Broterwerb – Odyssee 2024

7 Uhr am Morgen … mein Wecker klingelt … ich trinke einen Kaffee, sehe aus dem Fenster, was ist denn das? Es regnet Bindfäden … Meine Lust Regenklamotten anzuziehen hält sich in Grenzen …

meine Hoffnung, dass es gleich aufhört?

Entpuppt sich als Fehlannahme … Unser Stadtzentrum? Ein Superstau … mit dem Motorrad zumindest erträglich … langsam schiebe ich mich an der Blechschlange vorbei … hin und wieder muss ich abrupt bremsen, wenn Menschen hektisch über Straßen rennen …

und hinter Bussen auftauchen …

Dann endlich raus aus der City … wenige Kilometer Autobahn … mein Helm ist beschlagen … ich sehe nichts … mache das Visier auf … Gischt peitscht mir ins Gesicht … vorbeirasende Busse und LKW’s verpassen mir eine zweite Dusche …

taste mich mit 80 km/h vorwärts …

Nach drei Kilometern runter von der Schnellstraße … Kommt mir vor wie ein ganzer Tag … Meine Hosen sind durchnässt … ein paar Baustellen sorgen für Verstopfung … nur mühselig geht‘s durch Wohngebiete … eine letzte Ampel, Moment …

die Straßenbahn kommt …

Glück muss man haben … Regen läuft mir den Nacken runter … dann endlich parken … tropfnass steig ich vom Motorrad … alles klebt … kalt ist mir auch … ich lass meinen Helm auf … So bleiben vielleicht die Haare trocken …

Wie Frankenstein …

Stapfe ich über die Straße … klingelnde Lastenfahrräder, mit und ohne Kinder … rasen an mir vorbei … Helme und Lampen auf Köpfen von Vätern und Müttern … alle mit reflektierenden Leuchtwesten …

gehe vorsichtig …

vorbei an rasenden Fahrradkolonnen … von Elektromotoren auf Trab gebracht … beim Haupteingang mustert mich eine kräftige Schwarze vom Sicherheitsdienst skeptisch, scannt mich von oben bis unten ab … leuchtend gelb auch ihre Warnweste …

orangerot baumeln Schlagstock …

und Handschellen drohend vom Gürtel herab … schön schön, denk ich … „Halt! Stehenbleiben!“ … Kraft durch Freude auch hier … hat ja auch lang genug gedauert … erschrocken fahre ich rum, fühle mich schuldig …

„Setzen Sie sofort ihren Helm ab!“

wieso denn das auf einmal … jahrelang ist’s kein Problem … und dann auf einmal, habe bestimmt irgendein Memo wieder überlesen … „Mützen und Helme sind auf dem Werksgelände verboten …

man muss ihr Gesicht erkennen!

Ist eine neue Vorschrift!“ … Ach! Ständig gibt es was Neues … Natürlich zum Schutz unserer Sicherheit … nehme meinen weißen Helm ab … lächle zu ihr rüber … „Sehr gut! Vielen Dank!“ … meine klammen Hände fummeln …

den Firmenausweis aus der Jacke …

zittrige Finger halten ihn ans Lesegerät der Drehtür, die mit Militär-Sicherheitsdraht abgesichert ist  … es piept eindringlich … eine grüne Lampe leuchtet auf … gehe vorsichtig durchs Drehkreuz … ist eng mit Rucksack … nur langsame Bewegungen sind möglich …

Gehe hundert Meter …

Bis zum nächsten Gebäude … Regen pladdert herunter … die meisten Dachrinnen hängen schief, fehlen oder sind verstopft … eine weitere Drehtür … meine Füße schmatzen in den Stiefeln …

quietschend zerschneiden …

sie die Totenstille auf dem Flur … Linoleum, Gipswände und ein Warnhinweis „Safety First!“ erinnern an Gefängnis, Turnhalle und Schlimmeres …schließe meine Tür hinter mir … sitze seit geraumer Zeit alleine …

von der Herde getrennt …

keine Ahnung warum … hat sich so ergeben … meine nassen Handschuhe lege ich auf die nicht funktionierende Heizung … langsam pelle ich mich aus der tropfnassen Jacke, schüttle sie aus, hänge sie an den Haken der Tür …

seit zwei Jahren …

sitze ich in diesem abgelegenen Trakt …  keine Ahnung wie oft ich fragte, ob man vorhat Heizung und Klimaanlage zu reparieren … auch Raumpfleger sprach ich an, ob sie nicht hin und wieder Lust hätten, bei mir vorbeizuschauen …

