Clowns und Soldaten

Jaques-Olivier war so etwas wie ein aufgeweckter Junge. Seine Eltern waren so überzeugt davon, sagten so oft, dass er aufgeweckt wäre, dass er mit 6 Jahren anfing es zu glauben. Von diesem Tag an ging er als stolzer und aufgeweckter Junge durch die Welt. Neugierig öffnete er alle möglichen Türen darin, auch die in der elterlichen Wohnung. Er stellte das elterliche Schlafzimmer, sowie die Küche auf den Kopf, rollte Klorollen ab, kramte Kleidung, Hosen, Röcke und versteckte Kochtöpfe aus den Schränken hervor, schlug mit Holzkochlöffeln auf diese ein, als müsste er sie betrafen, schmiss Schmuckkästchen, Salz.- und Gewürzdosen durch die Gegend, klimperte auf dem geliebten Klavier der Mutter herum, als würde er am Strand spielen und Steine in die Erde rammen und machte auch sonst alles Übliche, was aufgeweckte Kinder taten.

Seine Eltern, Jeanne-Marie-Belle und Olivier-Charles Kollier-Entré wollten wie alle Eltern der Welt nicht nur Gute, sondern die Besten Eltern der Welt sein. Sie waren stolz auf ihren Sohn, an dessen großartiger Aufgewecktheit sie sich so früh so sehr erfreuten; ihre Welt war sauber, gebildet, schön und katholisch-rein, weswegen alle Dinge darin gut und richtig waren; wie weißes Papier; wie ein schönes klassisches Klavier-Konzert; wie eine weiße schöne Kumulus-Wolke; oder wie die heilige Messe, die der sanfte und sehr weise Pater Jean-Jaques Gélée jeden Sonntag-Morgen abhielt; —-

(der sein schwul-sein mit aller Macht geheim-hielt, [es sei hier kurz am Rande erwähnt, daher auch die eckige Klammer, um diese Worte ganz diskret von den Anderen abzugrenzen, weil der Pater in seiner Gemeinde sehr geschätzt wird und es verdammt noch mal seine Sache ist, was er in seiner Freizeit macht, oder was er begehrt, solange alle Beteiligten über 18 Jahre alt sind!], wie seinen generellem Hang zu zarten Messdienern, die für ihn so eine Art Ventil, eine Art ausgleichende Gerechtigkeit waren; mein Gott, wohin sollte ein Mann des Zölibates mit all seiner Liebe hin, hm?)

——- oder wie das Weihnachtsfest, dass schon ihre Eltern wie selbstverständlich mit gebügelten Blusen und polierten Manschettenknöpfen feierten und deren hochglänzende Schuhe nur noch vom Licht der fettigen goldgelben Wachskerzen und den vor Stolz und Zufriedenheit glänzenden Augen übertrumpft wurden. Frohe Weih-Nacht. Fröhliche Be-Scherung.

Immer schon waren sie bestrebt nach den Sternen zu greifen. Ihr Kind war etwas Besonderes, ganz anders als die der Anderen. Begabt und talentiert war es, für Höheres als nur für ein einfaches Leben bestimmt. Es war zum Glück schon so früh erkennbar: Aufmerksamstes Kind der Kinderkrippe; Bestes der Klasse, der Schule; vielleicht sogar der Stadt; warum eigentlich nicht der ganzen Welt, wie es sich für Kinder aus guten Familien gehörte? Alles was die Eltern taten, fühlte sich für sie gut und richtig an. Ihr Weg zum Glück war vorgezeichnet und geebnet.

Auch ihre Eltern standen schon am Rand des Tennisplatzes und führten sorgfältig Buch über Trainingsfortschritt und Nahrungsaufnahme im Verhältnis zur gelieferten sportlichen Leistung, wobei die äußerst schlanke, sehnige Mutter, die ab dem vierzigsten Lebensjahr an eine ausgezehrte, langbeinige Brotspinne mit hohen Absätzen erinnerte und deren schmalen, langgezogenen Lippen so stramm über den knöchernen Schädel gespannt waren, das sie den zu hart gespannten Seiten des Carbon-Tennisschlägers vom Sohnemann wie eineiige Zwillinge glichen, den sie manchmal lässig wie ein M16 Maschinengewehr über die Schulter geworfen hatte, als wäre sie Drill-Sergeant einer gnadenlosen Armee und die auf ihrem akribischen Klemmbrett die geschlagenen Asse noch sorgfältiger zählte als das Haushaltsgeld; die mindestens so gut über Fehltritte und Bälle im Aus Bescheid wusste, wie über den fragilen Aszendenten von Vater und Sohn und die bevorratete Menge sorgfältig gebügelter und gewaschener Tennis-Shirts, mit dem Gütesiegel des Alligators, der sich aus Scham vor Erfolg in Schmerzen krümmte.

