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Müßiggang und Waldbrände – Odyssee 2021 CW31

08.August – Letzte Nacht habe ich viel geträumt. Ich war auf einer Art Flughafen. Menschen kamen und gingen, mit und ohne Trolleys. Ein paar Gesichter aus meiner Vergangenheit erkannte ich. Irgendwie war das ganze überdacht und ziemlich groß. Überall standen kleine Stände verstreut herum; überwiegend Frauen boten dort verschiedenste Waren an, ähnlich jenen, die einem auf dem Flughafen von Palma Kreditkarten andrehen.

Mein Gedächtnispalast hat da vermutlich ein paar neue Puzzleteile hinzugefügt und das ganze bei kleiner Flamme gegart, bis diese Film rauskam. Interessanterweise war ich nicht nur Beobachter, sondern selber auf reisen. Mein Rucksack sprach Bände. Nur wohin, wusste ich im Traum nicht; ich kam nicht bis zum Gate. Vielleicht beim nächsten Mal; oder auch nicht – wer weiß das schon. Muss man immer Ziele haben, oder wissen, wohin man will?

Eben – finde ich auch!

Vielleicht hat das Ganze weniger Tiefgründigkeit, als ich wahrhaben will. Oft ist das Leben ja einfacher, als man denkt. Der Traum könnte mit meiner anstehenden Entscheidung zusammenhängen – soll ich, oder soll ich nicht – in elf Tagen nach Hellas fliegen, trotz der vielen Brände, die den Hellenenbund in Angst und Schrecken versetzen?

Flüge habe ich nämlich schon, nur wenn es stimmt, dass dort dutzende Walbrände Leben, sowie Hab und Gut tausender Griechen bedrohen, wie übrigens auch in der Türkei, dann erklärt sich mein Traum als ausgesprochen pragmatisch und nicht spirituell-esoterisch.

Allerdings hat unser Dorfdruide mich gleich heute Morgen beim Frühstück darüber aufgeklärt, dass alle Brände von Menschenhand gelegt wurden, besonders die, in der Türkei. Dort haben unterdrückte Kurden ein Zeichen setzen wollen. In Griechenland waren es unzufriedene Bürger, um der Mitsotakis Regierung zu zeigen, dass sie mit der Politik nicht einverstanden sind.

Auch hat unser Dorfdruide verkündet, dass es nicht genügend Löschflugzeuge in Hellas gibt, weil die Fördergelder, um neue zu kaufen und vorhandene zu warten, auf dem Weg dahin versickert sind, so wie immer, weil sich seinem Vortrag nach lauschend, jeder sich dort nach wie vor die eigenen Taschen füllt, bis am Ende nichts übrig bleibt, um die ursprüngliche Sache umzusetzen. Klingt plausibel.

Unser Druide erinnet mich an die weise Müllhalde bei den Fraggles.

Ob er das Wissen aus Knochen, oder schlicht, wie wir alle, im dem Internet gelesen hat, weiß ich nicht. Fakt ist, dass er auf alles eine Antwort hat – UND – viel wichtiger, jedem einen Vortrag zu allem Menschenmöglichen geben kann, inklusive buntem Strauß Lebens- und Ernährungs-Ratschlägen.

Sein Register ist so breit, dass er mich schlicht demütig zum Schweigen bringt. Egal ob Ernährung, Politik, Wirtschaft, Medizin, Gesundheit: Einfach alles weiß er, oder hat zumindest eine ziemlich weise Antwort parat. Ganz im Gegensatz zu mir.

Ich weiß kaum was.

Oft beschleichen mich Ahnungen und Vermutungen. Doch wahres Wissen macht immer einen Bogen um mich. Ich vermute, es liegt an meiner Neugier. Sie ist kaum zu befriedigen. Viellicht nistet sich Wissen deswegen ungerne bei mir ein. Denn ob die Brände von Menschenhand gelegt, oder selbst entzündet wurden, ändert nichts an den verheerenden Schäden und dem Verlust der Menschenleben.

Auch habe ich Zweifel, dass alle Feuer das Werk menschlicher Unzufriedenheit sind. Vielleicht hat man den heißen Wind aus Afrika unterschätzt und hat tatsächlich ein paar gelegt, um bedrohlich zu sein und der unterschätzte Wind hat dann die Wirkung vervielfacht.

Denn vielleicht kann der moderne Grieche weniger Hitze ab, als seine antiken Vorfahren, weswegen er auf solche merkwürdigen Ideen mitten im glühend-heißen Sommer kommt. Vielleicht ist aber auch alles ganz anders, wer weiß das schon?

Ich jedenfalls nicht.

Gleichzeitig schaltet man in Frankreich einen weiteren Gang hoch, um die Demokratie vollständig zu begraben, wie unser Dorfdruide beim dritten Cortado hinten an schob, den er mit einem extra gereichten Grappa, in einen Carachilio verwandelte. So hochwertig erweckte Lebensgeiste lassen Superkräfte entstehen, weswegen er weitere Weisheiten, aus seiner pandorischen Glaskugel mit uns teilte.

