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Mesolonghi – Odyssee 2024

Delphi setzte mir zu … all die Touristen, die nach Sonnencreme, Giorgio Armani und Chanel No.5 riechen … mit ihren Smartphones die Welt digitalisieren … sich von ChatGPT Gratulationskarten für Geburtstage und Hochzeiten schreiben lassen …

Bin vielleicht altmodisch …

Oder schleichend, über die Jahre, ein wenig depressiv geworden … am nächsten Morgen breche ich meine Zelte ab, ich verlasse Homer … mein nächstes Ziel heißt Mesolonghi … Heimat der hellenischen Revolution, heilige Stadt darf sie sich nennen …

imposant, wie ich finde …

Also rauf auf meinen schwarzen Drahtesel und los geht’s … mein Maultier und ich fahren am antiken Krissa vorbei, meiner kleinen BMW wohnt zwar keine tierische Lebendigkeit inne, aber ich gebe ihr leichten Herzens den Namen Platero …

Wir reiten runter zum Wasser …

Zum Golf von Itea … es ist warm, die Sonne scheint, bestimmt 30 Grad … einfach herrlich, wir traben gemütlich mit 50km/h Richtung Westen, schlängeln uns an der Küste entlang … LKW’s, Auto’s und Busse …

alle lass ich vorbei …

habe keine Lust zu hetzen … außerdem werden mir die Helden von Mesolonghi nicht wegrennen … drei Stunden knattern wir am Wasser entlang, ständig an dicht bewachsenen Bergen vorbei … gegen 14 Uhr erreichen wir die Lagunen-Stadt …

Krampfadern gleich ist sie durchzogen von Kanälen …

umgeben von Sumpflandschaft und Schilf … hab Geruch von Seetang in der Nase … merkwürdig still der Ort … vielleicht liegt‘s an der Zeit, sitzen wahrscheinlich alle am Napf … endlich finde ich das grüne Haus … Konstantinos könnte den Paten spielen …

Spricht nur griechisch …

Braun gebrannt … mit einem vollbärtigen Sekretär … vielleicht 40 … sein Haus ist immer offen, nie schließt man hier ab, erklärt er mir … er zeigt mir mein Zimmer … alles vom Feinsten, Jalousien, Bad, Küche, Bett, alles drin was man zum Leben braucht …

reicht mir die Schlüssel …

sowie einen Teller griechischen Salat … und empfiehlt sich … meine Tür zum Zimmer ist schwer wie von Fort Knox, ebenso der Schlüssel dazu, mit seinen 1000 Schließmechanismen … sein Haus glänzt in Grüntönen … Konstantinos strahlt Macht und Erhabenheit aus …

Vielleicht war er früher Politiker …

Oder hat sein Glück im Geschäftemachen gefunden, was auch immer das heißt … sein Sekretär entpuppt sich als Sohn, der mit Frau und Töchtern im Haus wohnt … ich spring in Shorts, Leinenhemd und mache mich auf die Suche …

Des Ortes Schambein …

Schnell begreift man, Mesolonghi ist nicht Athen … alles ist klein und kompakt, ein wenig provinziell, dafür sympathisch und völlig unaufgeregt, kein Vergleich zur pulsierenden Megacity an der Ägäis … nach wenigen Minuten bin ich im Zentrum …

Was für ein Chaos, herrlich …

Staunend bleibe ich an der Kreuzung stehen, an allen Ecken Coffee-Shops … alt und jung knattern mit ihren Scootern rum … alle in Flipflops, Shorts, T-Shirts und Sonnenbrillen und natürlich ohne Helm und Handschuhe …

Ich enter eines der Café’s …

Bestelle einen Espresso freddo, mettrio sacharie … Busse kommen und gehen, zischend öffnen ihre Türen … Ampeln such ich vergeblich … ich lehne mich an einen Stützpfeiler, während ein mächtig dicker Mann um die sechzig auf mich einredet …

Mit Armen und Beinen gestikuliert …

Wir lachen und nicken einander an … keine Ahnung was er sagt, aber wir verstehen uns blendend … wahrscheinlich hat er Mitleid mit einem armen Barbaren … zwei Frauen setzen sich zu uns in den Schatten, auf mitgebrachte Klappstühle …

Ich bestelle einen zweiten Espresso freddo …

Latsche damit gemütlich zurück, klemme den Pappbecher zwischen die Armaturen von Platero und springe, so wie ich bin, im Greek-Style auf seinen Rücken … zum ersten Mal ohne Helm, dafür in kurzer Boller-Bücks und Flatterhemd zum Meer …

Was für ein Feeling!