Vater Olivier-Charles trug früh und mit zum Bersten stolz geschwellter Brust, den Siegelring seines Vaters, den dieser schon für seinen Sohn auf wechselnden Fingern aufbewahrte, so wie es einst auch sein Vater getan hatte, nachdem dieser sich tapfer selbst den Finger samt Ring hastig abgebissen und runtergeschluckt hatte, als er damals kurzfristig in die ungeheuerliche Kriegsgefangenschaft der Deutschen geraten war, als diese ganz überraschend an der Tür zu Paris klopften und den Fuß in seine Tür stellten. Vom Knacken des Knochens, von der natürlichen Geschmackskomposition aus Eisendreioxid-Sahne, Siebenunddreißig-Komma-Drei Grad warmem Zellgewebe und zäher, leicht behaarter Menschenhaut, die irgendwie an rohes labbriges Hähnchen erinnerte und dem ermüdenden Durchbeißen der zähen Sehnen, die ihm wie unkontrollierte Tentakeln und feine Gummibänder im vom Blut geschwängerten Mund fahnenflüchtig herumwuselten, bekam der Nachfahre noch Jahrzehnte später Albträume und wachte oft schweißüberströmt, von übelsten Würgereizen gepeinigt des Nachts auf, die er nur mit härtester Disziplin und einem energischen Schluck Cognac in den Griff bekam.

Vater sowie Mutter absolvierten erfolgreich ihr Studium an namenhaften Universitäten, lernten sich auf einer Studenten-Party kennen, interessierten sich füreinander wie Wölfe, die aus dem gleichen Rudel stammten und einander am Duft erkannten, der sich überraschenderweise so sehr ähnelte, als wären ihre Eltern Geschwister, umkreisten sich viele zähe Wochen und ewiglange Monate, wurden nach einer heimlichen hitzig-feuchten und ausgelassenen Nacht ein Paar, bald das glückliche Ehepaar Kollier-Entré, bekamen natürlich anständige vorzeigbare Jobs und bezogen schon nach wenigen Monaten ihre erste gemeinsame Wohnung im ersten Arrondissement, die sie durch einen glücklichen Umstand aus der Familie übernehmen konnten, nachdem ein Bruder des Urgroßvaters mütterlicherseits völlig überraschend mit 97 Jahren verstorben war und man den glücklich-verkrampften Mann nackt, in seinen speckigen, dunkel-braun und dunkel-grün karierten Filzpantoffeln in seinem Lieblingssessel gefunden hatte, nachdem er nach unzähligen nicht enden wollenden Versuchen ein letztes Mal einer alten Freude, unter der Zuhilfenahme von bunten Tabletten, nachgegangen war, bis sein Herz wie ein alter Kater wild keuchend aufschrie und nach langem Leben doch noch von der Dunkelheit überrollt wurde.

Von da an, ging es aufwärts. Bald wurde Jaques-Olivier geboren: Endlich, es war vollbracht. Die Zukunft war gesichert, hatten doch schon alle Vorfahren nervös mit den Fingern getrommelt. Er war aber auch was von süß und bezaubernd, der kleine Wonneproppen: Große dunkle Kulleraugen, die einen fragend ansahen, warum sie überhaupt auf waren; dunkelblondes Haar, das ganz von alleine zu einem akkuraten Seitenscheitel fallen wollte, neurotisch-liebevoll von den lang-befingerten Händen von Vater und Mutter unterstützt, die seine putzigen Strähnchen ständig aus dem Gesicht strichen, als wäre er ein ferngesteuertes fleischfarbenes Stofftier mit Putten-Gesicht, das bei mangelnder Aufmerksamkeit auf Stand-Bye zu gehen drohte; das ganze Gesicht; der Mund, den die Mutter ständig am Putzen war, als wäre es Silberbesteck, von dem Gäste in wenigen Minuten speisen müssten, weswegen die dauerhaft rot geschwollenen Lippen an verschmiertes Fleisch und an ein Bild von Edvard Munch oder einem dem Expressionismus im Allgemeinen sehr nahestehenden Maler erinnerte, während die ewig geröteten Mundwinkel Bakterien und Viren einluden sich niederzulassen und eine verfrühte, aber nicht minder ernsthafte Allergie vortäuschten und den kleinen Scheißer aus Angst vor dem Waschlappen ein paar Mal überraschend einnässen ließen.