Spinnenweben sind mehr geworden …

mit den Pappkartons, die sich auf Tischen türmen habe ich mich abgefunden … immerhin ist einer noch frei … selten hör ich Schritte draußen auf dem Gang … meist nur, wenn sich jemand verirrt …

lasse mich seufzend …

auf den kaputten Bürostuhl nieder und öffne die Schublade unterm Tisch … hab dort ein Paar Schuhe und trockene Socken … die Nassen wickle ich in Zeitungspapier … mit dem Rest stopfe ich Stiefel aus … Ah! Herrlich! Trockene Schuhe …

Welch Wonne! …

Ich starte meinen Rechner … Login mit User und komplexem Passwort! … Groß.- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen … zwei Mal gebe ich‘s falsch ein … beim dritten letzten Versuch klappt‘s …

Regen prasselt ans Fenster …

während der Rechner hochfährt melde ich meine Anwesenheit im HR-Tool … habe dutzende neue E-mails … von einem auf den anderen Tag … mit und ohne Anhang … ich überfliege sie, vor Allem Erinnerungen …

mein Handy klingelt …

ich gehe nicht ran … draußen immer noch Regen … ich öffne meinen Kalender … habe heute einige Termine … vormittags „follow-up’s“ von irgendwas … am Nachmittag F2F Termine … ich verbringe den Vormittag mit Reden …

remote, per Video …

obwohl manche im Gebäude nebenan sitzen … ist immer die gleiche Reihenfolge … „Wie geht es dir? Wie deiner Familie? Wie war dein Wochenende? Was hast du denn Schönes gemacht?“ … von 30min sind 2-5min Content …

der Rest Wohlbefinden …

und humanistische Menschenpflege … alle Gespräche sind höflich und diskret … selten sprechen wir Dinge direkt an … Vieles muss wiederholt werden … bei den meisten Gesprächen fühle ich mich als Moderator … zuhören und einander verstehen?

Ist längst nicht mehr selbstverständlich …

viele machen alles Mögliche parallel während der Video-Meetings … Zum Beispiel E-mails schreiben … in allen Diskussionen gibt es viel Verständnis und Nicken … Ob wir das Gleiche meinen, werden wir in den nächsten Tagen wissen …

Gegen 13:00 Uhr Mittagessen …

Ich wärme mich in der Kantine auf … bin am Überlegen eine Suppe zu essen, mir ist arschklat … entscheide mich aber dagegen … vertrage warmes Kantinenfutter nicht mehr … wähle geraspelte Karotten, Sellerie und Obst …

danach Café …

habe am Nachmittag zwei Face-2-Face-Termine … wir unterhalten uns … hören einander zu … keine Ahnung ob wir uns verstehen … ich stelle Fragen, bekomme indirekte oder keine Antworten … blicke aus dem Fenster … merke, mir ist alles egal …

mach mir daher Notizen …

die ich später nicht wiederfinde … Nachmittags lesen von Präsentationen und Akten … geht Letztendlich immer um’s Selbe … mehr schaffen, mit weniger Kosten … gegen 17 Uhr fahre ich heim …

Es hat aufgehört zu regnen …

meine Klamotten sind nass … ziehe mich zuhause um … muss Laufen, um warm zu werden … die viele Sitzerei macht mich mürbe … muss sie mir täglich aus dem Körper klopfen … gegen 19 Uhr sitze ich am Schreibtisch …

gegen Mitternacht …

geben meine Augen auf … ich falle müde ins Bett … ein traumloser Schlaf trägt mich hinfort … morgen klingelt der Wecker um 7 Uhr … Hoffentlich regnet es nicht mehr, denke ich …

dann fallen meine Augen zu …

Ostern – Odyssee 2024

Endlich hatten sie mich zu fassen … frisch, fromm, fröhlich, frei gingen sie an’s Werk … ohne lange rum zu fackeln schlugen sie mich ans Kreuz, dabei hatte ich doch nur … Russen reingelassen … aber auf Sinnloses mit Sinnreichem zu antworten, blieb auch im jetzt …