Entlang auf einer schmalen Straße, die mich, sie ist wirklich kilometerlang, in die Weiten des Golf von Patras bringt … am Ende gibt es ein paar kleine Anleger, zwei Bars, ein Salzmuseum und sehr viel Meer … alleine mach ich es mir auf einer Bank bequem …

Direkt am Wasser …

Keine Menschenseele außer mir, was ein Wahnsinn denke ich mir und schlürfe meinen Espresso Freddo durch Strohhalm, wie es sich gehört … keine Ahnung wie lange ich bleibe, sind bestimmt Sunden … wieviel Zeit man plötzlich hat, wenn man nichts macht …

Gegen Abend suche ich was zu essen …

Und werde in einer Bar am Hafen fündig … ebenfalls völlig leer, nur der junge Inhaber wischt gerade Tische ab … ich bestelle ein Glas Weißwein, sehe mich ein wenig um … herrlich ist es hier, nur Einheimische … merkwürdig …

Wir kommen ins Gespräch …

„Ich heiße Paolo … meiner Familie gehört das Lokal …ja, so leer ist es oft … ein paar Touristen mehr könnten wir schon gebrauchen!“ … für die einen der Segen, für die anderen ein Fluch … er macht noch nebenbei in Honig und handelt mit Lebensmitteln …

Ständig klingelt sein Smartphone …

Ich mach es mir gemütlich und schmöker ein wenig in der Geschichte von Mesolonghi … mein liebes Bisschen! … Vor 200 Jahren ging hier schwer die Post ab … haben ihren Widersachern ordentlich einheizt, vor Allem den Türken …

Krieg und Frieden …

Ewiges pulsieren … hin und her, wie ein Pendel … später reden Paolo und ich noch über KI und deren Auswirkungen … Paolo ist 32, er hat zwei Kinder 2 und 4 … er sieht, wie immer weniger Menschen im Garten arbeiten … wie alte Handwerke aussterben …

Jeder will heute Influencer sein …

Maurer, Imker, Alten.- und Krankenpfleger, Erzieher, Gärtner, Gas-Wasser-Scheiße, oder gar Bauer will heute niemand mehr werden … alles will chic aussehen und in der Lounge mit Cocktails abhängen … Paolo geht mit seinen Mitmenschen hart ins Gericht …

„Heute will jeder studieren!“

Es gebe kaum noch Nachwuchs, um die notwendigsten Arbeiten zu verrichten, weiß Paolo mir seine Beobachtungen mitzuteilen … „Wer geht heute freiwillig zur Mülle?“ … wir sind zwar einige Jahre auseinander, aber ziemlich einer Meinung …

Gegen zehn gehe ich heim …

Rolle mich weinselig ein und warte auf Morpheus … meine Birne ist voller Bilder und bunter Schnipsel … mühselig wälze ich mich rum … draußen knallt die Schweinesonne … Vollmond, auch das noch … innerlich fluche ich noch ein wenig …

Bis mich der Schlaf übermannt …

Patriot – Odyssee 2024

Scheiße! Ein Wadenkrampf! … Mitten in der Nacht … wie von der Tarantel gestochen schieß ich hoch … aufstampfen wie bekloppt, er will einfach nicht weggehen … so ein verdammtes Arschloch! … Verzweifelt wie ich um 4 Uhr morgens nun mal bin … mit dabei …

die üblichen Weinreste im Kopf …

noch dazu stockdunkel … versuche ich mich zu dehnen … muss den Mist loszuwerden, na los doch … Beine gerade, auf geht’s! … Fingerspitzen auf den Boden … im Gleichschritt, der ganze Zug, Marsch-Marsch … beim Bücken, genauer gesagt … beim Vornüberbeugen …

ging‘s gleich los …

ich stoß mir den Kopf … schön knackig an der Bettkante … erschrocken fahre ich hoch, treffe gleich noch mal … benommen taumele ich umher … sind das etwa Sterne? Jetzt bloß keine Scheiße bauen … denke ich mir … denn genau vor einem Jahr …