Ab morgen muss man in La France Impfpässe mit sich führen, um Supermärkte und andere öffentlich zugängliche Geschäfte und Institutionen zu betreten. Natürlich darf man dann auch nur noch mit Impfpass fliegen und per Zug und Bus reisen.

Was machen dann alle die Mitbürger, die keine Smartphones haben, wie zum Beispiel die Älteren unter uns, und sich somit keine digitale App runterladen können? Müssen die dann in Zukunft analoge Exemplare mit sich führen, wenn sie einkaufen wollen? Was ist, wenn manche sich nicht impfen lassen wollen?

Können die dann nur noch online einkaufen?

Was aber, wenn man WEDER Internet, noch Smartphone hat und NICHT geimpft ist und daran nichts ändern will? Ist man dann Bürger zweiter Klasse? Muss man das volle Bürgerrecht dann neu erwerben, zum Beispiel mit gemeinnütziger Arbeit, oder beim Ausüben von besonderen Arbeiten, unter schwierigen Bedingungen?

In Deutschland zum Beispiel, war man während und nach dem Dritten Reich ja seiner Zeit weit voraus. Man verdiente sogar gut. Vielleicht macht das Beispiel der IG-Farben europäische Runde, wäre das nicht auch eine Form von Fortschritt?

Die Straße zu unserem kleinen Dorf zum Beispiel, wurde während der Franco-Zeit von Kriegsgefangen gebaut. Und der reichlich gedeckte Tisch, französischer Sozial-Incentives, während und nach dem Algerienkrieg, biegt sich ja bis heute so mächtig durch, dass man sich wundert, warum er nicht schlicht und ergreifend bricht.

Man könnte den Eindruck bekommen, dass jedes EU-Land seine eigene Form der IG-Farben gefunden hat. Wäre es mit diesem gewaltigen Erfahrungsschatz nicht an der Zeit, Europa endlich neu zu gestalten?

Genau das ist der Plan – sagt unser Dorfdruide.

Man muss vielleicht nicht gleich so gründlich vorgehen, wie es die damalige Großzügigkeit der IG Farben AG erlaubte, dass man privat-finanzierte KZ’s baut, um günstige Arbeitskräfte zu beschaffen – Ghettos, mit gesicherten Wohnheimen reichen heute völlig aus, denke ich.

Denn mit Fernsehen – Gott sei‘s gedankt – Zigaretten, ausreichend Alkohol und einem erzwungenen Gesundheitssystem kann man der digitalisierten Arbeitsbiene auf der einen Seite genug Zerstreuung bieten, um Zufriedenheit zu erhalten – UND – auf der anderen, das Risiko von Ausfällen durch Widerstand, Krankheit oder gar mangelnder Leistung minimieren.

Heute ist man sich selbst der beste Gutsherr!

Moderner Effizienz- und Lebensgestaltung sei Dank. Man muss heute keine Konzentrationslager mehr bauen; ein paar Siedlungen ähnlich Gebildeter und Gesinnter langen völlig aus, um die wöchentlichen vierzig bis fünfzig Stunden (Arbeit, inklusive An-Abfahrt) ertragbar zu machen.

Und das alles unter dem Deckmantel von Gesundheit und Sicherheit – ist das nicht prima? Heute ist jeder behütet und geschützt, dass er sein Leben in Frieden und Ruhe leben kann, solange er die Marktwirtschaft weiterhin unendlich lang ankurbelt, bis Selbige bricht, oder die Natur sie ihm aus der Hand nimmt.

Jedenfalls doziert das unser Dorfdruide.

Ob das alles stimmt? Keine Ahnung. Die oben erwähnten Waldbände gibt es; vermutlich werde ich wirklich deswegen nicht meine Hellenen besuchen; die verschärften Maßnahmen in Frankreich gibt es ebenfalls; ob ich deswegen wieder Schwierigkeiten bei der Einreise bekomme, weiß ich noch nicht.

Aber alle Internet-Propheten sind sich einig, dass sich jeder selber schlau machen soll. In diesem Punkt bin ich mit ihnen einig. Doch das gilt, seit es die Menschheit gibt und nicht erst, seit man es uns sagt. Was das alles für mich bedeutet?

Keine Ahnung.

Ich rauche jetzt zwei bis drei Joints pro Tag und überlege, ob ich nicht selber Marihuana anbaue. Mir erscheint gärtnern mit diesen Pflanzen sinnvoller, als im Internet zu surfen. Und wahrscheinlich werde ich mein Hellas-Urlaub in den Herbst verschoben. Der breiten Unzufriedenheit bei Kurden und Griechen wirkt das wahrscheinlich nicht entgegen.

Aber was soll ich machen?

Der eigene Wirkradius scheint sich – trotz Digitalisierung – nicht vergrößert zu haben; unser Dorfdruide behauptet sogar das Gegenteil. Wegen ihr hätten sich die Menschen von der Natur entfernt. An dem Punkt ist etwas dran, auch wenn ich das natürlich nicht beweisen kann. Es ist eher mein Bauch, der mir sagt – klingt ganz vernünftig. Ob es deswegen richtig, oder gar wahr ist, kann ich nicht sagen – findet es heraus. Ich bin noch dabei.

