist du ja, ich warte schon so lange auf dich; wo bist du gewesen?“

„Ich war hier und da; es war sehr schön; ich habe mit Vögeln, Bäumen und Menschen gesprochen. Das Leben ist sehr schön, weißt du?“

Das Meer antwortete:

„Ich weiß, ich weiß. Ihr lasst nie gerne los, oder? Auch du willst jeden Tag wie deinen Letzten leben, oder? Ist es nicht so? Gehe ich recht in der Annahme, dass du dich mir auch heute wieder verweigern willst?

„So ist es; es ist noch nicht Zeit. Du weißt das. Aber ich wollte dich herzlich grüßen und dir eine gute Nacht wünschen. Schlaf gut. Bis bald. Vielleicht sehen wir uns morgen.“

Da lächelte das Meer verständnisvoll und winkte mir hinterher:

„Ich danke dir, das du mich besucht hast; die meisten fürchten sich vor mir. Es ist schön, dass du mich magst, obwohl ich so groß und mächtig und du so klein und zart bist.“

Da hielt ich inne, drehte mich um und sprach:

„Siehst du? Auch dir ist nichts menschliches fremd. Wie könntest du größer und mächtiger und nicht zugleich so wie ich sein, wo wir doch beide aus dem selben Schoß kommen? Lass es dir gut gehen. Bis bald, liebes Meer.“

Da rauschte es zufrieden einen Gruß hinter mir her und legte sich schlafen, während die müde Sonne unterging und mir seine letzte Strahlen liebevoll in den Rücken warf.

Zuhause angekommen stand ich für ein paar Minuten still im Zimmer. Es war ganz ruhig. Kein Lüftchen ging. Die Tür zum Schlafzimmer stand leicht geöffnet. Ich hörte den gleichmäßigen Atem, der die Dunkelheit bewohnte. Seine sanfte Melodie war mir schönstes Geschenk nach einem langen Tag. Leise zog ich mich aus. Dann ging ich um das Bett herum, nahm das leere Glas und fühlte es mit frischem kühlen Wasser auf. Ich legte mich ins Bett neben das süße Atmen, gab ihm einen zarten Kuss auf die Stirn, streichelte über das Haar und hörte ein leises Seufzen, als ich mich auf die Seite drehte und das Licht löschte.

Der Sünder

Ich bin es. Ich muss es einsehen. Immer wenn ich denke ich bin es nicht, merke ich, ich bin es. Was soll ich machen? Ich bin doch ich. Wie soll ich etwas ändern? Es ist zum Verzweifeln. Immer wenn ich mich bemühe moralisch und gut zu sein, merke ich, wie ich mich von mir selber entferne. Es ist ein Dilemma. Es schafft mich. Ich komme da einfach nicht raus. Es ist wie Treibsand. Je mehr ich mich bewege, desto schlimmer wird es. Ich habe alles versucht. Wirklich. Aber ich muss erkennen, dass es hoffnungslos ist. Es hat keinen Zweck. Ich muss mich akzeptieren wie ich bin.

Ich bin ein Sünder. Noch dazu einer, der nichts bereut. Das soll nicht heißen, dass ich grundsätzlich noch nichts bereut habe. Das stimmt auch nicht. Ich habe schon bereut. Aber selten. Und zurückblickend zählt es sowieso nicht. Etwas hinterher mit einer neuen Erkenntnis zu bereuen, ist eine Selbst-Täuschung. Das ist eine Lebenslüge. Richtig bereuen kann man nur in dem Moment selbst. Sonst zählt es nicht. Ich kann ja nicht die Frau mei-nes Nächsten begehren, mit ihr in die Kiste gehen und hinterher sagen, ich bereue es. Totaler Bullshit. Bereuen ist unreif. Noch dazu total unsexy. Es bedeutet die Rechnung nicht zahlen zu wollen. Bereuen ist, wie wenn ich in ein fantastisches Restaurant gehe, dort umwerfend gut esse und danach die Rechnung ablehne. Wer bereut, ist ein Zechpreller. Du willst die Frau deines Nächsten haben? Nehm sie dir. Aber sei bereit den Preis zu zahlen und beschwer dich nicht. Hörst du? Nicht beschweren. Einfach Rechnung zahlen und freundlich sein.

