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Corona und Mad-Sunday-Bewegung – Odyssee 2020 CW12

Emanuel hat mich eingesperrt. Seit Dienstag 12:00 Uhr ist Liberté in „La France“ für uns alle limitiert. Ich bin mir sicher, dass man ihm später dafür danken wird, vielleicht sogar irgendeinen Preis verleiht; meine #MAD-Sunday-Bewegung wird sich davon jedoch nicht aufhalten lassen, im Gegenteil:

Diese Bewegung synchronisiert als Dachorganisation die „Slow-Food“, die „Slow-Drinking“, „Slow-Love“ und „Slow-Life“ Bewegungen, zu einer gemeinsamen europäischen Initiative, weil wir in Europa verdammt nochmal genug Bildung, Erfahrung, Optimismus, Lebensfreude und hundert-tausend andere Gründe haben, als uns von negativen Geistern, Angsthasen, geistige Uniformliebende ausreden zu lassen, das unser schönes Europa HEUTE der Sehnsuchtsort #1 auf diesem Planeten ist!

Nicht trotz, sondern WEIL wir wissen wovon wir reden; nein-nein, ihr braucht gar nicht soweit in die Vergangenheit zurück zu blättern; keine Ahnung warum, aber seit Tagen denk ich an Francisco Franco, der mit seiner militärischen Fröhlichkeit bis Mitte der Siebziger unseren Kontinent verzierte und auch weit entfernte Staaten wie Chile inspiriert hat, um ihm nachzueifern. (was sagt man dazu; soweit weg und doch so europäisch)

Über den Österreich-Deutschland-Cocktail aus Braunau brauchen wir gar nicht erst sprechen und dass der Dulce in Italien auch alles andere als ein für Diversität einstehender Bursche war, ist nicht in Vergessenheit geraten; ich könnte jetzt noch weitermachen, den Blick weiterschweifen lassen, mich noch mehr in die Vergangenheit wagen und würde nur gleiches feststellen; also können wir sagen, dass wir selbst heute, in jüngster Zeit sehr genau wissen können, wovon wir reden, wenn wir uns an politischen Diskussionen beteiligen.

Und genau deshalb gibt es meine Initiative, die unterstreicht, dass wir uns in Europa wegen NICHTS zu beunruhigen brauchen, wegen gar nichts! Wir haben schon alles durchgestanden und werden uns, ich bitte euch, von ein paar Viren doch zu nichts anderem einladen lassen, als zu einem gelassenen Lächeln; würde ich ein Corona-Virus treffen, würde ich es streicheln, bis es schnurrt; mit Respekt, aber ohne Angst!

Natürlich gibt es noch genug militärische Franco und General De Gaulle DNA in Spanien und Frankreich; wäre ja auch komisch, wenn nicht; auch den Griechen merkt man noch Spuren von der attischen Demokratie an, wo die schon über 2000 Jahre alt ist; wir brauchen also nicht hoffen, dass es irgendwann keine Menschen mehr gibt, die bei unsicheren Lebensumständen für Freiheitslimitierung und Restriktion sind und es genug weibliche und männliche Alphatiere in den jeweiligen Führungsebenen gibt, die den Schmachtenden ihre Medizin geben müssen.

Liebe Freunde, ist alles über 6000 Jahre alt, dieser feudale Imperator-Reflex; brauchen wir nicht immer und immer wiederzukäuen; sicherlich, auf keinen Fall vergessen, eher so im Hinterkopf behalten, ihr wisst, was ich meine; es ist unsere DNA; wir leben damit, so wie mit jedem anderen Defekt, der aus unserer Erfahrung und unseren Erlebnissen herrührt; sich deswegen die Laune, gar den Müßiggang vermiesen zu lassen? Im Leben nicht! Jetzt wo ich es schreibe fällt es mir auf; meine Güte, es ist schon 12:07 – Zeit für meinen Apéro; ich komm gleich wieder, wartet kurz……………….so, da bin ich wieder: Santé! Auf uns Europäer!