Ob ich mir wegen den schweren Themen mein Leben versauern lasse? Nicht die Bohne! Kommt überhaupt nicht in Frage. Es bleibt, trotz dem nahen Ende, dank menschgemachter Klimakrise, trotzdem erlaubt, das Leben zu genießen und sich des Selbigen zu erfreuen. Gute Weine, tolle Menschen und schöne Bücher helfen dabei ungemein – wenn ich darüber nachdenke, hat das schon mein Großvater immer gesagt.

Rede ich jetzt etwa schon wie Opa?

Oder galt diese Lebensweisheit vielleicht auch schon immer, seit Menschheitsgedenken? Keine Ahnung, ist mir auch egal, denn ich werde nicht den Fehler begehen, das Gegenteil meiner Eltern und Großeltern tun, nur weil sie es propagierten; dann würden wir Menschen uns ja nie weiterentwickeln, wenn wir jedes alte vorhandene Wissen ausklammern, nur weil es von Alten kommt; wie dumm wäre das denn?

Eben – ziemlich!

Interview Marine Le Pen – Odyssee 2021 CW20

23.Mai – 2021, ganz Europa ist von der Demokratie besetzt. Doch halt, nicht ganz Europa: Nur die Bewohner alter ideologischer Gedanken-Dörfer jagen immer noch Wildschweine, grölen Volkslieder und gehen keiner Keilerei aus dem Wege.

Wachsender Unmut gegenüber einer viel zu langanhaltenden 75 Jahre alten Friedenszeit, sowie die beschleunigte Globalisierung, die alle geliebten Heimat-Dörfer ins Chaos zu stürzen droht, lassen selbst stark behaarte Männerwaden in der guten Stube schlottern, das sich die gelangweilten Bewohner dieser sauberen und reinen Volkstümlichkeit, besonders nach dem hastigen Genuss von ein paar Krügen Bier, immer lauter nach eisernen Fäusten sehnen.

Doch wieso?

Konnten die Menschen etwa mit Komfort und Frieden nicht, etwa gar noch nie umgehen? War Langeweile am Ende der Grund, warum wir die über unseren Zaun gewachsenen Apfelbaum-Äste des Nachbarn abschnitten, oder sonst anderswie Streit vom Zaun brachen?

D wusste es nicht, weswegen er sich entschloss, zumindest einen dieser Vertreter zu interviewen, idealerweise jemanden, aus einem anderen Garten Eden:

Marine Le Pen.

Doch wie bereitet man sich am Besten darauf vor? Auch dies wusste D nicht und überzeugte Marines Pressesprecherin davon, dass es ihm nicht darum ging, ein provokantes Bild von Marine darzustellen, sondern, dass es in erster Linie ein privates Gespräch sein sollte. Schnell verabredeten sie einen Video-Call.

D: Liebe Marine – schön, dass es so schnell geklappt hat, ich darf dich duzen, oder?

M: Naja ausnahmsweise, weil es sich um ein privates Interrview handelt; würden wir einen formellen Rahmen haben, dann…

D: Freut mich. Also, wie geht es meiner Lieblingsnachbarin…? Liegst du im Sterben, oder in den Wehen…?“

M: Wie bitte…?

D: La France, mein Frankreich, Frankenland, Fronkraisch…du erinnerst dich…?

M: Okay, also ohne waming-up, waum nicht; also ab in den Ring…“

D: Nein, nein, wir können gerne erst einen Ice-breaker…

M: Mein Eis ist längst gebrochen…los, komm schon rein mit dir in den Ring…traust dich wohl nicht, oder…? (Marine macht ein paar Boxbewegungen vor der Kamera, wie beim Sparring…)

D: Hat Papa dich so werden lassen? Als ehemaliger Fremdenlegionär hat er dich bestimmt wie einen Jungen hart rangenommen und dich wie einen erzogen, so mit im Stehen Pinkeln und so…

M: Keine Witze über meinen Vater; er hat zwar wirklich einige merkwürdig Ansichten und ist aufgrund seines Alters ein wenig mental deformiert, aber er ist und bleibt mein Vater…(Marine fährt mit leichten Boxbewegungen fort, denen D auf der anderen Seite der Kamera gespielt ausweicht)

D: War es schwer ihn aus der Partei auszuschließen, immerhin war es sein Baby..

M: Na klar! Blöde Frage……

D: Echt wahr, dass ihr in Frankreich nicht blickt, das „Vive La France, vive La Republique“ das Gleiche ist wie „America First“, nur das es eleganter klingt…?

M: Natürlich ist das was Anderes…wir sind Frankreich und nicht…

D: Du meinst eure Kultur, Bildung und keine verlorenen Weltkriege, so wie in Deutschland, machen euch zu einer nobleren Nation…?

M: Nein, aber unsere eigenen Maßstäbe als Leitkultur für Einwanderer zu sehen, lässt zumindest mehr Ordnung im eigenen Haus entstehen…

D: Aber ist Frankeich nicht genauso wie Deutschland eine Nation, die von Zuwanderung profitiert, sie geradezu braucht…?