Für die Kirche gehört Sünde und Reue zusammen. Wer sündigt, sollte Reue empfinden. Ich sehe das anders. Für mich gilt das alles nicht. Die Kirche selber erschafft Gut und Böse und erzeugt somit erst den Konflikt, den es vorher nicht gab. Ich habe diesen Konflikt nicht. Ich bin einfach ich. Danach bin ich zwar ein Sünder, aber ein Freundlicher. Sünde ist ein gewaltiges Wort. Was ist Sünde? Ich sündige ständig, den ganzen Tag. Immerzu. Ich gehe bei Rot über die Ampel. Und während ich das mache, fühle ich mich gut. Danach auch. Susanna hat mich dafür immer gehasst. Ihre katholische Prägung sah vor, Gutes zu tun. Ob das immer gut war, wage ich zu bezweifeln. Aber Menschen zu treffen, die Böses tun und sich noch gut dabei fühlen, stellten ihren Planeten auf den Kopf. Besonders stark, weil es der eigene Freund war.

Wenn ich töte, sündige ich. Ich habe schon tausende Ameisen in Estellencs getötet. Wirklich. Aber-Tausende. Fliegen und Mücken auch. Seit kurzem fahnden sie nach mir. Herzloser Insektenmörder gesucht. Lebendig oder tot. Die fliegenden Opfer habe ich allerdings nur in Hamburg getötet. Ich bin sozusagen ein rassistischer Killer. Mich selber hat man auch schon öfters mal versucht platt zu machen. Aber irgendwie waren die Versuche erfolglos. Viele sagen mir, ach Ameisen und Fliegen: Komm schon, übertreib nicht Don. Ich denke mir dann immer, wer sie denn sind, dass sie mir das sagen können? Die sind doch nicht die Schöpfung. Wenn ich ein Lebewesen töte, dann töte ich es. Ist ein Kaninchen mehr wert als eine Ameise? Wer bewertet das? Wer darf das?

Ich habe mal 2 Kaninchen überfahren. Ich kam gerade um eine Kurve. Ich glaube es war zwischen Andratx und Estellencs. Gegen Mitternacht. Wir hatten Vollmond. Im Scheinwerferlicht sehe ich dieses Kaninchenpaar. Mitten auf der Straße. Der Rammler hatte seine Vorderläufe schon ziemlich verkrampft um ihre Hinterläufe gekrallt. Ich glaube er war fast fertig. Ich sehe noch, wie sie gleichzeitig in die Scheinwerfer starren. Sie hatte diesen Entsetzten, dann den traurigen Blick. Sie wusste, er würde sie nicht weglassen. So nahm sie das Ende an. Immerhin war sie nicht alleine. Nicht nur das, ihr Hase war ja ganz nah. Sozusagen tief drin. Im Grunde waren sie in dem Moment eins. Ein Kaninchen, statt zwei. Er hingegen, hatte diesen Killerblick drauf. Wahrscheinlich den Gleichen wie ich. Nur saß ich am Steuer und er hockte bei ihr drauf. Er wollte nochmal alles geben bevor der Vorhang fiel und gab richtig Gas. Wie eine Nähmaschine ratterte er sie durch. Stopfen ohne Garn.

Ich war hin und hergerissen. Wenn ich bremsen würde, war es nicht sicher, ob es reichen würde. Mit 70 Stundenkilometern braucht man schon ein paar Meter bevor man steht. Das Quietschen der Reifen würde sie vielleicht erschrecken. Sie könnten genau vor meine Reifen laufen. Und dann würde ich sie beide vielleicht unglücklich anfahren.

Vielleicht nur ihn. Oder nur sie. Und dann? Dann wäre einer von beiden sein Leben lang unglücklich.

(Okay wahrscheinlich nicht. Irgendein anderer Hase, oder eine andere Häsin würde sich schon um den Hinterbliebenen kümmern. Die Natur ist gnädiger als wir Menschen.)

Ich entschloss mich nicht zu bremsen. Sollte er es schaffen sie festzuhalten, könnte es sein, dass ihnen nichts passiert. Vielleicht blieben sie unbeschadet wenn ich über sie drüber hinwegfahre. Wenn nicht, würden sie den sicheren Tod finden. Dafür aber im glücklichsten Moment ihres Lebens. Das war doch was.

Wahrscheinlich finden ein paar das ganz fürchterlich, was ich da gemacht hatte. Wahrscheinlich nennen sie es Sünde. Vor Allem, weil es ein bewusster Entschluss war, in Kauf zu nehmen, dass zwei Lebewesen bewusst getötet werden könnten. Somit bin ich ein Mörder. Ich bin also ein Mörder und Sünder. Aber nicht nur das. Als wäre das nicht schon schlimm genug, bin ich auch noch Hedonist. Alles was mir Lust beschert, liebe ich. Lust und Freude im Allgemeinen. Anstelle für einen Marathon zu trainieren, gebe ich mich doch viel lieber den leiblichen Genüssen mit einer schönen Frau hin. Mir kommt das ziemlich natürlich vor, obwohl ich weiß, dass ich mich wahrscheinlich wieder versündige.