So wie heute …

Ja wie eigentlich? … Am Wickel hatten sie mich … nicht so zum Spaß, nein … diesmal wollten sie mir den Garaus machen … meine Freunde gingen mir an die Wäsche … Patrioten, allesamt … keine Ahnung, ob es ein Defekt ist … bei mir, oder denen … ist halt so …

„Glaube ich nicht!“

War noch die harmloseste Reaktion … schnell einigten wir uns darauf, dass wir uns nicht einig sind … immer noch Freunde, innig in Freundschaft verbunden, aber uneinig im Umgang mit Krieg, AfD, Trumpel, Verteidigung und vor Allem … Umgang mit Patriotismus …

„Überhaupt, blickt euch mal um …

Schaut wo wir leben!“ … so fing ich an … „und wie wir … jetzt geht‘s uns Europäern an den Kragen, noch dazu selbst verursacht, wie ich finde“ … da gingen unsere Wahrnehmungen auseinander, dabei ist Ursache & Wirkung auch heute gültig … dachte ich …

Quantenphysik und so …

Zu fortgeschrittener Stunde wechselten wir zu Politik und Wirtschaft … das war nicht so gut, wie wir bald merkten … überhaupt, lagen wir richtig fett überkreuz … als es aber um Wirtschaftswachstum und Verteilung von Glück, Gewinn & Reichtum ging ….

Holla die Waldfee !!!

Überhaupt, einander verstehen … einander zuhören … schwierig, in heutigen Zeiten … viele können keine 5min stillsitzen, ohne auf‘s Smartphone zu sehen … ist ihnen unmöglich … und es hat nicht mal was mit Muttersprache zu tun, im Gegenteil …

Sprachen helfen Null …

um einander zu verstehen! … Meine neue Homepage zum Beispiel … seit einem Jahr entwickelt die Firma dran … sicher, Menschen werden krank …machen Urlaub, haben anderes zu tun … natürlich, so wie ich … seit Monaten wiederhole ich ein Detail …

In meiner Muttersprache …

Schriftlich, wirklich, ich gab mir Mühe … blieb höflich und konstruktiv, obgleich ich innerlich am Ausflippen … sämtliche Lunten längst abgebrannt … mehrmals hintereinander … doch nichts … es war immer das gleiche … wie früher in der Schule …

Vor 40 Jahren …

Man lächelte, aber verstand mich nicht … keine Ahnung warum … genau wie heute … egal wo, im Broterwerb, oder in der Freizeit … es ist, als wenn ich in den Grand Canyon rufe und darauf hoffe, dass er antwortet …

anscheinend ist da niemand …

Zugegeben, manchmal verdrehe ich Worte … betone nicht immer akkurat, sicher, was auch immer das bedeuten mag … ein Beispiel … gestern im Restaurant … ich weiß, es ist banal, aber für mich nicht … es ist der Kern aller Problem …

York New …

„Was bitte? … Ach, sie verstehen mich nicht? … Warten Sie … Tango, Don … Auto das … oder noch besser … ich liebe dich … oder … dich liebe ich … oder wie wäre es hiermit … Balearische Inseln … Îles Baléares“

Sicher folgt ihr mir …

Oder doch nicht? … Ja? Oder ja? … St. Germain ist ein französischer Holunderblüten Likör … also ein St.Germain-Spritz ist, so finde ich, leckerer, als Aperol-Spritz … doch auf die Bestellung „St.Germain-Spritz“ konnte der Kellner nicht wechseln, nicht reagieren …

Es ist wie mit der AfD …

Oder mit Insektenvernichtungsmittel … mein Lieblingsbeispiel … die Ausbeutung der Erde, was ein herrliches Paradox für viele ist … das geht nämlich so … „Wenn wir die Erde weiter ausbeuten, wird irgendwann die Erde ausgebeutet sein“ …

Für Materialisten eine Herausforderung …

Für Sprach-Jongleure wie Diedrich Diederichsen und Rainald Goetz täglich Brot … nur was machen die tagsüber? Brüten die täglich über irgendwleche Texte? … Oder unterrichten sie diejenigen, die anspruchsvoll schreiben, sich ebenso verständlich machen wollen?