M: Wenn ihr in Deutschland nicht sagt, was alle denken, nämlich, dass Zuwanderer zumindest eure Kultur und Sprache annehmen müssen, um Teil eures Landes zu werden, dann ist das nicht mein Problem…

D: Klingt nicht sehr europäisch…

M: Natürlich nicht, zuerst denkt jeder an sich…

D: Sag ich ja, Frankreich first…

M: Gilt doch für jeden Menschen…wenn ihr in Deutschland eure Atomkraftwerke abschaltete, dann hindert es uns ja nicht, mehr zu bauen…jeder nach seiner Facon…

D: Was unterscheidet dich denn von Manu…?

M: Mit mir wird es kein Geschunkel mit dem Islam geben! Ich setzte mich voll für das Verschleierungsverbot…

D: Gibt es wirklich nichts Wichtigeres in Frankreich, als Religions-Mode…?

M: Es ist ein wichtiges Symbol…wir müssen…

D: Was unterscheidet dich denn jetzt konkret von Manu…?

M: Ich will, dass Frankreich auch in Zukunft Frankreich…

D: Also wie in Bayen „Mir san mir“..?

M: Wie bitte…?

D: Und Manu will all das nicht…?

M: Er ist doch der Grund, warum La France so schlecht dasteht und im Chaos versinkt…

D: Manu? Der ist doch erst in paar Jahre da…ich dachte, er ist für Erneuerung…

M: Schau dir mal dieses Chaos in unserem schönen Land an…überall Gewalt und Korruption.

D: Wo habt ihr denn Chaos…Vielfalt sieht so aus….Europa nennt sich das…hast du Angst vor Liberté und Diversité?

M: Überall herrscht Unmut und Verzweiflung…in den Banlieus brennen die Straßen…

D: Aber die Banlieus hat doch deine Klasse, die Bourgeoise selber gegründet….Zuwanderer schön raus aus den Stadtzentren, kennt man doch….unter sich bleiben uns so….und jetzt beschwert ihr euch? Ist ein Witz oder…? Und wo du Korruption ansprichst…hast du deinem Freund nicht einen gutbezahlten Posten in der eigenen Partei beschafft? Musstest du nicht erst Letztens veruntreutes Geld zurückzahlen…?

M: Dafür bin ich nicht verantwortlich…..für so etwas hab ich….

D: Noch einmal: Was unterscheidet dich von Manu…? Bis jetzt hast du das noch nicht benennen können, außer, dass Frankreich schön und französisch bleiben soll…das gilt vermutlich auch für Macron….

M: Er hat zu verantworten, das Frankeich verwahrlost…

D: Wie bitte? Also, lass uns jetzt mal Tacheles reden: In der EU willst du bleiben, weil sie sich, ich zitiere „ An euch angenähert hat“ – echt wahr, dass du das so siehst? Klingt ein bisschen größenwahnsinnig, meinst du nicht? Alleine schon Gravitationstechnisch ist leicht zu erkennen, dass du..

M: Wir können innerhalb der EU mehr bewirken als…

D: Schon kapiert, du hast die Platte gewechselt…also: In der EU bleiben, auch den Euro behalten…nur die Gartenzwerge, die sollen in Frankreich geschnitzt werden, vermutlich von glücklichen französischen Dreifachmüttern, die mit der Bibel unterm Kopfkissen ihren Partner glücklich machen…

M: …natürlich haben Frauen die gleichen Rechte wie…

D:….der natürlich ein Vorzeigeprodukt der Republik ist, idealerweise mit Abschluss von einer Grand Ècole…aber was ist mit den anderen 95% des Volkes, die nicht von der Uni kommen…heute gibt es ja nur Universitätsabsolventen und die anderen…..wäre es nicht an der Zeit, sich hier etwas beim Nachbarn abzuschauen?

M: Mir gefällt nicht, wie du über mein Land sprichst ….bist du Freund, oder…

D: Entspann dich mal, ma chère…du musst nicht gleich wie der Biden Vorgänger reden…

M: Es gibt nun einmal wenig, in dem Franzosen nicht führend…

D: Merkst du das eigentlich? Ihr müsst mit eurem selbstverliebten Werbejingles aufhören…das nervt…genießt das Leben, seit glücklich und zufrieden mit euch, aber posaunt es nicht ständig rum…Bescheidenheit…verstehst du? Ihr könnt doch Diskretion…

M: Man muss nicht schüchtern sein, wenn man erfolgreich ist…

D: Okay, also, ich halte dann fest, korrigiere mich gerne: Du bist für die EU…

M: Ich sagte, ich bin für den Erhalt und unsere Mitgliedschaft…

D: Sei nicht so pingelig – also, du bist für die EU, für den EURO, ja ich weiß, du bist nicht explizit dafür, aber auch nicht dagegen, einverstanden; was noch? Ach ja, du bist für Atomkraft, obwohl ihr wie Deutschland kein Endlager habt, willst aber auch keine Windenergie…also Bio und Öko schon, aber mit Atomkraft….und Frankreich den Franzosen…

M: Irgendwie klingst du nicht seriös, wie du meine Sicht widergibst, es klingt so, als würdest du meine Ansichten nicht ernst nehmen…

D: Deine Wahrnehmung trügt nicht…

M: Das ist eine Unverfrorenheit…

D: Möchtest du wissen warum…?

