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17.Juli – Hitze – Odyssee 2022

Boa hey! Alter Schwede ist das warm. Schon die ganze Woche haben wir um die 40 Grad; und ich muss euch sagen, es ist beeindruckend! Nein, es ist mehr als das, es ist heiß! Beim Foto oben war es bereits 21:00 Uhr. Ich konnte richtig merken, wie sich mein selbst zurückzieht, wie alle Wahrnehmungen länger brauchen, wie allemeine Sinne insgesamt, mehr Zeit und Aufmerksamkeit brauchen, um zu begreifen, was passiert.

Vergesst Klimaerwärmung und den ganzen Scheiß!

Lebt zwei Wochen in Südeuropa – JETZT – und wir werdet wissen, wovon ich rede. Hellenen wissen genau was ich meine, darum ist es umso besser, wenn deutschsprachige Bürger mehr von der Erfahrung des Südens proftieren. Man ist dort nicht faul, im Gegenteil! Man arrangiert sich mit der Natur. Gaspacho ist keine coole Suppe, sondern eine andalusische Variante kalt zu essen.

Versteht ihr das – wirklich?

Gestern fuhr ich mit dem Motorrad. Voll auf Greek-Style, will sagen, kurze Hose und kurzärmliges Hemd. Was soll ich sagen – es ist und war großartig. Aber auch verdammt warm. Als setzt man dich vor ’nen riesigen Fön, der dir mit 50 Grad vor die Nase pustet, verstehst du? Als würde dich die Sahara – persönlich – anhauchen.

Was soll ich euch sage?

Es ist, als würden sich alle Sorgen, Nöte, Ängste und Bedürfnisse pulverisieren. Man steigt quasi ohne Bedürfnisse und Willen vom Drahtesel ab. Ein wenig fühlte ich mich wie willenloses Gemüse. Ferngesteuert und doch – schuldfähig. Wer bei 43 Grad im Schatten funktioniert wie ein Schachgroßmeister, sollte sich einäschern lassen oder über Befruchtung nachdenken. Ist am Ende das Gleiche. Kapiert nur keiner.

Zur Zeit bin ich dabei diese Homepage umzubauen.

Es wird geschehen, aber das WANN ist noch offen. Leute mit Kompetenzen sind rar gesät, noch dazu in gefragtem Business.  Es wird auf jeden Fall eine Fortsezung von dontangoworld.com geben, allerding als echte Homepage und nicht nur als Blog. Solltet ihr Ideen haben, oder Empfehlungen und Wünsche, schreibt sie mir – bitte. Nur zur Erinnerung:

Alles was ich hier mache, soll – EUCH – gefallen.

Und dann gibt es noch die Domain mit dem Namen – alltagsterroristen.com – sie soll das Ruder rumreißen. Keine Ahnung wie, wann und mit wem, aber sie wird es tun, soviel ist sicher. Alles nur eine Frage der Zeit. Was also gilt es zu tun, wenn man keinen Fernseher, keine Kinder und Haustiere hat? Es gilt – die Dinge zu tun, zu denen nur und ausschließlich Menschen fähig sind.

Kreatürliche Erschaffung von Kunst.

Egal ob Bilder, Schriften oder Skulpturen. Sei eine erschaffende Kreatur, nur so wirst du zum Menschen. Wem das zu hoch ist, der möge lesen. Zur Erinnerung: Die deutsche Sprache umfasst mehr als 5.000.000 Wörter. Und diese Wörter und Begrifflichkeiten wiederum erzeugen deine Landkarte, so dass du / sie die Welt erkennst.

Ohne das Wort „Schiff“ hätten die Indianer kein solches – erkannt.

Drum reist umher, oder lest so viel es geht, am Besten – Beides. Je mehr Wörter du hast oder kennst, desto besser. Frag dich, wie viele Wörter du im Alltag gebrauchst. Sind es 100? Gar 1000? Ist das viel, im Vergleich zu 5.000.000? Einverstanden: Fünf Millionen ist ’ne ganze Menge.