Interessant finde ich, wie wenige Franzosen das Wort Müßiggang kennen; ist ein schönes Wort: Oisiveté. Das müsst ihr euch mal vorstellen; im Land der Provence, der Bretagne, der Champagne, Bordeaux, dem Languedoc, der Côte-d-Azur – um nur ein paar bekannte Ecken zu nennen – gibt es kaum einen, der den Müßiggang kennt; hat mich total schockiert; aber was will man machen; auch die Franzosen werden schrittweise von der kapitalistischen Knochenmühle zerrieben; ich jedenfalls stemme mich mit Nachdruck dagegen und formuliere deswegen feierlich, die folgenden 10 Regeln der MAD-Sunday-Bewegung:

1)-Schätze deine Mitmenschen! Betreibe aktives Zuhören, oder neu-deutsch „Active Listening“; nehm dir Zeit für sie, für ihre Interessen, Leidenschaften und wenn vorhanden, auch Sorgen; plaudere, über Leichtes, aber auch Tiefes; gerne bei einem Glas Wein.

2)-Sei neugierig! Versuche alles wissen zu wollen, aber nicht alles auf einmal; lerne, staune und forsche in kleinen Häppchen. Versuch es mal mit einem Buch; bitte mit einem Gedruckten, wo du Leseohren und Notizen reinschreiben kannst; ihr glaubt nicht, mit was für tollen Büchern unsere europäischen Autoren & Schriftsteller uns in den letzten 3000 Jahren beschenkt haben. (Buch-Empfehlungsliste folgt umgehend, versprochen!)

3)-Trinkt Wein! Jeden Tag. Gerne zum Mittag, Abendbrot und auch später, siehe Punkt 1 & 2). Halte dich aber auch hier an ein paar Grundregeln: kein Alkohol vor 12:00. Habt keine Furcht, schlagt ordentlich zu. Wenn man Ärzten trauen will, sind Stress, Unfälle und Umwelteinflüsse die häufigsten Todesursachen. Stellt euch nur mal vor, wie viele Bonuspunkte ihr alleine bekommt wenn ihr den Stress abstellt.

So nebenbei, über alkoholische Mengenangaben und dazu passende Empfehlungen schweige ich mich aus; ein Glas Wein pro Mahlzeit, oder zwei; macht das wie ihr wollt; ich kenne zu viele Beispiele von allem; ich kenne genug, die trotz Null-Alkohol, ausreichend Sport usw. früh gegangen sind und ich kenne genug, die jahrzehntelang flaschenweise Wein pro Tag trinken und heute mit Mitte 70 fitter sind, als viele 40jährige; macht es wie ihr wollt; Hauptsache ihr trinkt Wein. (ab nächste Woche gibt es eine Wein-Liste)

4)-Schlaft viel! Haltet Mittagsschläfchen und sei es 30min; aber ohne Kopfhörer und Dauerberieselung; dein Gehirn braucht genauso Entspannung wie dein Körper; sei faul; ja, du hast richtig gelesen; versuche so viel es geht NICHT zu machen; es gibt so unendlich viel nicht zu tun, fange daher am besten sofort damit an;

wenn du eine Liste von Dingen hast, die du abarbeiten MUSST, weil sie für dich, deine Kinder oder Partner lebenswichtig sind, so erledige sie konzentriert, effizient und mit Hingabe, um schnell wieder dem Müßiggang zu frönen, so oft es dir möglich ist; entrümple dein Leben & Haushalt; du glaubst nicht, wieviel ungenutzten Kram du besitzt; verschenke und verkaufe alles, was nicht zu diesen 10 Punkten beiträgt; du wirst überrascht sein, wie wenig übrigbleibt und wie frei du dich fühlst

5)-Bewege dich, mache Sport! Nicht Ironman; kleine Übungen am Morgen; Hampelmann, ein paar Dehnübungen; geh spazieren, oder laufe / jogge ein wenig; nicht zu viel, wenn du mit Übergewicht zu kämpfen hast; alles in Maßen

6)-Höre Musik! Ob Klassik, Elektro, Rock, Pop, Folk, what-ever; höre Musik bewusst, ohne irgendetwas anderes nebenher zu machen; oder höre sie im Hintergrund, als Untermalung; Musik gibt dir kosmisches Benzin, glaube mir!