ist mein Kumpel Thomas …

in genau so einem jämmerlichen Zustand die Treppe runtergefallen … und zwei Wochen später ließen wir seine Urne zur Erde … aus panischem Reflex, werfe ich mich aufs Bett … bloß nicht bewegen … lass den bescheuerten Krampf ruhig wüten …

er geht wieder weg …

Irgendwann … Ganz bestimmt! … Aua! Dieses verdammte Aas … Ich befasse Hinterkopf und Stirn … Anständige Hörner beginnen zu wachsen … Fange an zu lachen … Immer lauter und lauter … Was für ein Schwachsinn … Langt‘s dir immer noch nicht …

da oben?

Drohend wedele ich mit meiner Faust Richtung Holzdecke … Doch schnell ist mir klar, Gott hört mich wieder nicht … ohne Pause wütet der Krampf in der rechten Wade … plötzlich springt auch die linke an … Was soll das denn! … Boah! Wie krass …

Scheiße! Mann! …

als wenn einer an mei‘m Beinen sägt … sie beide langsam amputiert … Nein! Du bleibst liegen … du gehst nicht deine steile Fuck-Treppe runter … auf keinen Fall machst du den Fehler … Hörst du? … Ja!-Ja! … manchmal müssen wir uns im Leben zusammennehmen …

kann‘st nicht immer wie‘n König rumstolzieren …

Man wirkt schnell albern … Besonders wenn man ergraut … Sollte man dann nicht wenigstens mit Weisheit und weniger Dummheit glänzen? … Eben! … Gestern ging‘s wieder hoch her … Eines der großen Themen unserer Zeit …

Europa rüstet auf …

Aber richtig! … In jeder Zeitung … Kein Magazin ohne Berichte über … Bunker, Putin und Bomben … Total verrückt, als wenn‘s nichts Schöneres gibt … Hab längst das Militär-Handtuch geschmissen … Sollen sich die sogenannten „Fachleute“ dazu …

die Köpfe einschlagen …

ob biologische Waffen in bestimmten Grenzsituationen angebracht … atomare hingegen immer zu ächten sind … ob Drohnen nicht irgendwie doch ein wenig mehr humanistischer … als bemannte Flugkörper sind …

wieso eigentlich nicht „befraute“?

geht aus meiner Sicht alles am Thema vorbei … daher halte ich mich raus … hab ja keine Ahnung … die hat man nur mit Waffenzertifikat, Uniform … Wasserspritzpistole, oder als Politiker … als kleiner Bürger eine eigene Meinung haben?

Warum eigentlich nicht …

Ganz genau! … Also, ich bin dagegen! … Ich bin gegen Krieg! … Bin gegen Aufrüstung! … Klar ziehe ich meinen Hut bei Nationalfeiertagen, auch in meiner Familie sind zu viele im zweiten Weltkrieg geblieben … Ob man deswegen so weitermacht? …

Hab da meine Bedenken …

Ging daher gestern Abend um Patriotismus … ein aus meiner Sicht zu heißes Thema … erst recht als Frugalist … meine Freunde waren dabei mich argumentativ in die nächste Ecke zu stellen … mit Mühe arbeitete ich mich aus ihr heraus …

ob ich nicht auch patriotisch …

mein Vaterland verteidigen … und so alles … ich gab zu bedenken, dass La France ja eher ein Mutterland ist … und Europa ja sowieso … hat die Gute sich nicht von Göttervater Zeus … nach Kreta bringen … und dann bestäuben lassen? … Okay, er hat sie vergewaltigt …

Aber Obacht!

War Europa nicht die Tochter von Agenor … der meinen Lieblings-Olivenbaum auf Mallorca vor 3500 Jahren pflanzte? … Verrückt, wie die Dinge zusammenhängen … Nicht wahr? … Nach weiteren Gläsern Wein hatten sie mich erneut zu fassen …

was ich tun würde …

wenn der Russe an meiner Tür klingelt … mein Argument, dass ich keine Klingel habe und dass man, bevor man vor meiner Tür steht, in meiner Wohnanlage ein gutes Dutzend anderer erreichen und mit günstigen Deliveroo-Gutscheinen bekehren könnte …

Ließen sie nicht gelten …

Sie waren auf Tumult aus … sie wollten die Unverfrorenheit von mir endlich hören … „Nee! Jetzt wird nicht ausgebüchst … los doch … was würdest du tun? Du jetzt, als waschechter Patriot? Was? Los, hau raus jetzt!“ … alle rethorischen Waffen waren abgefeuert …

Jetzt galt’s …

„Nun …“  … Totenstille … „Jahaa?“ … niemand atmete … „Also“ … „Wir hören!“ … Großartig, wie auf der Anklagebank … mal schauen, ob ich heil rauskomme … „Zuerst muss ich ja sagen, dass ich eher Frugalist, als Patriot bin“ … „Was bitte? Frugalist?“ …

„Mit wenig viel erreichen und so ähnlich …

glaube ich … natürlich ist mir nichts egal, im Gegenteil! Wie sollte auch! Wenn der Russe bei mir zuhause vor der Tür steht … mit Sturmgewehr und Stalingrad-Dolch … wenn meine Wahl heißt, tot oder Russe werden“ … „Jaha? Dann … ?“

Wir kamen der Sache näher …

„Ja, dann … muss ich gestehen … als echter Patralist“ … „Was bitte, jetzt? Erst Patriot, dann Frugalist?“ … „Ist eine Mischung aus Beidem“ … „Was genau heißt das?“ … „Mit wenig Aufwand so viel Erdverbundenheit erreichen wie möglich!“

„Übersetzt heißt das, was?“

„Ich bitte den Russen freundlich rein, biete ihm einen Stuhl an … schenke französischen Wein für uns beide ein, stelle ein paar griechische Oliven auf den Tisch … lege meinen deutschen Pass auf den Tisch … und schreibe mit meinem deutschen Füller …

In hellenischer Schrift …

Giamas! … Nehme ganz friedlich die russische Staatsbürgerschaft an, wenn ich dadurch mein Leben behalten kann … abgesehen davon, dass ich ja nichts im Haus habe, womit ich ihn bedrohen könnte, außer mit meinen frischen weißen Lilien …

Warum also mein Leben opfern …

In einer unfairen Situation … und werde, ab meinem ersten Tag meiner russischen Staatsbürgerschaft … frische Blumen auf alle französischen, griechischen und deutschen Kriegsgräber legen … Aus größtem Respekt …

als Anerkennung …

für die geschützte Freiheit … deren Preis … aus meiner Sicht … unfassbar, unbezahlbar hoch bleibt … und arbeite … hoffentlich nicht 400 Jahre lang … wie die armen Hellenen … An einer friedlichen Befreiung von Europa!“ …

was dann geschah, erzähl ich ein andermal …

Experten – Odyssee 2023

Boris Becker war 1985 ein Phänomen … Gewinnt mit 17 Jahren Wimblädon! … Das muss man sich mal vorstellen … Ein Wahnsinn war das! … Plötzlich spielte jeder Tennis … Alle waren wie im Rausch … Selbst meine Oma kannte Günther Bosch und Ion Tiriac …

Tiriac fand sie abstoßend …

und interessant zugleich … Zu sehr erinnerte sie das Gesicht ans Rotlichtmilieu … Besonders an Karl-Heinz Schwensen! … Allen besser bekannt als Negerkalle … Boris war ein Ass … Heute würde man ihn durchaus als Tennis-Experten respektieren …

warum nicht als Gast-Kommentator …

Seine Hechtsprünge am Netz? … Ein Wahnsinn! … Aber würde man von Boris Investment-Ratschläge hören wollen? … Würden wir seine Tipps beim Aktienkauf befolgen? … Ich meine, wirklich? … Würden wir das? …

Sicher bin ich mir da nicht …

Als uns Jörg Kachelmann das Wetter ansagte … fanden wir ihn glaubhaft, als Meteorologe hatte er Fachwissen … Wenn man mich bitten würde ein paar Mauern hochzuziehen, müsste ich höflich ablehnen … In Windeseile sind die eingestürzt …

Vom Mauern habe ich keine Ahnung …

Selbst beim gleichnamigen Gegenstück im Fußball kenne ich mich nicht aus … Fußball ist nicht so meins … Zum Glück bin ich kein Moderator bei „Ran“ oder Autor bei „11 Freunde“ … Fachmann bin ich nicht … Experte? … Schon gar nicht! …

Höchstens Experte im Müßiggang …

Oder im Flanieren … Ja, vielleicht! … Weltweit anerkannter Experte im Flanieren … Natürlich mit reichlich Abstand zu Nassim Nicholas Taleb … Der hat einfach total viel mehr Luft und Zeit dafür … Glaube ich zumindest …

Müßiggang-Experte …

Gefällt mir! … Wenn ich mal nicht gerade Wein trinke und in weinseliger Laune absichtslos rum-labere … wenn ich quasi so ganz bei mir /mich / uns bin … dann versuche ich es so zu halten wie Markus Aurelius …

bekanntermaßen Politik-Experte …

Alles was ich höre ist eine Meinung, ein Trend … nicht automatisch ein Fakt … alles was ich sehe ist lediglich eine Perspektive … noch lange nicht die Wahrheit … Wenn es mir noch öfter gelingt das zu beherzigen, dann produziere ich weniger Meinungsmüll …

Menschen und Welt dürften‘s mir danken!

Nun ist Digitalisierung! … Soziale Medien und so … jeder will Influencer sein … sich selbst vermarkten … Klick-Maximierung … erfolgreich skalieren wie Dirk Kreuter … Seine Produkte kenne ich nicht … Skalieren will aber jeder … Auch ich, nur eben im …

Müßiggang!

Wenn ich in der Zeit ein Interview von Marc Fielmann lese, dann kann ich mir sicher sein, der versteht was von Brillen … so wie sein Vadder … Lothar Matthäus eher weniger … der ist dafür Fußballweltmeister …

auch beeindruckend …

Seine spartanischen und kurzweiligen Gastkommentare sind beliebt … Greta Thunberg kennen wir alle als FFF-Gründerin und deren Sprecherin … Sich engagieren, Aktivist sein und für was streiten, mit Worten überzeugen und kämpfen …

das tun auch Hagen Rether und Georg Schramm.

Bezogen auf die Darbietungen der beiden Herren muss ich gestehen, dass ich oft deren Meinung bin … Wenn ich die Konsequenz, Leidenschaft und Ausdauer von Greta und Carola Rackete hätte, wär ich längst Bestseller-Autor und Millionär …

Wie Daniel Kehlmann und Sebastian Fitzek …

Müßiggang ist mir aber wichtiger … Vielleicht gibt’s was zwischen Autoren-Loser und Literatur-Superstar … bei gleichzeitigem Müßiggang … Wenn sich Stars und Experten zu Allem äußern … so wie neulich Greta in Sachen Gaza … ohne tiefer drauf einzugehen …

Dann schenke ich nach …

oft begleitet von Stirnrunzeln! … Muss man sich zu Allem äußern? … Sollte man das überhaupt? … Kann man sich aus Stockholm, Hamburg oder Toulouse anmaßen solche Dinge lokal einzuordnen? … Hat man einen Funken Ahnung? … Wirklich?

Klar kann ich meine Meinung raushauen …

Solange ich sie als solche kennzeichne … und ich mir meiner Stellung als öffentliche Person bewusst bin … Wenn Jean-Jacque Gélée … das ist mein Nachbar … wenn frère Jacque den Arm zum Hitlergruß in unserem Bistro hochreißt …

ist das nicht das Gleiche …

wie wenn Richard David Precht gleiches bei Lanz macht … mal ehrlich … man muss schon wissen wo man ist … Greta ist Kommunikations-Expertin … Lichtjahre besser als ich … Von ihrer digitalen Reichweite gar nicht zu reden …

Wenn Menschen wie Elon und Greta …

ihre seelisch-emotionalen Toilettengänge auf Twitter, Fazzebuch und TikTok zelebrieren habe ich automatisch Bilder von Metropolis, Clockwork-Orange, Blade-Runner und Pulp-Fiction im Kopf und denke an Klopapier …

Ohne Scheiß!

