Das Ende – Odyssee 2021 CW46

21.November – Vor wenigen Tagen meinte ein Freund, dass er nicht mehr glaubt, dass meine Bücher erfolgreich sein werden. Schuld daran sei mein Internet-Auftritt, im Besonderen mein Blog.

Total öde und langweilig, sagt er.

Kein Schwein interessiert sich für freundlich oder schön-geschriebene Geschichten. Ist wie nett sein, sagt er – nett ist die kleine Schwester von Scheiße. Trash ist die Zukunft. Laut, schrill, böse und hässlich kommt die Welt daher – mit Ken und Barbie braucht man keinem mehr kommen…

Zunächst runzelte ich die Stirn, als ich ihm zuhörte.

Dann setzte ich zum Antworten an, da schnitt er mir glatt das Wort ab, bevor die erste Silbe über meine Zunge ans Freie drang. Ich solle meine Klappe halten, sagte er – ich würde gar nicht kapieren, wovon er reden würde – und es ging noch weiter.

Ich solle mir mal Videos von Jens Knossala – besser bekannt unter dem Namen „Knossi“ – reinziehen. Es ginge schon lange nicht mehr um Seriösität, Ernsthaftigkeit und so langweiligen Mist wie Tugenden!

Das T-Wort hat er geschrien…

So gesellte sich zu meinem Stirnrunzeln noch Staunen – gespeist aus 128.000 Gründen, die ich hier im Einzelnen nicht aufzählen will, weil das angeblich – Zitat Nachbar – sowieso kein Schwein interessiert, nicht einmal euch. Ich denn so:

„Was schlägst du also vor? Statt helfender Hände reichen, besser Backpfeifen verteilen?“, worauf er dann ganz wissend und geheimnisvoll tat, genauso, oder sagen wir mal artverwandt, mit dem generösen Lächeln des Herrschaftswissen, vom Kaliber unseres Dorfdruiden.

„Antworten, noch dazu richtige, wie die gleich folgende, könne man nicht mit der Gießkanne über die Welt gießen…“, gebar er sich geheimnisvoll. „Es komme vor Allem darauf an, was man erreichen will…und am Ende ist sowieso alles egal; lieber noch ein paar letzte Jahrzehnte Vollgas geben, statt als Ökospinner a la Fridays-for-Future rumrennen..“

Von dem Moment an, war für mich alles klar.

Eines der großen Geheimnisse im Leben blieben unsere Inseltalente. Wieso glaubte mein Nachbar, dass ich das nicht wüsste, nur weil ich nicht genauso herumstänker und rumkotze, wie alle anderen? Wollte er mir gerade wirklich versuchen zu verkaufen, dass ich genauso sperrig daherkommen und herum-pöbeln soll und jetzt etwa, ohne Ankündigung, so richtig die Sau rauslassen sollte?

Kann ich – vielmehr – will ich die Karte des Opportunisten zücken, um im Netz Aufmerksamkeit zu erregen, damit Nachbarn Bücher kaufen…also ab jetzt Guerilla-Marketing für‘s Geschäft….?

Was denkt ihr darüber….? Weitermachen wie bisher, oder Stahlhelm raus und Handgranaten und Tellermienen der Kommunikation werfen…?

Sagt ihrs mir….was wählt ihr…?

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