7)-Esse gut; koch dir Essen! Gut, nicht reichlich essen; hör auf, bevor du satt bist; esse kleine Portionen, wenn du nicht körperlich arbeitest; wenn du den ganzen Tag vorm Bildschirm sitzt, bewegst du dich nicht genug, um wie ein Leistungssportler zu essen; altes Bilanzierungsthema; fülle nicht mehr Kalorien rein, als du verbrennst; wenig Fleisch ist besser als viel; Fisch ist besser als Fleisch; nehm viel Olivenöl und Gemüse zu dir; stell auf eine mediterrane Küche um; versuche mehr Lamm als Rind zu essen, so wie die Griechen; probier es mal aus; Info: auf Kreta ist der pro-kopf Olivenöl-Verbrauch = 0,5L pro Woche!

8)-Interessiere dich für Kunst! Sei kreativ; male, schreibe, oder mach Musik; suche dir dein kleines kreatives Feld, wo du deine Leidenschaft pflegst; wenn du nichts davon machst, probiere alle drei aus; eines wird zu dir passen; zur Erinnerung: Auto’s, teure Chronographen oder sonstige Wertgegenstände, wie Trophäen zu sammeln kann vielleicht dein Hobby sein, aber nie deine Leidenschaft, auch wenn deine Freunde vom Porsche-Club das anders sehen……!

9)-Liebe! Ich mein das wörtlich: Liebe das Leben und einen Menschen. Liebe! Such dir einen interessanten Menschen aus, der dir Gleiches geben möchte; Leidenschaft ist mit Gesundheit das Wichtigste im Leben; gebe dich ihr hin und lass auch mal fünfe gerade sein; vielleicht triffst du deine große Liebe; und solltest du gerade keinen Menschen haben, den du lieben kannst, macht das nichts; es gibt so viele da draußen; sei offen und neugierig für deine Mitmenschen, siehe Punkt1) aber nicht ungeduldig sein; so etwas ist anstrengend, für Frauen UND Männer; Leidenschaft & Liebe kommen zu dir, wenn du bereit bist.

10)-Halte dir ein Haustier, Pflanzen oder Garten! Oder alles zusammen. Hunde & Katzen haben eine positive Wirkung auf uns; auch auf Kinder, wenn du welche hast; ist am Ende eine Charakterfrage; ich bin eher ein Katzentyp; halte dir eine oder mehrere Pflanzen, am besten einen kleinen Garten; beschäftige dich mit der Natur und sei es im Kleinen; wir Menschen sind Teil der Natur und haben den Hang, den Kontakt mit ihr zu verlieren; Okönomen, generell alle Menschen aus der Wirtschaft sind am Gefährdetsten; ihnen geht oft das Verständnis abhanden, das Wirtschaftswachstum endlich ist; jeder Gärtner hat mehr Verständnis und EQ; Pflanzen helfen uns, geerdet zu bleiben; außerdem machen sie Freude.

Et voilà

 

Digitale Schizophrenie – Odyssee 2020 CW03

Heute morgen bin ich laufen gewesen. An sich mag ich es, weil es extrem anregend ist. Fast alle meine Ideen habe ich, wenn ich mich bewege und je mehr, desto besser. Im Grunde liegt es ja auch auf der Hand. Wenn man nur rumsitzt, wird halt alles zur Qual, wenn du dich mehr….naja, und so weiter. Zu meinem ausgedehnten Sonntags-Frühstück I’m Anschluss gesellte sich meine Zeitung und ich las einen Bericht über den raueren Umgang im Deutschen Bundestag, seit die AfD einzog.

Hm, komisch dachte ich, irgendwie wirkte der Bericht auf mich verstörend, nicht wegen der AfD, sondern wegen der Empörung, die sich zwischen den Zeilen in allen Farben ergoss. Demokratie braucht doch den Streit. Noch heute höre ich die Worte von Franz-Josef Strauß, der einmal sagte, ich zitiere „Rechts von der CSU befindet sich nur noch die Wand!“ und das meinte der Gute FJS bitter-ernst. Natürlich hatte er mit Helmut Schmidt ein mindestens ebenbürtiges Gegengewicht, aber Demokratie ohne Streit, ist keine!