Steht nach Baracke …

noch ein Stein auf dem Anderen? … Geht das überhaupt? … Oder hat jeder und alles einfach nur fertig? … Hauptsache Smartphone, Tinder, ficken und saufen? … Nach ‘ner Weile machte es Klick beim Ober … er lächelte … „Ah, oui, Spritz-St.Germain“ … ich lächelte zurück …

“Mais oui, comme Apéro-Spritz / Spritz-Apéro …

nur eben mit St.Germain“ … „Was bitte?“ … Nee, ist egal jetzt … trans-nationaler Humor ist schwierig, zuweilen gefährlich … das französische „démerdez-vous“ im Deutschen anzuwenden haut auch nicht Ainz-zu-Ainz hin …

„entscheißen-sie-sich-selbst“ …

Versteht kein Schwein … dafür aber … Jeanne D’Arc! … erst Arsch aufreißen für den zukünftigen König … der Hundertjährige geht dann doch in die Grütze, man nimmt dich fest und … fackelt dich mit 19 (1431) auf dem Scheiterhaufen ab …

Noch Fragen?

Nein? Die Klasse? Ach ja, hinterher hat die Kurie sie … Märtyrerin und so, versteht sich, oder? … Bis Pius der Zehnte sie selig und Benediktus der Fünfzehnte heiligsprach (1920) … schaut mal, manches braucht Zeit …

fast 500 Jahre, immerhin …

wenn dann Dozenten auf dem Digitalen Scheiterhaufen dranglauben … weil sie die Unverfrorenheit besitzen …  es gibt nur männlich & weiblich … Bei Mutter (She/her) Natur gibt … dann wird es wirklich Zeit, sich zu besinnen …

dass ein deutscher Schlager …

noch keine Nationalhymne ist … jedenfalls nicht automatisch … wer den Link zum Russen, der an meiner fiktiven Tür klopfte … sowie zur zweiten Sprachverwirrung … zu Milram-Frühlings-Quark und Holsten knallt am Dollsten …

nicht herstellen kann …

warum Tsatsiki das Leben von Jeanne D’Arc gerettet hätte-hätte-hätte … wer all diese Dinge nicht miteinander verbinden will … es vielleicht gar nicht kann … dem kann weder Bata Illic, noch das Kreuz‘ Jesus helfen … für den ist Persil zu teuer und Fisherman’s Friend zu stark …

Guten Abend …

Patriot – Odyssee 2024

Scheiße! Ein Wadenkrampf! … Mitten in der Nacht … wie von der Tarantel gestochen schieß ich hoch … aufstampfen wie bekloppt, er will einfach nicht weggehen … so ein verdammtes Arschloch! … Verzweifelt wie ich um 4 Uhr morgens nun mal bin … mit dabei …

die üblichen Weinreste im Kopf …

noch dazu stockdunkel … versuche ich mich zu dehnen … muss den Mist loszuwerden, na los doch … Beine gerade, auf geht’s! … Fingerspitzen auf den Boden … im Gleichschritt, der ganze Zug, Marsch-Marsch … beim Bücken, genauer gesagt … beim Vornüberbeugen …

ging‘s gleich los …

ich stoß mir den Kopf … schön knackig an der Bettkante … erschrocken fahre ich hoch, treffe gleich noch mal … benommen taumele ich umher … sind das etwa Sterne? Jetzt bloß keine Scheiße bauen … denke ich mir … denn genau vor einem Jahr …

ist mein Kumpel Thomas …

in genau so einem jämmerlichen Zustand die Treppe runtergefallen … und zwei Wochen später ließen wir seine Urne zur Erde … aus panischem Reflex, werfe ich mich aufs Bett … bloß nicht bewegen … lass den bescheuerten Krampf ruhig wüten …

er geht wieder weg …

Irgendwann … Ganz bestimmt! … Aua! Dieses verdammte Aas … Ich befasse Hinterkopf und Stirn … Anständige Hörner beginnen zu wachsen … Fange an zu lachen … Immer lauter und lauter … Was für ein Schwachsinn … Langt‘s dir immer noch nicht …

da oben?

