Macron und Pastis

Es ist mittags. Ich sitze am Schreibtisch und schaue nach draußen. Bekomme den Anfang meines Knäuels nicht gegriffen. Ich sehe und denke zu viel. Und tue doch zu wenig. Die Zu’s regieren meine Welt.

Millionen Ameisen in meinem Kopf. Jede mit Stahlhelm und Waffe. Und zusammen doch nur ein wirres Chaos. Stattdessen ne Menge Rechthaberei. Alle wollen gewinnen. Niemand gibt nach. Alles bleibt stehen.

Wind pfeift um die Häuser. Graue Himmels-Berge belauern sich gegenseitig. Warten auf den richtigen Moment, um wütend loszuschütten.

Vorbei der Sommer. Keine Ahnung wie ich ihn fand. Fühle mich abgestumpft. Irgendwie ausgelaugt. So wie verdünnter Kaffee. Hoffnung? Glück, gar Zufriedenheit? Plötzlich springen Ameisen aus meinem Kopf, wie wild durcheinander-schreiend.

„Irma, USA, Nordkorea, Religionen, Macht, Geld, Erdöl, Atomkraftwerke und Bombentests, China, Israel, Palästina, Russland, Europa, Brexit, Macron, Angela, Erster und Zweiter Weltkrieg; Rechts oder Links, sozial oder radikal, Gleichberechtigung, Globalisierung, Digitalisierung. Kryptowährung!“

So viel Schreierei. So viele Labels. Kenne kaum ihren Inhalt. Suche, wühle, will verstehen. Möglichst Alles. Bleibt Zeit für mich, den Menschen? Hab ich nicht längst genug gebraucht, gewollt, gar gemusst? Die Menschen sind mir fremd geworden. Ich bin mir fremd geworden.

Morgen kommt Macron nach Toulouse. Und ich werde Pastis trinken.

 

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