Was das mit mir zu tun hat? Nun, ich liebe Demokratie und Freiheit. Was man dafür tun muss ist mir klar, dafür brauche ich weder den Staat, noch eine Partei, was nicht heißt, dass letztere nicht immens wichtig sind und genau DA, glaube ich, hapert es. Es macht einen GROSSEN Unterschied, wenn sich keine Partei mehr die großen Fragen stellt. Vermutlich strauchelt man schon bei der Identifizierung eben Solcher. Eine GROSSE zum Beispiel ist nicht, ob Parteien wie die AfD Platz im Deutschen Bundestag haben – sollte jemand die Frage stellen, gehört er sofort in die Grundschule vierte Klasse befördert, weil man in der fünften meist in Politik das Thema Demokratie bekommt.

Eine große Frage, zumindest für mich, ist, wie soll mein Land, meine Republik, meine Demokratie, unsere und meine Zukunft aussehen? Wie wollen wir leben und arbeiten? Heute, morgen, in 30 Jahren? Wenn in Deutschland im Jahre 2019, über 85% der Haushalte, unter 40.000€ Jahreseinkommen haben, und die übrigen 15% die Mittelschicht und Oberschicht repräsentieren, ohne über die Verteilung von Vermögen zu sprechen, dann muss man nicht Professor für Wirtschaftsethik sein, um zu erkennen, dass a) der Mittelstand ausstirbt und b) die Schere von Reichtum versus unterem Lebensstandard weiter und weiter auseinanderdriftet.

Was das mit Demokratie und Freiheit zu tun hat? Na, alles. Daraus leitet sich doch eine zentrale große Frage ab: Wenn der heutige Kapitalismus diesen Trend unterstützt, wollen wir das dann so lassen, oder ändern? Sagen wir mal in Deutschland, wenngleich sich diese Frage jedes Land in Europa, am Ende die ganze Welt stellen muss – doch lasst uns mal der Komplexität halber mit dem Eigenen Land anfangen, vielleicht sogar mit uns selbst – ist vermutlich volksnäher.

Unsere Wahrnehmung ist nämlich genauso selektiv und bruchstückhaft, wie alles an uns. Wir mögen nur nicht den Preis zahlen – Zechpreller sind wir in Wahrheit – vielleicht müssen wir erst einmal akzeptieren, dass die einzige Konstante unsere menschliche Gier ist, die Sucht nach höher, weiter und mehr – und nach Helden, nicht zu vergessen, die digitale Empörung, die einem beim Ansprechen von Selbigem auf allen Kanälen entgegenschlägt.

Aber Darüber wundern? Das sollten wir nicht! Es liegt ja vor unserer Nase, wir müssen nur hinschauen, wollen wir aber aus guten Gründen nicht. Stattdessen schauen wir in weite Ferne, wo das Elend groß ist und nicht schnell an unsere Tür klopfen kann.

Also, zurück zur großen Frage: Will ich, wollen wir das ändern? Und dabei ist die Antwort der wahrlich schwierige Teil, denn er offenbart, wie groß und tief die Heuchelei reicht. Ist sie rein oberflächlich, oder sind wir längst bis ins Mark von Komfort, Luxus und Dekadenz korrumpiert worden? Denn WENN wir das ändern wollten, müssen wir dementsprechend handeln,

Früher war es das natürliche Gebiet der SPD. Da die schon unter Gerd Schröder mit der Agenda 2010 nicht kapiert hat, dass sie sich ihr eigenes Grab dadurch schaufelt, weil ausgerechnet ein SPD-Kanzler mit Herrn Harz gemeinsame Sache machte, um der vermeintlich freundlichen Wirtschaft den Rücken zu stärken, während man heute, zwei Dekaden später zugeben muss, dass es das ganze Land noch weiter auseinandergetrieben hat, vorausgesetzt, man möchte das erkennen. Dass es dabei keinen Aufschrei gab, war für mich ein deutliches Zeichen, dass man in Deutschland, nach über 80 Jahren, mal wieder mit Allem durchkommen kann.

Deswegen ist es auch kein Wunder, dass es im Netz, in Zeitungen und auf Arbeitsplätzen, wo wir gleichen Menschen arbeiten, von Unzufriedenheit, Hass, Missgunst und Schizophrenie nur so wimmelt. Kein Wunder, dass wir früher oder später krank warden – und auch hier, wie vor unserem super-digitalen Fernsehprogramm,  ist die Auswahl an Krankheiten reichlich, wie man am Beispiel der stetig weiter-wachsenden Konsum-Schizophrenie erkennen kann.