M: Eigentlich nicht…

D: Ganz genau das ist der Grund…

M: Wie bitte? Ich sage doch…

D: Ganz genau! Du bist an einer fremden Sicht, die eventuell nicht deine ist, gar nicht interessiert; du bist ein Narziss, der sich im Spiegel betrachtet – kritische Töne? Fehlanzeige, noch dazu ist dein Programm kaum anders als das vom Manu, außer…

M: Okay, bleibt das Bitte unter uns…?

D: Was…?

M: Wie gut kennst du uns…?

D: Ich würde meinen, ein wenig…

M: Tatsächlich? Mutig von dir…

D: Was wolltest du mir anvertrauen…du batst darum, das etwas unter uns…

M: Wir haben eine reelle Chance an die Macht zu kommen; die Medien geben uns Rückenwind…noch nie war sie so greifbar nah…Franzosen, alle Mittelmeerländer, im Grunde alle Südeuropäer lieben Helden…ich muss einen Krieg gegen Manu führen, weil ich mich kaum hinstellen und sagen kann, dass es wenig Unterschiede gibt und das wir im Grunde zusammenarbeiten sollten, um Frankreich in die Zukunft zu führen….das klingt nicht sexy…auch interssiert sich niemand für so eine kollaborative Zukunft, was meinst du warum Menschen Rugby und Fußball schauen? Mnschen lieben Sieger, die Hlden, die hoch zu Ross stolz durch das Schlachtfeld reiten….solange es Apéro und gutes Essen gibt..

D: Die Flasche ist alle, wollen wir bei weiß bleiben, oder zu Rot wechseln…?

M: Wie wäre es mit Rosé…?

D: Einverstanden….gute Idee….ich höre dir zu…

M: Wir Franzosen sind eigentlich recht genügsam, solange es ein wenig „Amou fou“, gute Weine und unsere weltberühmte Cuisine…

D: Jetzt fängst du schon wieder mit diesem Werbejingle an….was soll ich für mich behalten…?

M: Santé…

D: Santé…

M: Wir brauchen das barocke Drama in der Politik, die Sentimentalität…und zwischen den Wahlen geht alles seinen üblichen sozialistischen Gang…erwartet keine Revolutionen von uns…denn uns geht es gut genug….keiner will groß etwas ändern,….wir tun nur so als ob, verstehst du das? Nur kann ich das keinem sagen, schon gar nicht als Chefin des AF, der seit Gründung zum Elysee-Palast schielt…verstehst du?

D: Na klar…also bleibt es dabei was ich bereits gesagt habe…

M: Was..?

D: Das es in Wahrheit keinen Unterschied macht, wer von euch beiden an der Macht sitzt…

M: Natürlich ist das wurscht…es wäre nur unterhaltsamer, wenn ich dran käme, weil…

D: Schon kapiert, Frau und so….hast du nicht Angst, dass du dich in etwas Ähnliches verwandelst, wie Kurz in Österreich oder Trump oder all die anderen Alpha-Schwachköpfe…? Wir können euch Heinis nicht mehr gebrauchen…die jungen Generationen noch weniger….die kriegst du nicht motiviert, dich zu wählen…überleg dir also gut, ob du wirklich Präsidentin werden willst….mehr Zeit für dein Leben hast du, wenn ihr Opposition bleibt….

M: Das stimmt wohl, aber versuchen müssen wir es…

D: Verstehe ich…

Pressesprecherin: So, die Zeit ist um…

D: Danke für das Gespräch…

M: Avc Plaisir…

Tatsächlich saß man noch länger zusammen und leerte am Schluss vier Flaschen – auch die Pressesprecherin setzte sich dann dazu und trank mit…

PS: Anm.d.Redaktion: Natürlich hat ein solches Gespräch nie stattgefunden – es ist aber zu empfehlen, das wirklich stattgefundene Interview mit der Zeit-Redaktion zu lesen, weil dies fiktive Interview zwar an einigen Stellen als überzeichnet aufgefasst werden könnte und es um so mehr jeden überraschen dürfte, das die Wirklichkeit manchmal noch viel beeindruckender sein kann….was nichts daran ändert, dass es vermutlich wirklich egal ist, wer in La France an der Macht ist.

Es wird viele Jahre, gar Jahrzehnte dauern, bis man fair hergestelltes Foie Gras und all die vielen anderen leckeren Schweinereien abschafft….….lediglich die Tatsache, dass der französische Präsident der einzige demokratische Leader der Welt ist, der per Einzelentscheidung einen Krieg beginnen darf….das lässt die Redaktion immer wieder nachdenklich di Stirn runzeln…hier regen wir unsere Freunde in Frankreich an, Änderungen in ihre Verfassung einzubringen…

…frohe Pfingsten!