Drohend wedele ich mit meiner Faust Richtung Holzdecke … Doch schnell ist mir klar, Gott hört mich wieder nicht … ohne Pause wütet der Krampf in der rechten Wade … plötzlich springt auch die linke an … Was soll das denn! … Boah! Wie krass …

Scheiße! Mann! …

als wenn einer an mei‘m Beinen sägt … sie beide langsam amputiert … Nein! Du bleibst liegen … du gehst nicht deine steile Fuck-Treppe runter … auf keinen Fall machst du den Fehler … Hörst du? … Ja!-Ja! … manchmal müssen wir uns im Leben zusammennehmen …

kann‘st nicht immer wie‘n König rumstolzieren …

Man wirkt schnell albern … Besonders wenn man ergraut … Sollte man dann nicht wenigstens mit Weisheit und weniger Dummheit glänzen? … Eben! … Gestern ging‘s wieder hoch her … Eines der großen Themen unserer Zeit …

Europa rüstet auf …

Aber richtig! … In jeder Zeitung … Kein Magazin ohne Berichte über … Bunker, Putin und Bomben … Total verrückt, als wenn‘s nichts Schöneres gibt … Hab längst das Militär-Handtuch geschmissen … Sollen sich die sogenannten „Fachleute“ dazu …

die Köpfe einschlagen …

ob biologische Waffen in bestimmten Grenzsituationen angebracht … atomare hingegen immer zu ächten sind … ob Drohnen nicht irgendwie doch ein wenig mehr humanistischer … als bemannte Flugkörper sind …

wieso eigentlich nicht „befraute“?

geht aus meiner Sicht alles am Thema vorbei … daher halte ich mich raus … hab ja keine Ahnung … die hat man nur mit Waffenzertifikat, Uniform … Wasserspritzpistole, oder als Politiker … als kleiner Bürger eine eigene Meinung haben?

Warum eigentlich nicht …

Ganz genau! … Also, ich bin dagegen! … Ich bin gegen Krieg! … Bin gegen Aufrüstung! … Klar ziehe ich meinen Hut bei Nationalfeiertagen, auch in meiner Familie sind zu viele im zweiten Weltkrieg geblieben … Ob man deswegen so weitermacht? …

Hab da meine Bedenken …

Ging daher gestern Abend um Patriotismus … ein aus meiner Sicht zu heißes Thema … erst recht als Frugalist … meine Freunde waren dabei mich argumentativ in die nächste Ecke zu stellen … mit Mühe arbeitete ich mich aus ihr heraus …

ob ich nicht auch patriotisch …

mein Vaterland verteidigen … und so alles … ich gab zu bedenken, dass La France ja eher ein Mutterland ist … und Europa ja sowieso … hat die Gute sich nicht von Göttervater Zeus … nach Kreta bringen … und dann bestäuben lassen? … Okay, er hat sie vergewaltigt …

Aber Obacht!

War Europa nicht die Tochter von Agenor … der meinen Lieblings-Olivenbaum auf Mallorca vor 3500 Jahren pflanzte? … Verrückt, wie die Dinge zusammenhängen … Nicht wahr? … Nach weiteren Gläsern Wein hatten sie mich erneut zu fassen …

was ich tun würde …

wenn der Russe an meiner Tür klingelt … mein Argument, dass ich keine Klingel habe und dass man, bevor man vor meiner Tür steht, in meiner Wohnanlage ein gutes Dutzend anderer erreichen und mit günstigen Deliveroo-Gutscheinen bekehren könnte …

Ließen sie nicht gelten …

Sie waren auf Tumult aus … sie wollten die Unverfrorenheit von mir endlich hören … „Nee! Jetzt wird nicht ausgebüchst … los doch … was würdest du tun? Du jetzt, als waschechter Patriot? Was? Los, hau raus jetzt!“ … alle rethorischen Waffen waren abgefeuert …

Jetzt galt’s …

„Nun …“  … Totenstille … „Jahaa?“ … niemand atmete … „Also“ … „Wir hören!“ … Großartig, wie auf der Anklagebank … mal schauen, ob ich heil rauskomme … „Zuerst muss ich ja sagen, dass ich eher Frugalist, als Patriot bin“ … „Was bitte? Frugalist?“ …