Beispiel E-Fahrrad und E-Roller. Mittlerweile spricht die ganze Welt von Umweltschutz, weswegen sich aber die gleichen Leute diese elektrisch unterstützten Fortbewegungsmittel kaufen, erschließt sich mir nicht. Neulich sprach ich mit einem darüber. Mein Argument war, wenn du zu Fuß gehst, oder den Plattfuß an deinem alten Fahrrad heil machst, brauchst du dir beides nicht kaufen, womit du dem Planeten Müll ersparst und du gleichzeitig mehr für deine Gesundheit tust. Umweltschutz ist praktizierter KONSUM-Verzicht.

Als mein Gegenüber anfing davon zu reden, wieviel Kraftstoff er seitdem nicht mehr verbrennt, wo er jetzt mit Strom fährt, musste ich schmerzhaft erkennen, dass wir auch beim Thema Eigenverantwortung noch reichlich Raum nach oben haben. Spätestens, als ich meine Zeitung weiterblätterte und mir eine gewaltige Werbung ins Gesicht sprang, wo ein Bayrischer Premium-Automobilhersteller seinen 2,5 Tonnen schweren SUV mit Hybrid und Elektro-Antrieb anpries, bekam ich einen Lachanfall.

Wenn ich immer weiter mache, füttere ich die fette Hure Kapitalismus. Wenn ich sie doof finde, kann ich mein Verhalten ändern. Klar wird man mit zwei Rädern mal nass, aber wenn ich im Stadtzentrum täglich Probleme mit Parkplatz habe, wobei ich noch dazu ständig im Stau stehe und für meinen Parkplatz / Stellplatz 150€ im Monat zahle aber trotzdem nichts ändere?

Mein Lieblingsthema Pflanzenschutzmittel, ich weiß nicht mal, was das sein soll, weil es ja andere Pflanzen tötet und nicht schützt. Faschismus, oder noch passender müsste man es einen Genozid nennen, wenn ich eine Sorte ausrotte, um eine andere zu schützen, oder zu stärken, damit sie groß und….mein Gott, damit wird einem ja schlecht…!

Wohin man auch sieht – Schizophrenie. Als man das Planzen-Genozid-Mittel von Monsanto letztendlich doch freigab, konnte ich mir nicht verkneifen zu denken, ein wenig zynisch auf die Erklärung hierfür zu warten. Ich glaube es war die Landwirtschaftsministerin, oder irgendein Regierungsvertreter, gemeinsam mit den Vertretern der Landwirtschaft, die erklärten, dass die Ernten sonst schwächer ausfallen würden….! Hat man noch Töne?

Natürlich tun sie das, deswegen nennt sich die Natur auch Natur, weil alles an ihr natürlich ist. Wenn die Landwirtschaft mit geringeren Erträgen nicht leben kann, ist das System falsch, weil ein System, in dem man das Spritzen der eigenen Ländereien in Kauf nimmt, um diese von Gift begossenen Lebensmittel zu essen, nicht ganz bei Trost sein kann. Überdüngung muss aufhören, sowie das Spritzen von Gift. Wie sollen die 85% der Deutschen sich gesund ernähren, wenn alles was sich Bio nennt, nur von den oberen 15% bezahlbar ist?

Wir haben so viele fundamentale große Themen vor der Brust, dass man wirklich nur noch nachschenken kann, im Ernst! Stattdessen wird über die AfD geschrieben. Sie ist doch auch nur ein Ergebnis von mangelnder lebendiger Demokratie im tausendjährigen Angela-Merkel-Reich. Wut, Energie, Wasser und Strom sucht sich immer seinen Weg und findet ihn auch. Solange wir das Potential jedes einzelnen Bürgers, jedes Individuum nicht nutzen, wird der Lebensstil der oberen 15% durch die Unzufriedenheit der Schlechtbehandelten und Schlechtbezahlten bedroht – und das zu Recht!

Wirklich fremdschämen kann man sich deswegen nur gegenüber jenen, die sich immer wieder aufs Neue wundern. Über die Flüchtlinge, über den Trump, über den bösen Putin, die vielen Chinesen und Inder und überhaupt, warum kann nicht einfach alles so schön gemütlich und heimelig bleiben, wie es mal war? Wieso nicht?