Tango Skala – Odyssee 2021 CW04

31.Januar – Aus einem unerklärlichen Grund wachte D ganz ohne Verzweiflung auf. Widererwarten befand er sich noch im gleichen Körper wie gestern. Wenn D ehrlich blieb, müsste er eingestehen, dass in den letzten Tagen nichts Außergewöhnliches geschehen war. Immer noch schien D in seinem gleichen ICH mit ein und demselben Körper zu leben. Selbst als er sich auf die Seite drehte und hier und dort kratzte und anfasste, gab es keine Überraschungen: Alles schien beim Alten zu sein.

Merkwürdig.

Irgendwie blieb das Leben seit einiger Zeit unglaublich unaufgeregt, wie der wahrhaftig ruhig dahinfließende Fluss. Langsam stand D auf und schlurfte zum ungefähr 6 – 7000endsten Mal in eine Küche, um zuerst aus einem der üblichen, ganz genau, Küchen-Fenster zu blicken, die sich ebenfalls in den vielen Jahren ansammelten, um sich in Ruhe einen Kaffee zu kochen.

Essen und denken war für D erst hinterher möglich.

„Man entwickelt seine Rituale, dachte er..:“ Macken nannten es Freunde und Freundinnen, die ihn während dieser 6-7000 Tage begleiteten, wenngleich das an dieser Stelle nicht wie das Betreuen von Pflegern/innen oder Krankenschwestern gemeint ist, sondern als das wahrhaftige gemeinsame Dahintraben durch den Dschungel des Lebens.

Schwingungen, Symmetrien, Balancen und Vibrationen – eine Fülle von Worte hatte D in seinem Werkzeugkasten der Sprache über die Jahre angesammelt, die er immer noch mit Freude herausholte, um Mitmenschen und sich den Tag zu verschönern, wenn es darum ging zwischenmenschliche Beziehungen zu be- oder umschreiben, die er lustigerweise immer nur dann fand, wenn er sie eben nicht – suchte.

Von außen betrachtet hatte sein Optimismus scheinbar die gleiche Anzahl Leben, wie ein ganzes Katzenrudel. Denn gemessen an den Erwartungen seiner Mitmenschen hatte D eine ungewöhnliche Art entwickelt, das Leben als Solches, wie er es nannte, zu beobachten, während er selber mitten drin stand.

Aus D’s Sicht sei das nämlich die größte Unverfrorenheit der Menschen, sich selbst und das eigene Leben als Solches, als zu wichtig zu nehmen, wobei das Wort „ZU“ hier einen schon mächtig in die Irre führte, setzte es voraus, dass es eine gewisse „Minimum-Wichtigkeit“ für Menschen gab.

Eine Art Standard-Wichtigkeit, als kleinste Maßeinheit.

Eines Tages hatte D sich hingesetzt, um das allgemeingültige Maß von „Wichtigkeit“ zu definieren. Wie immer näherte er sich der Sache von verschiedenen Seiten an, ähnlich wie einst bei der Erfassung der Welt, der Sonne und der Galaxis, was er ganz erfolgreich beschrieben hatte und als Comic auf zwei öffentlich zugängliche Toiletten in Deutschland und Frankreich zeichnete, um etwas in der Ewigkeit der Zeit zu hinterlassen.

Als D den ersten Schluck Kaffee trank, erinnerte er sich lebhaft daran, als wäre es jetzt:

„Was ist das Wichtigste für Pflanzen und Tiere, einschließlich der Menschen auf der Erde, wenn wir voraussetzen, dass es Kontinente gibt, auf denen eben Erwähnte wachsen und leben können? Sagen wir Sonne, Luft und Wasser?

Okay!

Wenn also eines von dreien ausbleibt, ist der Ofen offensichtlich aus; egal ob Mammutbäume, oder Moos, Einzeller oder Elefanten – ethisch korrekt müsste man fairerweise vermutlich alle als gleich wichtig, als Teil der Natur einstufen.

Und Menschen?

Nehmen wir Frankreich: Wenn wir Emmanuel Macron als wichtigsten Franzose nennen, dann könnte man sagen, dass alle Landstreicher, die keinerlei Funktion oder Beitrag in der fünften Republik leisten / haben, zumindest bei erstem oberflächlichem Blick bei der Wichtigkeit am Geringsten einzuschätzen sind – vorausgesetzt, wir beschränken uns darauf und lassen Merkwürdiges wie Menschenrechte außen vor.

„Also, auf der neu-eingeführten Tango-Skala von sagen wir – eins, der Obdachlose bis hundert Sonne, Luft und Wasser, müsste sich alles andere abspielen; da Menschen ein Evolutionsprodukt der Natur sind, hat die Natur zwangsläufig eine höhere Wichtigkeit und muss damit direkt hinter Sonne, Luft und Wasser rangieren.

Sollten wir also die Natur als Ganzes mit 99 bewerten, um unserer oben ausgeführten Aussage gerecht zu werden, müssten wir alle Menschen, außer den Landstreichern, auf den Plätzen 2 bis 98 finden, oder gibt es etwas, was wichtiger als Emmanuel Macron, aber weder Mensch noch Natur ist?

Wie ist mit Lebensmitteln?

Ohne sie gibt es keine Menschen. Also müssten all diejenigen, die Lebensmittel herstellen, eine höhere Wichtigkeit haben, als Manu Macron, oder nicht? Vermutlich, aber dann wäre Manu nicht mehr der wichtigste Mensch Frankreichs; vielleicht sollten wir dann die Natur als Ganzes nicht mit Nummer 99 versehen, sondern brechen sie weiter herunter?“

Es ging noch eine Weil hin und her.

Schnell merkte D, dass er seine neu geschaffene Tango-Skala nicht so schnell am Start stand, wie erhofft; immerhin war er soweit, dass er sich selbst bei den Obdachlosen einstufte wenn man davon ausging, dass jene das untere Ende ausmachten.

Vorerst konnte D gut damit leben, dass er mit dem Skalen-Wert „EINS“ immerhin eine Form von Wichtigkeit erhielt, wenngleich er mit dem Verhältnis 1:100 zu Sonne, Luft und Wasser nicht einverstanden war; die drei konnten unmöglich nur 100-fach wichtiger sein.

Und wie war das mit Nationen wie Frankreich? Sie blieben eine Konstruktion. nicht die leiseste Ahnung hatte die Natur von diesem Schmarn, den Menschen dort veranstalteten.

„Wenn wir also die Natur weiter runterbrechen, dann muss sie auch über einzelnen Staaten stehen, was bedeutet, dass alle Menschen gleich mit dem Landstreicher auf Wichtigkeitsstufe 1 stehen; wenn also alle Menschen auf Level eins sind und die Natur die gesamte Skala von 2 bis 99 besetzt, dann müssen wir das Wort „wichtig“, im Zusammenhang mit allen Menschen der Erde, die ihr Leben in der Natur, auf dem Planeten Erde leben, für alle Zeiten streichen!“

Langsam dämmert D, was er da anrichtete…

…und trank seinen zweiten Schluck…

…Kaffe…

 

 

Götter und Komödien – Odyssee 2020 CW41

11.Oktober – am Vormittag hatte D ein bewegendes Telefonat mit einem guten Freund; er lernte nicht nur, wie resolut man in Deutschland die bereits anrollende zweite Corona-Welle anging, sondern auch, dass man unverändert vergeblich nach Solidarität in Europa suchte.

Anstelle auf EU-Ebene für alle EU-Bürger gültige EU-Richtlinien abzustimmen, wurschtelte jede Nation vor sich hin, nicht müde darin werdend, die Nachbarländer reihenweise als Risiko-Gebiete zu kennzeichnen, als würde man Oblaten, oder Verdienstorden vergeben. Soziale und psychische Beschädigungen von Menschen und deren Familien wuchsen und gediehen munter weiter, als gäbe es kein Morgen.

Seit das RKI und durchsetzungsstarke deutsche Amtsinhaber auf Bundes und Länderebene mit hochgekrempelten Ärmeln drohten, fragte D sich schon länger, warum er in dieser Glorreichen Zeit, in der Freiheit und Wärme so rar geworden sind, dass man sich dabei ertappen konnte, im Kühlschrank danach zu suchen, keine Anleitung zum Unglücklichsein schrieb.

Wie immer hatten die Götter eine ebenso geniale, wie einfache Antwort parat – es gab sie bereits! Mit Freuden blätterte D darin herum, nachdem er das verstaubte Buch in seiner kleinen Bibliothek wiedergefunden hatte. Paul Watzlawick hieß der kluge Mann, der die Menschen nicht nur sehr mochte, sondern ihnen ausdauernd auf die nervösen und ungeduldigen Finger sah.

Seine Gleichnisse blieben schlicht und ergreifend das Beste, was man finden konnte, um unsere menschliche Misere darzustellen – völlig unabhängig, ob es die Geschichte mit dem Hammer, dem Elefanten, oder dem verlorenen Schlüssel ist.

D nahm sich daher vor, sein Leben ab sofort noch mehr durch die humoristische Brille zu sehen und erkannte zum tausendsten Mal, welch sagenhaft göttergleiches Wesen der Mensch ist – er hat schlicht und einfach jede Anlage für wirklich und wahrhaftig alles.

Seien es Ausnahmemenschen wie Mozart, Beethoven, Heraklit, Empedokles, Dante – aber auch Schatten-Talente wie Hitler, Stalin, Franco und viele andere, die auch heute noch Anhänger haben, obwohl ihre Egos menschenverachtende Konsequenzen nach sich zogen, deren Narben bis heute nicht vollständig verheilt sind.

Ein lockeres Gespräch mit Monsieur Thalamus sollte D’s Gedanken belüften und neu ordnen.

MT: Nun, lieber D, wie geht sich das Leben an?