„Mit wenig viel erreichen und so ähnlich …

glaube ich … natürlich ist mir nichts egal, im Gegenteil! Wie sollte auch! Wenn der Russe bei mir zuhause vor der Tür steht … mit Sturmgewehr und Stalingrad-Dolch … wenn meine Wahl heißt, tot oder Russe werden“ … „Jaha? Dann … ?“

Wir kamen der Sache näher …

„Ja, dann … muss ich gestehen … als echter Patralist“ … „Was bitte, jetzt? Erst Patriot, dann Frugalist?“ … „Ist eine Mischung aus Beidem“ … „Was genau heißt das?“ … „Mit wenig Aufwand so viel Erdverbundenheit erreichen wie möglich!“

„Übersetzt heißt das, was?“

„Ich bitte den Russen freundlich rein, biete ihm einen Stuhl an … schenke französischen Wein für uns beide ein, stelle ein paar griechische Oliven auf den Tisch … lege meinen deutschen Pass auf den Tisch … und schreibe mit meinem deutschen Füller …

In hellenischer Schrift …

Giamas! … Nehme ganz friedlich die russische Staatsbürgerschaft an, wenn ich dadurch mein Leben behalten kann … abgesehen davon, dass ich ja nichts im Haus habe, womit ich ihn bedrohen könnte, außer mit meinen frischen weißen Lilien …

Warum also mein Leben opfern …

In einer unfairen Situation … und werde, ab meinem ersten Tag meiner russischen Staatsbürgerschaft … frische Blumen auf alle französischen, griechischen und deutschen Kriegsgräber legen … Aus größtem Respekt …

als Anerkennung …

für die geschützte Freiheit … deren Preis … aus meiner Sicht … unfassbar, unbezahlbar hoch bleibt … und arbeite … hoffentlich nicht 400 Jahre lang … wie die armen Hellenen … An einer friedlichen Befreiung von Europa!“ …

was dann geschah, erzähl ich ein andermal …

Geduld – Odyssee 2024

Meine Arbeits-Woche? War voll anstrengend! … Schon länger frage ich mich, ob das alles so richtig ist … All die Kohle die wir rauspusten … und für was … alles dreht sich um Geld, und darum es zu vermehren … Ökonomische Gesetze? Überall sind sie …

Unser Leben?

Durchzogen davon … Voll schlimm! … Besonders bei uns in der ersten Welt, Zentral-Europa … mit unseren Luxusproblemen … Welchen Wein man trinkt usw … Sie werden uns das heimzahlen, unsere Schweinereien als Kolonialmächte …

Auf Heller und Pfennig …

Schon sehr bald! … Es beginnt schon … erst beuten wir sie aus und dann wundern wir uns, dass sie an unserer Haustür klingeln … Und damit das nicht geschieht stellen wir uns einen Luxus-Wachhund mit Namen Frontex vor die Tür …

Schöne heile Welt …

der Reichen und Schönen zu schützen … was reg ich mich auf … interessiert ja keinen mehr, dass man vor 10 Jahren sein Ralph Lauren T-Shirt für 55cent in Indonesien fertigen ließ und für 75€ in Frankreich und Deutschland verkaufte … Wie das Verhältnis wohl heute ist …

vielleicht ein anderes Mal …

will lieber über meinen Alltag … und nicht vom großen Ganzen plaudern … vormittags also Broterwerb … nach wie vor lasse ich ihn nicht zu sehr an mich ran … meistens gelingt das … ein paar nervige Gespräche lagen mir dann aber doch auf der Leber …

was solls …

dachte ich mir … Aktiengesellschaften sind groß und anonym … zu leicht kann man sich hinter „der Firma“ verstecken … daher, ist alles bald vergessen … so rede ich mir Mut zu, um weiterzulächeln … um durchzuhalten …

und meine Geduld am Leben zu erhalten …

denn ohne … Eben! … Gegen Mittag gehe ich üblicherweise in meine Schreibstube … 3-6h geht es da rund … je nachdem wie’s läuft … vorher oder nachher Sport … muss mich bewegen … zu viel Rumsitzen nervt … werde dann schnell aggressiv …