Das, liebe Genossin und Genossen, sollten wir bei einem Glas Wein besprechen, ach was sage ich, ein Glas, eine ganze Flasche, mindestens – sonst gehen wir uns nämlich schlussendlich noch an den Kragen und das wollen wir doch nicht, nicht wahr? Wir wollen, dass alles so schön kuschelig und überschaubar bleibt, wie wir es früher so liebten, mit Modelleisenbahn, Kneipe im Keller, Landschaftstapeten und Schlagern von Roland Kaiser und Wolfgang Petry – Prost !

 

Bald zu Ende, die Odyssee 2019 – CW46

Woche im Gulag. Aufstehen, Frühstücken, Schreiben, Schreiben, Schreiben, Abendbrot, Schlafen. Wieder von vorne. Eine Woche lang. Habe angefangen, ein paar Augenübungen zu machen. Glotze zuviel stumpf gerade aus. Hilft gewaltig. Kann ich jedem empfehlen. „Wladimir Zhdanov – Sehen ohne Brille“ einfach mal bei Youtube suchen & anschauen. Komms‘t aus dem Staunen nicht raus. Man fragt sich halt immer öfter, ob es nicht noch mehr Dinge gibt, wo man mit alternativen Behandlungs-Methoden eventuell preiswertere und bessere Ergebnisse erzielt, als mit der herkömmlichen, limitierten Newtonschen Betrachtungsweise, des Ärzte-Wesens. Habe da so meine Zweifel. Muss jeder für sich selbst entscheiden. Zum Gluck!

Am Ende ist’s oft eher Religion, als Faktenbasiert. Wir beeinflussen die Ergebnisse, mit unseren Erwartungen, sind quasi blind für alles, was davon abweicht. Das geht so weit, dass wir Dinge, die in der realen Welt vor unseren Augen passieren, von uns selbst nicht wahrgenommen werden – umgekehrt natürlich genauso. Spreche hier durchaus aus eigenen Erfahrungen.

Komme gut mit dem dritten Buch voran. Muss mich jedoch unbedingt mit dem Cover auseinandersetzen. Habe mich da noch nicht festgelegt. Auch die Übersetzung vom Zweiten ins Französische kommt langsam, aber stetig weiter. Was in der Welt da draußen von sich geht, entzieht sich allerdings mehr und mehr meinem Interesse.

Nicht, dass ich es nicht kapiere. Nichts leichter als das. Ich bin Utopist. Nahezu alles kapiere ich, was halbwegs schräg und naiv klingt oder ist. Aber der nahezu genetisch vorbestimmte Rechtsruck hin zum Konservativen, scheint uns Menschen irgendwie in die Wiege gelegt zu sein. Haben so viele so viel Angst vor Verantwortung, dem eigenen Leben gegenüber? Brauchen soviele jemanden, der ihnen die Entscheidungen & Verantwortung abnimmt?

Hab das mal ausgerechnet. 6000 Jahre, sind so um und bei 2,2 Millionen Tage. Klingt gar nicht so viel, wie ich finde, bezogen aufs Alter der Erde. So lange, wiederholt sich jetzt schon das Aufkommen und Untergehen von Imperien, Königreichen und Nationen. Vom alten Sumer bis heute, mas-o-menos. Immer schon gab es den Aufschwung, in Richtung liberaler Öffnung, Selbstbestimmtheit und Freiheit und den Abschwung, Richtung Monarchie bis hin zu Diktatur. Stalin und Franco sind altersbedingt verschieden. Ist gar nicht so lange her, wenn wir an die 2,2Millionen Tage denken.

Dennoch ändert das nichts daran, dass ich jeden Morgen mit dem gleichen Eifer, der gleichen Hoffnung und dem gleichen Zorn erwache, dass wieder ein paar Menschen mehr wach werden und etwas ändern wollen. Mag blauäugig und idealistisch klingen, vielleicht. Definitiv jedoch nicht gleichgültig. Nichts, aber auch gar nichts ist mir egal. Wir müssen uns unsere Schauplätze lediglich gut überlegt aussuchen. Dann klappt es auch mit Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit.