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Putlos & Arno – Odyssee 2024

Es regnete immer noch an der Ostsee … Im Seeschlösschen mampfte man sich die Hucke voll … am Kurtaxenstrand marschierten grauhaarige Zivilsoldaten in Stechschritt und Gummistiefeln … Elektrofahrräder patrouillieren ungebrochen …

dem Horizont entgegen …

und im Klabautermann, am anderen Ende der Hohwachter Bucht, in Lippe /Behrensdorf servieren die Damen des Hauses zum Mittagessen Sauerfleisch und Flensburger … zum Nachtisch gibt‘s ‘ne Linie Aquavit … Alpha und Omega, was sonst …

Nachmittags besuche ich Putlos …

Genauer gesagt, fahr ich dran vorbei … auf Militärischen Truppenübungsplätzen kann man selten spazieren gehen … diverse Male trieb man uns dort beim Wehrdienst zusammen, um Krieg zu spielen … „Hat noch niemandem geschadet!“ … die ehrbaren Worte des Vaters …

Er täuschte sich …

hatte er doch selber nie gedient … herausfinden durfte ich‘s also selber … Verzweiflung lässt junge Menschen da hingehen … Verzweiflung und Ideenlosigkeit … es hinterließ bleibende Schäden, wie man heute sieht … bin seitdem noch unfähiger Befehle zu empfangen …

die Spitze des Eisbergs …

Ganze Arbeit ha‘m sie da geleistet … „Stillgestanden! Augen geradeaus .. im Gleichschritt, Marsch … links-zwo-drei-vier … na los, reißen Sie sich zusammen … Gleichschritt, habe ich gesagt, wir sind hier nicht auf ‘nem Tuntenball …!“

Si vis pacem, para bellum …

Zucht und Ordnung, Vaterlandsliebe, Blut.- und Erbfeind … welch Schlamassel sie angerichtet haben … Wortregister für Herrschaft und Krieg … Menschen.- gar Nächstenliebe? Nee, lass mal, ist bestimmt ansteckend oder so … Hauptsache ich-ich-und-ich …

Ha’m wir in Teutonia immer so gehalten …

Von Krieg schwärmen nur jene, die ihn nicht kennen … deshalb gab‘s damals die Wehrpflicht, Verteidigung und so, nun ja, die Zeit vergeht, der Mensch ebenfalls … mittlerweile gibt’s sie nicht mehr, stattdessen ha’m wer Krieg vor Europas Tür … alles richtig gemacht …

Wird dauern …

bis Gewalt aus unserer DNA verschwindet … sorry für den Zeigefinger, kann manchmal nicht anders, es muss einfach raus … so war es schon früher … Neugier, Dinge ausprobieren, auf’s Maul fallen und wieder aufstehen … ewiger Zyklus … Im Invalidendom können wir

Supergrobi bestaunen …

Hochglanzmuseum der ersten französischen Republik … dem Herr, sowie den Päpsten in Avignon und Rom sei’s gedankt … Supergrobi wird noch heute wie Zeus verehrt, dabei bleibt zu bedenken, dass unter den 60. Schlachten und Kriegen, die er führte …

3,5 Millionen Menschen starben …

Welch Preis, um glorreich zu sein und einen prunkvollen Dom als letzte Ruhestätte zu genießen … auch Austerlitz kann daran nichts ändern … wo wir bei Krieg und Frieden sind … am Abend ging‘s zur Flakabwehr, ins Genueser Schiff, Kumpel K empfahl mich dorthin …

Früher Haus der Wehrmacht …

heute Haus des Wohlbefindens … manchmal komme ich mir wie ein Heini der Restaurantkritik vor, hoffentlich setzt sich der Gedanke nicht fest … die Herzkammer des Ladens erinnert an die Traube in Hamburg, noch so ein Glanzstück nordeuropäischer Gastlichkeit …

wie krieg ich jetzt die Kurve …

von der Ostsee zu Arno … vielleicht mit Pazifismus und … ach so, jetzt habe ich es … während ich noch stramm, zäh, flink und hart aufgezogen worden bin … stellte ich mir damals die Frage, während der schulische Rohrstock mir regelmäßig auf den Arsch niedersauste …

ob‘s nicht auch anders geht …

Ideen gibt‘s ja genug … zumindest kamen mir einige von ihnen wieder hoch, als ich in Putlos vorbeifuhr und an den 23.Juni 2024 dachte … dem 100.Geburtstag von Arno Stern … er fand einen alternativen Weg, damit sich Kinder freier entwickeln … keine Kopien werden …

Schöne Alternative …

Auch auf die Gefahr hin, dass sich der alte Fritz, Hindenbrug, der GröFaZ und viele aber Tausende Helden, Alphatiere und nach Ruhm gierende Arschgeigen im Grab umdrehen: Bestimmt gibt‘s nach über 10.000 Jahren eine Zeit …

Wo wir den Weg der Zerstörung verlassen …

Und Konstruktiveres ausprobieren … wo menschliches, geistiges und intellektuelles Wachstum möglich ist, wo wir uns nicht gegenseitig bekämpfen und töten … sorry für meine heutige Melancholie … Rechtspopulisten, Faschisten und Nazis …

sorgen bei mir …

nicht gerade für Stimmung und gute Laune … daher mögt ihr mir heute hoffentlich meine Bergpredigt verzeihen und stattdessen, genauso … wie ich es gleich tun werde … eine Flasche Champagner, in gutem alten französischem Stil …

mit der Guilloutine köpfen …

um an dieser Stelle mein Glas zu erheben, auf Kermit den Superfrosch, sowie alle Super-Könige und Super-Söhne, die ihre Super-Familien zu Ruhm verhelfen … aber vielmehr noch, alle Ironie mit der Wucht der Biskaya hinwegwischend …

Auf Arne Stern’s 100.Geburtstag anstoßen …

Der nun über 70 Jahre lang seine Vision verfolgt, was ein „klein“ wenig länger ist, als hochbezahlte Top-Manager, die irre Summen kassieren und statt Wertschöpfung, gefährliche, wenn nicht manchmal tödliche Produkte zulassen, die hin und wieder …

vom Himmel fallen …

darauf nun also Santé / Prost / Salut / Geia mas / Gönn dir und Vieles mehr … aufdass es weiter spannend bleibt, in diesem Zoo, den wir alle gleichberechtigt bewohnen … und unsere Erde nennen, wo wir nicht mal ‘ne Besitzurkunde haben … und immer noch so tun …

als lebten wir ewig …

Anm.d.n.v.Redaktion: Es sei an dieser Stelle vorab vermerkt, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher unseres Autors handelt, den wir, aus vielerlei Gründen, dennoch zulassen wollten…..wir bitten daher um Ihr / euer Verständnis.

Und das Gegenteil….