Ich finde es viel wichtiger, dass man alles, wirklich möglichst alles, gründlich machen sollte. Man sollte die Dinge mit Liebe und Hingabe tun. Wenn ich ohne Liebe koche, schmeckt man das. Wenn ich mich mit einer Frau unterhalte und von etwas abgelenkt werde, nicht immer ganz bei ihr bin, merkt sie das. Wenn ich mit der U-Bahn fahre und nicht zahle, mache ich das mit Hingabe. Wenn ich schwarzfahre, dann mit Lust und Freude. Wenn man sündigt, sollte man es gründlich machen. Ich würde deswegen immer die Premium-Sünde, der Allerwelt-Sünde vorziehen.

Eine Fliege totzuschlagen, oder die Zeitung meines Nachbarn aus dem Briefkasten zu klauen, sind Alltagssünden. Sogar eher Alltag, als Sünde. Wenn meine Freundin ein guter Mensch ist, sie ihrer besten Freundin helfen möchte, weil die gerade Stress in ihrer Beziehung hat und sie diese für ein paar Wochen zu sich nach Hause holt, wo sie weiß, dass ihre Freundin bezaubernd schön ist, noch dazu sehr sportlich und gierig, dann kann sich meine Freundin als Gutmensch fühlen. Als eine die ihrer besten Freundin Gutes tut. Ob sie sich selber damit Gutes tat, blieb abzuwarten. Heute weiß ich, dass ich damals ein ganz natürlicher Sünder war. Ich habe dafür auch alle Konsequenzen ertragen. Wirklich alle. Aber die anderen nicht. Die machten mich zum Sünder, um weiter munter in ihrer Puppenstube zu leben. Die haben ihre Gelüste, ihr Selbst unterdrückt. Charlotte weniger. Nach ein paar Monaten begrub sie das Kriegsbeil und kam zurück. Sie kannte sich und spürte nur zu gut, was wir für einander waren. Aber Alessandra? Du meine Güte. Die ging zu ihrem Mann zurück und spielte brav ihre Augsburger-Puppenkiste weiter.

Und jetzt, liebe galaktische Lebens-Regie, ein déjà-vu. Wo bleibt es, wo ist es? Da ist es. Na endlich. Giulia. Und natürlich bist du liiert. Und natürlich bist du sogar mehr als das. Natürlich bist du richtig verheiratet. So richtig mit Trauschein, Unterschrift und alles. Mit verheirateten Frauen ist es ein Drama. Immer. Sie fühlen sich sicher und strahlen wunderschön um die Wette.

Und diese eine spielt nun auch noch ein ganz abgefahrenes Spiel. Das Abgefahrenste, was mir je untergekommen ist. Sie spielt eine Rolle, ohne es zu wissen. Mittlerweile ahnt sie es. Und das ist schon eine ganze Menge. Was soll ich sagen: Ich will sie haben. Ganz. Was ich dafür kann? Keine Ahnung. Ich bin nicht schuld. Ich habe sie nicht zu dem gemacht was sie ist. Was soll ich machen? Die Welt ist ungerecht. Sie nimmt keine Rücksicht. Ich habe alles versucht. Warme Umschläge. Meditation, Wein, auch den Entzug von Alldem. Alles. Es ändert nichts. Ich will sie haben. Ja, ich bin ein Sünder und Hedonist. Sie auch, dafür weniger Sünderin. Also bin ich gerade dabei und verstoße nacheinander gegen 2 Tod-Sünden. Erst begehrt man die Frau seines Nächsten und dann raubt man sie. Glatter Diebstahl ist das. Das gelingt natürlich nicht immer. Logisch. Nicht jeder Dieb hat Glück.

Wir wissen beide, was die Stunde geschlagen hat. Es ist wie mit Nitro und Glycerin. Einzeln sind sie unauffällig, völlig harmlos. Zusammen, können sie den ganzen verdammten Planeten hochjagen.

Wir waren essen. Zwei Mal. Es war toll. Jedes Mal. Und es ist schwierig. Wie immer. Wir haben ein paar Themen. Sie hat ihre. Ich habe meine. Sie ist noch in der Verpuppungsphase. Richtig mittendrin. Sie weiß, dass der Prozess unumgänglich, unaufhaltbar ist. Sie weiß es. Davor hat sie Angst. Ich kann sie verstehen.