Jeder sollte vorher überlegen, wozu er sich äußert! … Hilft ungemein! … Sonst darf man sich nicht wundern, wenn man an die Bluthunde von Bild, CNN, Foxx und TheSUN verfüttert wird! … Man macht sich aber auch als anonymer Mitläufer mitschuldig …

man ist Follower …

ist selbst Teil der Welle, die solche Menschen trägt und sie reich macht … wie 1933 … da war es nicht anders … Alle wollten wieder wer sein! … Arme hochreißen! … Ordentlich Rumschreien! … Heil Hitler! … Heil Hamas! … Heil Putin! … Heil Klima! …

Alles das Gleiche …

Euphorie! … Wahn! … Rausch der Massen! … Verbrennt sie! … Kauft nicht bei Juden! … Kauft nicht bei Israelis! … Kauft nicht bei Russen! … Kauft nicht bei Deutschen! …

Bei Österreichern!

Wenn Marine Le-Pen und Donald Trump kommen, wird’s interessant in der Welt! Keine Ahnung, unter welchem Stein ich mich dann verkrieche! Wahrscheinlich sehe ich mir dann Heinz Erhard an …

Schaue Miami-Vice …

Höre „Über sieben Brücken musst du gehen“ … von Peter Maffay … und schunkle mich nach dem hastigen Genuss von mehreren Gläsern Wein …

mit Roberto Blanco in den Sonnenuntergang …

https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-10/fridays-for-future-israel-palaestinenser-genozid-vorwurf-greta-thunberg

25.Juni – Verstopfung – Odyssee 2023

Scheiße! Nix geht mehr … weder rein, noch raus … gibt‘s gar nicht … hab ’nen Pfropfen im Kopp, ohne Scheiß … sogar mehr als einen … meine Birne ist verstopft … mit Unrat, Müll und sonstigem Mist … es fing mit der Rue de Metz an.

Vollsperrung … bis Ende 2025,

tägliches Verkehrschaos inbegriffen … würde ich nicht Moped fahren … hätte ich mich längst weggehängt … von dem Unfug bekam ich Schluckauf … in der Woche Workshop mit zwanzig Menschen … fünf Nationen & Kulturen … kein Brite dabei, aber

die ganze Welt spricht Englisch.

Franzosen, Deutsche, Spanier, Inder, Brasilianer … in meiner Willkommensansprache redete ich von Zeit, Geduld und von Neugier, wenn wir uns erfolgreich verständigen wollen … ich erzählte vom Verlust, den Kommunikation beim Transport erfährt,

selbst unter Muttersprachlern.

Dass wir versuchen sollten zuzuhören … um zu verstehen … nicht um zu antworten … ich wagte mich weiter vor … Marshall Rosenberg … gewaltfreie Kommunikation … erste Stirnrunzeln … für manche esoterisch … Christen brauchen Krieg,

ich sah‘s in ihren Gesichtern!

Die Mehrheit verstand mich … war auf meiner Seite … wir hatten eine Basis … mehr noch … richtig gute Stimmung … so hatte ich mir das erhofft … dann unser Energizer … jeder sollte über sich zwei Wahrheiten und eine Lüge erzählen.

Ich ließ uns Zeit.

Alle fühlten sich gut … es wurde viel gelacht … nach dem Mittagessen ging die Gruppenarbeit los … K.I.S.S. … keep-improve-start-stop … Animateure leiteten zwei Gruppen … plötzlich begann unsere Organisatorin zu schwitzen … wurde blass um die Nase … tupfte sich ab … schwitzte in Sturzbächen …

17 Uhr … endlich geschafft.

Apéro … danach Dinner … super … unter freiem Sternenhimmel, im Herzen von Toulouse, was wollten wir mehr … es wurde spät … alle betrunken und glücklich … zweiter Tag … jeder müde aber gut drauf … wieder Gruppenarbeit … neu durchmischt …

Wieder stand ihr Schweiß auf der Stirn … ihre Mundwinkel zitterten.

Eine Stunde vor Ende rannte sie heulend raus … ihre Nerven am Ende … später Gespräche unter Tränen … böse Feedbacks von den 2 Mediatoren … alle im gleichen Alter … 28 bis 30 … drei Franzosen … zwei Damen, ein Bube … man beklagte sich … ausgerechnet über sie … nette Menschen werden zuallererst verspeist,

oft schon zum Frühstück!