DT: Ganz okay soweit, ich sehe halt zu, einen möglichst großen Bogen ums Glück zu machen…

MT: Wieso denn das auf einmal? Hattest du nicht vor…

DT: Schau uns Menschen doch an…

MT: Tue ich in jeder Sekunde meiner Existenz…

DT: Ich weiß, aber jetzt mal im Ernst…sobald wir am Ziel unserer Wünsche sind, scheinen wir nach kurzer Zeit wieder unzufrieden zu sein…es ist ein ewiges auf und ab…entweder sind wir glücklich, oder unglücklich…und wenn wir keinen Krieg oder Stress haben, brechen wir welchen vom Zaun…wir sind unfähig zufrieden in Frieden zu leben…es ist eine kosmische Satire, wenn sie nicht so viele Abermillionen Tote nach sich ziehen würde…daher meine Theorie: Es kann sich nur um eine absurde göttliche Komödie handeln…weil die Götter betrunken waren, als sie uns mit dem Ego ausstatteten…

MT: Wie wahr, lieber D – und jetzt?

DT: Na nichts – ich halte mir halt den Bauch vor Lachen…

MT: Dann ist unser Gespräch also schon zu Ende?

DT: Im Grunde ja. Es ist doch schon alles gesagt worden…ich habe eben nur mal kurz durch Watzlawicks Buch geblättert, dann lacht man Tränen der Verzweiflung und der Freude…

MT: Beides zusammen…?

DT: Aber hallo…

MT: Kannst du mir das ein wenig erklären? Du weißt, ich orchestriere dich nur, ich bin nicht verantwortlich für Inhalt und Content…

DT: Nehm doch mal die Bürger der USA…

MT: Wie kommst du denn jetzt auf die, wegen der Wahl…?

DT: Keine Ahnung, das müsstest du doch eigentlich besser wissen, oder nicht?

MT: Jetzt wirst du aber pingelig…

DT: Der Ami gibt dreimal so viel Geld für Rüstung und Sicherheit aus wie ganz China und fühlt sich trotzdem unsicher…er hat 20.000€ mehr Jahreseinkommen, als der durchschnittliche Europäer und ist trotzdem unzufrieden…also in anderen Worten: Egal wie viel du den Menschen an Vermögen und Glück gibt’s, sie werden immer unzufrieden bleiben…was ist da los?

MT: Der menschliche Makel…

DT: Und wie! Wenn du krank bist, sehnst du dir nichts mehr als gesund zu werden, bis es dann drei Wochen bis zwei Monate dauert, bis du dies Gefühl wieder verloren hast…

MT: Natürlich…was hast du denn gedacht…?

DT: Es ist doch erstaunlich…man kann jederzeit zufrieden sein, entscheidet sich aber für das Gegenteil…

MT: Natürlich…im Mangel zu leben ist einfacher…nach oben schauen auch…natürlich liebt ihr Menschen Helden, aber wer will schon gerne einer sein…ist viel zu anstrengend…das ist richtig Arbeit…aber mal etwas ganz anderes…was unternimmst du denn dagegen, nicht unzufrieden und maulig zu sein…und auf kurz oder lang einen Krieg mit dem Nachbarn vom Zaun zu brechen, weil sein Apfelbaum über den Zaun wächst?

DT: Habe ich doch gesagt…nie hörst du mir zu…!

MT: Jetzt sei nicht wieder die beleidigte Leberwurst…nun sag es halt noch einmal, bitte…!

DT: Du nimmst 1000 Menschen und mich, du gibt’s uns allen ein Glas voller Glück…wenn wir es bis auf den Grund leeren, werden wir bis ans Ende unserer Tage glücklich sein…was tun die 1001 Menschen…?

MT: Sie trinken das Glas restlos aus…

DT: Falsch!

MT: Sondern?

DT: Ich werde nur daran riechen und es ohne zu kosten wieder abstellen…

MT: Bravo…dann war ja nicht alles in deinem Leben umsonst…die Götter sein Dank…

DT: Lass diese Heinis da raus…die haben uns den ganzen Kram eingebrockt…

MT: Schon gut, reg dich wieder ab…was gedenkst du denn noch so zu machen, wo du doch in einem gefährlichen Risiko-Gebiet lebst, nach Aussage des RKI…?

DT: Wenn das Berliner RKI Frankreich mit der roten Flagge markiert, dann erscheint mir das eher eine Art Orden zu sein, den wir uns, nicht ganz ohne Stolz erarbeitet haben, denn das Leben in Toulouse lässt sich wunderbar an, wie vor Corona…wenn das umgekehrt genauso ist, dann könnten wir auf die Idee kommen, dass diese von außen kommenden Bewertungen nichts in der Wirklichkeit bewirken, weswegen wir sie aufheben könnten, was wir natürlich nicht machen, weil ja alle in Lohn und Brot sein sollen und wir froh sein sollten, so viele Corona-Tests machen zu dürfen – was schlussendlich nichts anderes ist, als eine indirekte Wirtschaftshilfe, daher – Vive L’Europe, vive le Con…

Monsieur Thalamus und D liegen sich lachend in den Armen, jegliche Regeln für soziale Distanz missachtend…und prosten sich mit einem Schluck Rotwein zu, um auf weitere unzufriedene Jahre anzustoßen…