Leere

Werde wach wie ein Straßenköter – fühl mich schmutzig – mein Kopf dröhnt wie ein leerer Kanister – habe gestern zu viel Wein getrunken, zu viel geraucht, zu viel alles. Liege ausgestreckt wie ein Hirtenhund im Bett, sehe raus, dem Feigenbaum auf die ungeduldig treibenden Früchte. Heute geht nicht viel, alles ist müde, genervt.

Die Nachbarn gegenüber haben ihre hölzernen Fensterläden mit zu viel Schwung aufgemacht, das Donnern steht noch immer im Innenhof. Keine Ahnung warum, vielleicht sind es meine Nerven, alles ist falsch, langweilig, schlecht und braun, komischer Tag. Ein Brauner.

Fühl mich alle, so, wie nicht da. Wie ein Blatt im Wind, ein leeres Blatt Papier. Weiß, nackt, leer, wie zu viel Wasser im Wein, zu viel Wasser in der Suppe, zu viel Verdünnung, kein Geschmack, keine Konsistenz. Stecke mir eine Zigarette an, mach mir Café. Ein paar Vögel zwitschern zu laut, zu ausgelassen, zu fröhlich. Nippe stumm am Café, ziehe gedankenversunken am Filter, habe Welche, kann sie aber nicht greifen, nicht fassen. Atme zischend aus, sonst nichts.

Klopapier ist aus, schlimme Sache. Toiletten sind das Wichtigste für einen Zivilisierten. Kommen gleich nach Kultur. Habe den letzten Räucherlachs aufgegessen. Milch und Chips sind am Ende. Muss einkaufen, später vielleicht. Habe jetzt keine Lust, hatte vorhin etwas Licht, eine Idee. Doch plötzlich flog sie wieder weg, konnte sie mir nicht merken. Nichts will kommen, zum verhext werden, ist das, muss warten.

Soll heute nicht sein, vielleicht morgen. Wer weiß das schon. Höre solange der Uhr zu. Tick-tack. Tick-tack. Ohne Ende, wann ist die Zeit vorbei? Bin jetzt schon müde, wenn ich dran denke. Morgen ist ein neuer Tag. Mal schauen was passiert. Morgen.

 

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