„Blödes Arschloch!“ sag ich zum Stuhl,

wenn sich was an ihm verheddert … oder wenn er mir im Weg steht … am Wochenende dann entspannen … Mein Lebensrhythmus, solange ich nicht vom Schreiben leben kann … oder durch überraschende Umstände Privatier werde …

Fleiß in der Woche …

Samstag & Sonntag relaxen … Müßiggang und so … so sieht mein Leben aus … im Grunde recht überschaubar … richtig langweilig … total uninteressant … In den Bergen Ski fahren? … Im Cablepark oder im Meer surfen? … Abends auf Partys gehen?

Keine Zeit, sag ich zu Freunden …

Schreiben braucht Geduld, oft frage ich mich, ob ich davon ausreichend habe … diesen Freitag dann außer der Reihe auf ein Concert … Post-Punk … Ein Kumpel macht Musik … Finde das großartig … sind mit ein paar Freunden hin …

War echt klasse!

Eng, laut und feucht! … später dann gemeinsam Tapas essen … Konnte wirklich meinen Kopf ausschalten … herrlich! … gegen Mitternacht fielen meine Freundin und ich ins Bett … Wie immer steckte ich mir Ohrenstöpsel rein …

nicht weil sie schnarcht …

viel mehr, weil manche Nachbarn laut sind … nicht alle bewegen sich rücksichtsvoll … viele Menschen sind gedankenlos … und bewegen sich auch so … besonders wenn sie betrunken sind … bin daher tolerant … und stopfe meine Ohren …

Nachbarn die meckern finde ich doof …

In dieser Nacht trieben sie‘s dann doch zu bunt … wie meine Freundin mir nächsten Morgen erzählte … Man stand anscheinend im Flur und soff … natürlich redete man zu laut … irgendwann gingen meiner Freundin die Pferde durch …

sie flitzte die Treppe runter …

Bollerte von drinnen an unsere Tür … Sie war zu leicht bekleidet, als dass sie raus gehen wollte … vom Bollern wurde ich dann auch wach … ich dachte, die Russen kommen … oder jemand bricht ein, oder so ähnlich …

aber außer meiner Freundin,

war da niemand … ob sie erreichen konnte, was sie wollte? … Stille? … Auch bei Streiks stelle ich mir oft die Frage … Wenn die Gerwerkschaft der Lokführer streikt … Oder Piloten-Vereinigung Cockpit … Bestimmt stellt man bald Arbeitskräfte aus dem Balkan ein …

Macht man als Kolonialmacht so …

jedenfalls … schlief ich schnell wieder ein … nächsten Morgen stellte ich viele Fragen … man hätte ihr Klopfen auch anders deuten können … jemand wird gefangen gehalten … will raus … keine Ahnung, ob sie was beim an die Tür ballern rausbrüllte … sowas wie …

„Rettet mich, man hält mich gefangen!“ …

oder … „Ruhe da draußen!“ … ich meine … falscher Bombenalarm ist nichts anderes … man handelt vorsorglich, für den Fall, das die Bombe echt und keine Fälschung ist … Irgendwie besteht das ganze Leben nur aus Warten, finde ich …

dazwischen …

jagen wir den billigsten Flug … irgendwelche Schnäppchen … wo wir glauben, einen wirklich guten Deal abzuschließen … kaufen Industriefutter aus Übersee … knallen uns Netflix rein … jedes Jahr neue iPhones …

konsumieren, fressen und saufen …

und krepieren an Übergewicht … Unsportlichkeit … Krebs … Herzverfettung und … Nichtstun … und wenn wir dann endlich krank sind, wundern wir uns, dass auch das Krankenhauspersonal kaum noch unsere Sprache spricht …

weil Geiz geil ist …

Dinge ändern? … Nur in Krisen! … Aber einfach ‘ne „happy-story“ raushauen? … Hab‘ ich heute nicht übers Herz gebracht … Ich sagte es zu Anfang, es sind die vielen doofen Gespräche, die mir auf der Leber liegen … Mal sehen was am 5.November passiert …

Latürnich!