Doch wieviel Wörter gebrauchen wir wirklich – täglich?

Fragt euch das – und – schreibt es mir. Seit nicht faul, macht was, prüft ab, wieviel ihr verwendet; vielleicht habt ihr Tolstoi „Krieg und Frieden“ gelesen; eventuell sogar „Meister und Margarita“ von Bulgakow; möglicherweise habt ihr „Naked Lunch“ und „Unendlicher Spaß“ gelesen. Wenn ja, wäre das wunderbar. Prüft wieviel ihr nutzt.

Je nachdem, was ihr schreibt, werde ich meinen Internetauftritt anpassen.

Wollt ihr, dass ich podcasts mache? Oder mehr Kurzgeschichten? Oder mehr Videos von Allem Möglichen? Oder Hauptsache es rockt, ganz im Sinne von „Alltagsterroristen“? Lasst uns etwas Großartiges machen, heute, hier, jetzt – sofort!

Los geht’s…

08.Mai – Sieg! Victoire! – Odyssee 2022

Was gibt’s Schöneres, als‘n Kriegsende zu feiern? Richtig – verdammt wenig. Zwar lohnt‘s sich darüber nachzudenken, ob zum Beispiel der Tod/t des King, oder das Ableben anderer künstlerischer Größen / Größinnen so in den Hintergrund treten, jedoch geschieht das, wie wir alle wissen, mehr aus Gründen dekadenter Zerstreuung. Oder in anderen Worten – manche Gedanken ordnen wir ganz bewusst als „vom Luxus des Friedens, kugelrund gesäugten abwegigen Umweg zum Müßiggang“ ein.

„Anti-Krieg“ passt auf jeden Fall immer.

Wer ist schon dafür, außer Kyrill und der neue russische GröFaZ. Wo wir aber heute, am 8.Mai nun einmal schon so feierlich zusammengekommen sind, liebe Gemeinde und uns bei Oblaten und rotem Traubensaft an den Händen fassen und Tränen akkumulierter Rührung aus unseren glänzenden Vogelnestern streichen, während wir über Themen wie Größe, Blut, Leib und Kriechende sinnieren, fällt mir ein, dass der heutige Tach gut zu Thema vier passt. Ihr erinnert euch bestimmt, nicht wahr?

„Du bist nichts wert und andere Anti-Motivationen…“.

Am zweiten April nannte ich verschiedene Themen; neun insgesamt, passend zu den neun Geboten. Anti – also gegen etwas zu sein, ist, wie ich finde, grundsätzlich attraktiv, solange es kein Automatismus ist. Erwartungsgemäß ist der 8.Mai unterschiedlich besetzt. In Deutschland heißt er „Kriegsende“. Außerhalb Germanias nennt man ihn schlicht „Sieg!“. Oder „Victoire“ Was interessant ist – ‘ne einzelne Nation verliert, damit die Mehrheit gewinnt.

Klingt nach der vom Aussterben bedrohten „Demokratia“.

Wir hatten bereits letzte Woche erste Vorschläge erörtert, wie man anti-national handeln kann; heute folgt daher die komplementäre Übung dazu – „Anti-Motivation“ – passenderweise am Tag des erlösenden Kriegs-Ende von WW2. Lasst uns daher ab sofort alles tun, um richtig unmotiviert und richtig wertlos zu werden. Aber wartet: Vielleicht haben wir Glück und wir sind‘s schon.

Lasst uns also mal schauen.

Wenn man bei Wiki sucht, findet ihr alle Möglichen; da gibt‘s mathematische, ökonomische und eine lange Liste anderer Werte. Auch moralische Wertvorstellungen gibt‘s. Aber anscheinend gibt’s keinen für Menschen, wie beispielsweise bei der Temperatur. Haben wir Menschen etwa keinen Wert? Merkwürdig. Wäre es nicht klasse, wenn man euch ein Messgerät in eine eurer – beispielsweise – Körperöffnungen steckt, um euren WERT zu messen?