Es steckt uns in den Knochen … im DNA-Helix … du riechst nach Opfer … schon wetzt man die Messer … herzlich willkommen liebe Steinzeit … bist immer noch unter uns wie eh und je …. Scheiße! Dazu „Gut“ und „Böse“ der Religionen …

Fühlte mich wie’n Therapeut

Hatte zu viel Aufmerksamkeit auf diesem Mist … wie ‘ne Schmeißfliege auf ‘nem Haufen Scheiße … war nichts zu machen … an schreiben nicht zu denken … ich fabrizierte nur Unsinn … ich lenkte mich ab … las Zeitung … blätterte nichts ahnend vor mich hin.

Plötzlich sprang mich Diekmann an.

Schon tobte das ganze Theater von Stuckrad Barre, Döpfner, Diekmann und … wie hieß der andere Heini … ach ja … Julian Reichelt … endlich erzählt uns Diekmann seine Geschichte … kann sich nur um Wochen handeln, bis Matze Döpfner auftrumped …

Wenige Seiten weiter …

Nichts Böses ahnend … hüpft mir Michel Houellebecq mit nacktem Arsch ins Gesicht … Donnerwetter noch mal … hat in’nem Porno mitgemacht … ließ sich beim Ficken mit jungen Damen filmen … sicher, warum nicht … und beklagt sich jetzt … warum auch nicht … ist so wieso alles egal …

Verdammte Axt!

Ich wollte nur Zeitung lesen … dann das … später fand ich 200 Spamnachrichten auf’m Blog … ein gewisser „Driodermon.ru“ schickt im Abstand von einer Stunde und zehn Minuten E-mails … Computerspiele bewarb dieser Mensch …

vermutlich eher ’ne KI.

Zweiter in Sachen Häufigkeit … „Guns-for-sale“ …Waffenwerbung … mir platzte der Kragen … was ich, wo auch immer mit wem … es endete in mentalem Kompost … totale Wüste, überall … Diekmann’s 1.Ausgabe schon als „Spiegel-Bestseller“ hervorgehoben …

wissen die das vorher?

Auf der Werbung sieht er zufrieden, richtig fröhlich … erleichtert aus … auf dem Buchcover wie ein Krieger … wilde Entschlossenheit … Springers ganzer Stolz … König der Bildzeitung, König von Deutschland … Leonidas, König von Sparta …

Kriegerische Männer lieben – Sparta.

Schmeiße zähneknirschend die Zeitung in die Ecke … während des Workshops fiel mir auf, dass Vierzigjährige sich nur kurz konzentrieren können … 10 Minuten aktives zuzuhören … Dreißigjährige schauen nach 5 Minuten auf‘s Schmartfon.

Haben alle genickt, als ich von Zeit und Geduld sprach.

Aber in der Realität … reines Hauen und Stechen … keine Gnade … wir beißen … und stechen zu … wir sehen entweder auf, oder herab … Begegnungen auf Augenhöhe … kaum möglich … nur selten … lieber einander unterdrücken … durchficken …

einen guten Deal machen …

jeden mitreißen … wahnsinnige Polonäse … Größenwahnsinn … Kolonialmächte … bis heute … Feudalismus … höfisches Verhalten … Untertanen … in Frankreich zählt Erde … in Deutschland Blut … immer noch … ungestört züchten faschistische Populisten Blumen im blutdurchtränkten Europa …

Zum Kotzen!

Wie … in so ’nem Puff Ausgleich finden … kreativ sein … es bleiben … wie unbeschwert bleiben … wenn das Grundrauschen immer lauter … wenn wir uns gegenseitig die Hosen ausziehen, uns abwechselnd aufs Kreuz legen … dort annageln …

wie Sensibilität bewahren,

ohne dünnhäutig werden … friedlich sein, ohne Wutausbrüche … an Steuern, Lenkern, am Abendbrottisch … keine Backpfeifen verteilen … nicht wild Rumschreien … keine gewaltvolle Sprache … eigene Dominanz bezwingen … kein Herrscher sein wollen …

Heute Oben … morgen Unten.

Gestern früh großes Rasenmähen bei meiner Freundin in der Nachbarschaft … Motor-Sensen röhren im Takt … man versteht sein eigenes Wort nicht … kurze Zeit später Rauch in frisch polierten Gärten … wie in Deutschland … dazu laute Musik … schreien, nicht unterhalten …

Lärm wie von 300 Spartanern …