Alles was Jaques-Olivier tat, war lustig, großartig und gut, egal ob er der Mutter den gesunden Karottenbrei ins Gesicht sprühte oder ohne Umwege direkt in den Ausschnitt spuckte, oder warmen Kakao auf die alten Holzdielen schüttete, ständig dazu ermutigt, weil alle Welt sich dabei halb totlachte, der Vater meist lauter und länger als alle anderen und um ein so unglaubliches Maß hysterischer als die Mama, ein wenig so als würde er bei einer Pommes-Ketchup-Mayo-Bestellung die armen Pommes in Rot-Weiß ertränken wollen, während das anfänglich herzliche Gewieher des Muttertiers immer kürzer und kürzer aus.- und auffiel, bis von ihrem vormals lauten und panischem, leicht irren Lachen nur noch ein kleines Mädchen-Wimmern übriggeblieben war und sie zum ungebremsten Schluchzen leise in den muffigen Keller mit all den stinkenden ausrangierten Schuhen ging und anfing Cognac zu trinken, mit dessen Hilfe sie weit weg in eine Zeit segeln konnte, als sie noch frei und glücklich und nicht an diese zwei ewig lachenden Vollidioten gekettet war, deren Albereien ihr spätestens ab 14 Uhr so sehr auf den Wecker gingen, dass sie mit hässlicher Migräne erst das Himmelstor im Souterrain verschloss und danach das ehemals blumig-zarte Burgtor hochzog, um sich fortan selber um ihre Herzlichkeit und ausgedörrte Leidenschaft zu kümmern.

Unübersehbar: Erfolg auf ganzer Linie. Auch im Beruf. Natürlich. Verantwortung und Gehälter wuchsen stetig, wie die vor Stolz triefenden Herzen, die nicht nur um die Hüften anfingen Speck anzusetzen. Dinner bei Bekannten; charmantes und lustiges Parlieren, mit Esprit und Witz, dabei weder Philosophie und Kunst, noch Musik und Religion auslassend, war man doch unter sich. Schlank und rank, schön und gebildet. Talente zeugten Talente, die von stolzen Eliten erfreut aufgenommen wurden, aus denen sie stammten und die fortan die Zukunft der Grande Nation lenkten. Die Welt, ein französischer Traum.

Nach einer Weile,  Jaques-Olivier war mit seiner Schule fertig und ging mittlerweile ebenfalls auf eine weithin bekannte Grand-École, er hatte sich nebenher, für seine Eltern kam das ja ganz überraschend, (wobei man beim genauen Hinsehen erkennen konnte, dass ihre gespielte Überraschung nur mit Mühe die darunter befindliche Erwartung verstecken konnte) noch dazu erfolgreich im Sport engagiert und wurde schnell beliebter Kapitän der Rugby-Mannschafft, da kam er mit dem schwachen Geschlecht in Kontakt, das sich nach und nach als weniger schwach, dafür perfide versteckt umso stärker als er erwies, hing es ihm doch ganz opportun an seinen Lippen, die hoch erfreut darüber, ständig die Wahrheit und nichts als die verdammte Wahrheit aussprachen, so lange ihm Gott und all die anderen männlichen Wichtigtuer dabei halfen.

Wortführer, egal ob auf Partys oder sonstigen Feierlichkeiten; sein Humor, sein Lachen, sein Charme; alles war einnehmend, dass man davor nicht gefeit war; das Armkettchen, das Goldene, dass ihm seine Mutter zum 18-ten Geburtstag geschenkt hatte und eine gute Balance zu dem alten, nicht minder wertvollen geerbten Zeitmesser darstellte, trug er stolz mit sich herum, als wäre es ein Heiligenschein, der ihn vor allem Unglück bewahrte, als wäre es eine feierlich überreichte heilige Oblate, an der er sein ganzes Leben herumlutschen dürfte, gleich dem schweren Gesäuge des heiligen Geistes, dessen Säfte ihn groß, immer größer und größer haben werden lassen, bis er beschwingt vor Glück, Macht und Einfluss auf dem gesellschaftlichen Thron gepflanzt wurde und das Volk ihm huldigen durfte, weil es Selbstlos erkannte, was für ein großes Glück es hatte, mit seinem Dasein beschenkt worden zu sein.

Erfolg im Studium; wie schon die Eltern und Urgroßeltern; bei der Wahl seiner Freunde; seiner Kleidung; bei der Suche nach seiner Zukunft….immer Erfolg……..Erfolg im ganzen Leben; bei wichtigen Entscheidungen: Erfolg; wenn er Frauen traf, Freundinnen hatte; beim Essen im Restaurant, die arme Bedienung so lange mit Blicken penetrierend, bis sie sich ausreichend genötigt fühlte, ihm, dem Platzhirsch, den Wein zum Kosten zu geben; alle Gäste am Tisch höflich, schön der Reihe nach, dafür aber bestimmt, nach den Wünschen abfragend, als wäre er bei den Pfadfindern und nicht unter eigenständig denkenden Menschen; die Gespräche immer zu einer binär-banalen guten & weniger guten Sichtweise lenkend, dabei vorgab aufmerksam zuzuhören, aber bei langer Sprechpause, ausgelöst durch passives Zuhören, auch mal harsch den für ihn zu lang empfundenen Monolog seines Gegenübers mit stumpfer Klinge abschneidend, die Unterhaltung im Zweifel mit Kampf-Rhetorik gewaltsam an sich reißend, ständig und immerzu auf eine militärisch anerzogene Synthesis zu-rennend, diese als notorischer Gewinner lauthals als die eigene Meinung verkündend, als müsste er die Tricolore als erster Mann im Mond in die staubige Kraterlandschaft stechen, wie in den Leib eines zu schwängernden Weibes; beim Smalltalk und leichten Parlieren, immer bereit das Umfeld zu überholen und abzuhängen, um es zu führen, es zu dominieren und wahlweise ans oder hinters Licht zu führen, mit ihm an der Spitze, mit ihm……zum Erfolg; wieder im Restaurant; immer die Gesamtrechnung einfordernd, als wäre er der Großwesir, der seinem Kalifen vorauseilte, ständig bereit diesen zu beerben, diesen vom Thron zu stoßen, für die gute Sache, für den Sieg, für den……Erfolg.

Kultur, intravenös unter die Haut der DNA gespritzt, sich wie ein lautloses, hochwirksames Gift ausbreitend, als müsste es seine Seele, sein ganzes Selbst für alle Zeiten kontrollieren und verschlingen; sein selbstgefälliger, selbstverliebter Gesichtsausdruck, dem mehr Mädchenhaftes anhaftete, als allen Frauen zusammen die er je traf; wie sehr vermisste er doch die Welt der verschwitzten Jungen-Körper aus seiner Zeit der Studenten-WG, wenn sie freizügig und offenherzig herumalberten, die Welt und alles darin umarmend, als hätten sie sie schon längst eingenommen; mit machomäßigen Sprüchen ihre Reviere markierend, als würden alle Stuten der Universität nur ihnen, ihnen ganz alleine gehören, aus deren Gehege sie sich zur gegebenen Zeit die Schönsten aussuchen würden, wie aus einem Hochglanz-Katalog, selbstverständlich davon ausgehend, dass die Mädchen es genauso mit sich geschehen lassen würden, hochgradig beglückt, geradezu beseelt, wenn sie auserwählt, enttäuscht und bitterlich-traurig-weinend, auf das Ende aller Tage wartend, wenn nicht.

Wenn er mit seinem Selbst in der Nacht alleine war, sich die kühnsten Dinge und Träume wünschte, wenn er heimlich, still und leise vor sich hin onanierte, bis die kleinen weißen Wolken die Decke verklebten, sie jede Nacht weiter und weiter verkrusteten; wenn er jedes Mal aufs Neue überrascht war, wenn er kurz bevor er zu Zucken und Pumpen begann, anstelle an feuchte Venushügel und pralle Vorhöfe an knackige Jungen-Ärsche und ihre wildpochenden Lenden dachte, von denen er immer öfter sehnsüchtig träumte, wie die großen alten griechischen Philosophen, die ihre zarten Lustknaben hüteten wie das Staatsgeheimnis von Alexander dem Großen, kurz bevor er sich aufmachte, sein Makedonisches Reich zu vergrößern und seinen Plan dazu ganz exklusiv nur diesem einen französischen Elite-Studenten mitteilen wollte, wie es nur große Helden, Herrscher und Führer unter Ihresgleichen taten. Im Olymp. Endlich. Alles war möglich. Alles erlaubt.