Ehrlich gesagt finde ich’s beruhigend, dass es sowas nicht gibt.

Oder doch? Theoretisch, den Wissenschaften nach jedenfalls nicht. (Praktisch schauen wir uns das an einem anderen Tag an!) Philosophen sind sich ungewohnt einig. Nehmen wir als Beispiel den lieben Albert Camus. Wertlos zu sein und ein absurdes Leben zu führen, ist nicht nur möglich, sondern kann erleichtern, wie man am Beispiel Sisyphos‘ sehen kann.

Jene buchstäbliche Schuldunfähigkeit,

die uns die römisch-katholische Kirche anbietet funktioniert zwar anders, kommt aber zum gleichen Ergebnis; von Geburt an culpa haben und minderwertig sein, erlaubt mir bequem meine Verantwortung abzugeben, doch Obacht – warum ist wertlos eigentlich etwas Negatives für uns?

Warum wollen alle etwas wert sein?

Vor Wochen gestand mir ein Kumpel, dass er lieber mit reichen einflussreichen, statt mit armen unbedeutenden Menschen seine Zeit verbringt. Als Begründung nannte er mir, dass der Pöbel keine spannenden Geschichten zu erzählen hat, weil er von Natur aus ein langweiliges Leben führt. Zu seiner Ehrenrettung:

Er schoss den Nebensatz aus seiner ungesicherten Hüfte.

Und doch hinterließ es bleibende Spuren und Gedanken in mir. So wahrnehmend, leuchtete mir ein, warum sich mein Kumpel – vermutlich – ein wenig verirrt hatte. Lange kaute ich darauf herum. Ein paar Wochen später trafen wir uns wieder. Diesmal kam ich gleich zur Sache und sagte ihm, dass ich lieber Diogenes von Sinope, statt Cäsar treffe, wenn ich mir was Derartiges von den griechischen Göttern wünschen dürfte.

Überrascht zog er seine Augenbrauen hoch und begann zu grübeln.

Ich ergänzte, dass Diogenes, in der heutigen Welt, ein Obdachloser sein müsste, der sich noch dazu selbst, „Hund“ nannte, falls alle Überlieferungen stimmen. Ungewöhnlich lange schwieg und sinnierte mein Gegenüber. Ich war in bester Stimmung und schob weitere Argumente hinterher, so in der Art wie,

„Wert ist‘ne Betrachtung, von‘nem Standpunkt aus“.

Oder ist etwas, was ausschließlich im Vergleich zu etwas Anderem entstehen könne; für mich bedeutet wertlos zu sein, völlig frei von Vergleichen und Erwartungen leben zu dürfen, idealerweise es auch zu bleiben. Oder in kürzester Kürze:

Kein Sinn, kein Schein – nur Zeit und Sein.

Was das mit WW2, Anti-Motivation, Wertlosigkeit und Beteigeuze zu tun hat? Und wieso Menschen Sinn suchen, wertvoll, wahrgenommen und geschätzt sein wollen, anstatt, ohne Qualitätssiegel der Anderen zu versuchen sich selbst zu mögen, um ein anti-auffälliges, anti-spannendes, dafür aber zufriedenes Leben zu führen? Keine Ahnung.

Wenn ich will – alles. Wenn nicht – nichts!

Letztendlich – das sage ich euch in aller Deutlichkeit – siegt immer Fleisch, Blut, Hunger, Durst und Zeit. Solange man kauen, trinken, und lieben kann, sollten wir uns aus vollster Brust bis zum letzten Tropfen verschwenden…

Halleluja ruf ich euch durstigen Seelen zu….

Und Proust…!

 

In Seenot

Einer dieser besonderen Tage, einer von der Sorte, die man nie vergisst.

Früher als sonst werde ich in diesem kosmischen halbwachen Sumpf wach. Eine alte, dunkel-düstere Ahnung lässt mich unruhig aufstehen, als wenn etwas Unbekanntes in der Luft liegt, bereit zum vernichtenden blitzartigen Erstschlag. Meine Sinne sind wach und viril und doch können sie es weder greifen, fühlen oder riechen. Beklemmung wächst in mir wie ein verborgener, unausrottbarer Pilz.

Schnell sind meine vier Wände zu eng, viel zu eng. Hastig wie auf heimlicher Flucht frühstücke ich, verschlucke mich paarmal wie ein Schuldiger, schlüpfe in Gebeine, in meine steifen Klamotten und renne runter zum Wasser. Wie in Trance löse ich mein träumendes Boot vom sicheren Hafen. Schmatzend gleitet es ins Wasser. Ich springe rein, lasse das kleine Segel weg und zerre am Außenborder rum wie ein Berserker, als ginge es ums nackte Überleben.

Tief und fest wie ein Alb schläft er, lässt sich erst beim zehnten Mal wecken und knattert nur mühsam und holprig los. Widerwillig gibt er meinen Sporen nach, dreht träge und langsam wie ein alter Senner hoch, zwingt den kleinen, nichtsahnenden Propeller im kalten Wasser herumzuwirbeln, wie ein wildgewordenes herrenloses Karussell, während das harte, unnachgiebige Meer die furchtsamen Propeller-Blätter mehr und mehr, langsam und zäh verbiegt.

Heute fahre ich sehr weit raus, so weit wie nie, so weit, dass ich kein Land mehr sehe. Möwen begleiten mich, manche lachend, einige schreiend. Sie umkreisen mich wie einen Krabbenfischer zur Ernte. Alles ist mir zu viel, rückt mir schon zu lange auf die Pelle. Ich brauche etwas Abstand, ein wenig Luft zum Atmen, Freiheit zum Leben. Nach einer Weile schalte ich den Motor aus. Stille.

Um mich herum nur Schlucken und glucksendes Wasser. Langsam streichelt das Meer den schleichenden Rumpf. Nach einem kurzen Blinzeln der Zeit kommen die töricht-kleine Nussschale und ich auf dem Rücken des Universums zur Ruhe. Langsam lasse ich meine Seele los. Glitzernd funkeln Sonnenblitze über das Meer, eingefangen von den wachsamen Reusen meinen Augen.

Würzig-derber Wind fährt mir um die Nase. Schmatzendes Wasser nagt am Bootskörper wie an einem Knochen, Seepocken und schmierigen Tang herunternagend. Lehne mich erlöst zurück. Sehe zum Horizont. Wohin ich auch sehe, überall das Gleiche: Wasser und Himmel, nichts als Wasser und ewig weiter Himmel. Sie werden mir doch nicht etwa schwer, die Augen, denke ich, als mein Kopf mir im selben Moment auf die Brust sinkt und Poseidon mich hinfort trägt.

Plötzlich schrecke ich hoch; eingeschlafen muss ich sein, keine Ahnung wie lange. Langsam sehe ich mich um. Violett-schwarze Wolken ziehen unheilvoll auf. Ölig-zäh kriecht erstes schmutzgetränktes Licht und beißender, an altem Klebstoff erinnernder Schwefelgeruch in meine Nase, beißt sich fest und schraubt sich wie ein Parasit in meinen Kopf. Junge, zartblaue Wolken nehmen Reißaus, vertrieben von dunklen, hässlichen und markerschütternden unheilvollen Gebirgen, die sich Jahrhundertelang aneinander-gerieben haben, zum Bersten gefüllt und beladen, aus längst vergessenen düsteren Zeiten.

Wind frischt schnell auf. Nach wenigen Minuten zerrt ein ausgewachsen schreiender Sturm an meiner erschrockenen Kleidung, meinem zitternden Leib. Gebannt starre ich das Unheil an, unfähig umzukehren, den Motor anzureißen, einfach wegzulaufen. Selbst die Seevögel schweigen, haben sich heimlich still und leise davongemacht, sind geflüchtet, hocken zusammengekauert in ihren Bunkern an der Küste. Borstig heranstürmender eiserner Wind zerstört die spiegelglatte See, lässt meine dünnhäutige Schaluppe schaukeln. Krachender Donner fährt mir in die Glieder, lässt all meine Hoffnung hinfort-fliegen, es möge bitte doch noch ein Weilchen dauern.