Jaques-Olivier hatte es verdient; nach den zwei harten Jahren der Classe Prépa, wo er gut und gerne zwischen 12 bis 16 Stunden bis zum Umfallen lernte, um zur Créme de la Créme zu gehören und „en passant“ das Ansehen seiner Familie drastisch zu verbessern und in die nächsthöhere Schicht der Gesellschafft zu überführen, sollte die Familie, für den Fall überraschender Unkenntnis, nicht schon längst dazu gehören.

Dienst am Staat, am Vaterland, für die Glorie, für den Erfolg. Hochzeit in der selben Kapelle wie die Eltern; ja bitte, der gleiche Pater; die Freundin und Braut, die der Mutter erschreckend ähnelte, als würden alle Französinnen gleich aussehen; körperlich zart, zerbrechlich, feingliedrig, mit dem sorgsam versteckten Willen einer eisernen Herrscherin, die gleiche dezent-schick und leicht raffinierte Mode tragend; gleiche Düfte; gleicher Schmuck; gleiches Weltbild vom Mann, von Mr.Right im Herzen tragend, der wie ein kitschiges Hochglanzabziehbild aus einem schnulzig-saftigem Rosamunde-Pilcher-Schinken daherkam; als käme der Zukünftige als Ritter der Ehrenlegion auf weißem Pferd angeritten, siegreich von der Schlacht heimkommend, als würde noch das warme Blut des Feindes an Säbel, Gardeuniform und den schneeweißen Kalbslederhandschuhen kleben.

Abgrundtief, bis in die hinterste und letzte Zelle fest daran glaubend, auf der Seite der Guten zu stehen, von der seit Jahrhunderten von  Jahren gepflegten alten Tradition der Kirche, die das Feuer der Waffenschmieden nicht nur geschürt, sondern regelmäßig aufs Neue entfacht hatte, um den Ungläubigen Einhalt zu gebieten, von stolzen Elite-Offizieren in die Flucht geschlagen, um Friede, Wohlstand, Bildung und gut verteilten Reichtum über die Republik zu bringen, wie es von jeher das Ansinnen der Mächtigen war: Liberté, Égalité et Fraternité!

Schön sie zu haben; schön sie pflegen zu dürfen; wie gut, dass diese Werte von einer starken Armee beschützt wurden, die wahrlich für Alles gerüstet war und die den Feind schon immer im Auge gehabt hatte, um schnell reagieren zu können und wieder für Recht und Ordnung, ach was, für göttliche Gerechtigkeit zu sorgen; wie gut, dass all diese Werte weit davon entfernt waren, unter der Verkrustung traditionsgebundener Eliten zum völligen Stillstand zu versteinern; wie schön, dass es eine stetige Auffrischung von außen bei der Schicht der oberen 10% gab und sie weit davon entfernt waren, im eigenen inzestuösen Saft zu kochen und Klone zu züchten, die sich nur durch zwei verschiedenartige Geschlechter unterschieden, wie es schon andere Völker in der jüngeren Geschichte vormachten und zeigten, wie man es tunlichst nicht machen sollte; wie gut, dass man die großen 3 höchsten Tugenden und Werte nicht heimlich still und leise ins Museum tragen musste, um sie aufzubahren wie die mumifizierten Träume einer großen Nation; was für ein großes Glück alle hatten, dass unsere Stoßgebete erhört worden waren, dass wir genau davor, vor einem Glaubens.- und Werteverfall, vor dem Einfall von Fremden, sowie vor zu hoher Inflation von unseren Eliten beschützt wurden, von Männern wie Jaques-Olivier, die für uns ihr Bestes gaben, um dich und mich zu beschützen, uns zum Überleben disziplinierten und wenn nötig umerzogen, um den Weg zum Erfolg tapfer mit uns weiterzugehen, auf dem Weg zum End-Sieg und am Ende zum Himmelstor geführt zu werden. War das dann nicht aller Mühen wert?

 

 

 

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