Immer weniger glattgekämmte, dafür umso chaotischer tosende Wellen heben mich rauf und runter. Poseidon erwacht, erhöht den Takt. Aus sanften Venus-Hügeln werden drohende Wellenberge. Mühsam klettern Boot und ich jeden Einzelnen hinauf, bis der Kamm sich bricht und wir uns scheiden. Humpelnd rutschen wir schneller und schneller den schroffen Wellenrücken hinunter, hinein in den weit aufgerissenen Rachen des nächsten Ungeheuers, das uns zähnefletschend verschlingen will, uns wie zum Spaß auf seine Schnauze nimmt, mit uns spielt. Mindestens fünf, vielleicht zehn und mehr Meter sind sie hoch. Gischt schabt mir die Poren von Haut und Knochen. Längst fühle ich nichts mehr, fühle nicht, ob ich brenne oder friere.

So sei es. Heute ist mein Tag. Der Eine, mein Letzter. Irgendwann würde er kommen, das war klar. Dass es jetzt sein soll versetzt mir einen Stich. Hänge mehr am Leben als ich dachte. Schön dass es der Wassergott selbst ist, der uns holt. Ergebe mich in mein Schicksal. Die Wellenmonster spannen die Muskeln, geben alles und noch mehr. Krachend wie ein Streichholz knackt der kleine Mast hinfort, geht über Bord, verwandelt sich in Treibholz. Mehrere gehässig große Fische springen in den Tälern aus dem brodelnden Wasser, grüßen mich ein letztes Mal. Wind reißt mir die letzten Fetzen vom Leib. Gischt peinigt Haut und Seele. Überall rollend-hohe Wasserberge, einer höher als der andere.

Sehe, dass sie sich hochschaukeln, sich verabreden, mir den Garaus machen wollen. Hier hast du sie: Ja, das ist sie. Deine Rechnung. Sieh sie dir genau an. Aber nicht zu lange. Wir sind gekommen um dich zu holen. Wie in einer Zentrifuge des Wahnsinns sausen Bilder an mir vorbei. Vieles erinnere ich, einiges nicht. Ein Glück! Habe endlich Frieden. Lächle erlöst, kauere mich zufrieden auf dem Boden zusammen, wickle mich in das ungenutzte, vom Salz mürbe-gehärteten schroffen Segel.

Schon bald wird es sich in mein letztes Tuch verwandeln. Vollständig angetreten, mit Millionen Jahren Erfahrung, zerschlägt das ozeanische Konzert Geist und Körper. Das Donnern, Zischen, Pfeifen und Rauschen lässt mir keine Chance, verschlingt mich mit Haut und Haaren, lässt nichts von mir übrig. Ich lasse alles los, erblinde, werde taub, bleibe stumm, löse mich langsam auf. Höre in weiter Ferne einen dumpfen Knall, ein letztes Brüllen und verbrenne mit der letzten Erdengischt. Dann bin ich weg. Dunkelheit.

Satt. Schwarz.

Nichts. Aus.

Sternenfirmament. Kurzer Blitz.

Bumm-Bumm.

Bumm-Bumm.

Bumm-Bumm.

Langsam wie ein Pottwal öffne ich meine Augen. Sie sind verklebt wie bei einem Neugeborenen. Ich blicke mich um. Spiegelglatt liegt sie da, meine unsterbliche Geliebte. Still, friedlich und sanft. Vorsichtig krabble ich aus meinem Segelkokon, blicke mich um. In weiter Ferne ist Land in Sicht. Hoffnung, da bist du wieder. Reiße am Motor. Schnell hustet er, schüttelt und trocknet sich ab, läuft dann aber rund wie ein Uhrwerk. Möwen fliegen heran; ihr Gekreische treibt mir Tränen der Freude in die Augen.

Leben.