Byzanz – Odyssee 2026

Byzanz – Odyssee 2026

Man glaubt’s kaum, aber diesen Freitag, 29.Mai starb Kaiser Konstantin XI (Elf) … Okay, nicht genau jetzt an diesem Freitag in 2026, sondern 1453, also vor genau 573 Jahren, in seiner Stadt Konstantinopel … Hauptstadt vom 1000 jährigen Byzantinischen Reich … Mit jungen, wieselflinken,

frischen 49 Jahren.

Welch Jammer, so konnte er sich keine Gedanken mehr machen, wen er zur Geburtstagsfeier seines anstehenden 50igsten hätte einladen wollen … Und ich sag‘s euch: das ist nicht ohne … quasi ein Minenfeld … was auch immer du wie, wann tust, du machst es ganz sicher, genau: vor Allem

Falsch!

Selbst wenn du’s dir machst wie du möchtest, auch dann sind deine Gäste talentiert genug, um sich aus unverdächtigen Unterhaltungen heraus ordentloch in die Haare zu kriegen … Vermutlich hätte Konstantin XI gerne seinen runden Birthday gefeiert, aber es sollte anders kommen: er fiel während seine Hauptstadt

Byzanz / Konstantinopel

von Osmanen, Türken belagert, letztlich erfolgreich eingenommen wurde … Dafür gedenken wir Philhellenen dir regelmäßig, lieber Konstantin, ich besonders, wo du doch nur einen Tag vor mir Geburtstag hast … Aber die bohrenden Fragen, mögen sie für einige absurd sein, die mich auch heute noch regelmäßig …

umtreiben,

sind die Folgenden: Warum ging er auf das Angebot vom angreifenden Sultan Mehmed II nicht ein, seine Hauptstadt kampflos, ohne Tote zu übergeben und dafür die ganze Peloponnes Halbinsel zu behalten? … Sein Reich befand sich schon seit Langem, wir reden von ein paar hundert Jahren, sehr stark in einem mächtigen

Abschwung,

im Niedergang, jeder bekam es mit … natürlich, man wehrte sich, hielt stand, eroberte Gebiete zurück, aber der Schrumpfungsprozess war in der zweiten Hälfte unumkehrbar … Wenn man sieht das man untergeht, dass der Laden auseinanderbricht, was hält dich davon ab, weitreichende, kluge, weise

Entscheidungen zu treffen?

Sogar auf Sylt haben die Menschen erkannt, dass sie bald verschwinden, wenn sie sich der Natur nicht entgegenstemmen … Was also lässt uns Menschen „nicht“ reagieren, eingeengt, tendenziös destruktiv, Abschwünge beschleunigend entscheiden? … Was ist es? Etwa unser Ego, Eitelkeit? Oder einfach so etwas wie …

mangelndes Vertrauen?

Gar die Furcht, letztlich doch alles zu verlieren, also ganz nach dem Motto „worauf warten wir denn“ und so? … Also deswegen Alles, oder Nichts? Warum hat er sich nicht mit Volk & Soldaten weise zurückgezogen, um in Stille und Frieden, in einem viel kleinerem Reich, aber immerhin am Leben …

um zu leben?

Seine „Alles-oder-Nichts-Entscheidung“ kostete seines, sowie das Leben vieler … noch dazu wurde nur 6 Jahre später auch Mistra / Mystras eingenommen, sein letzter Amtssitz und Rückzugort, des ehemaligen großen, 1000 jährigen Kaiserreich … Wie würden wir Menschen heute über dich,

Konstantin XI.

denken, wenn du einen gewaltfreien weisen Kompromiss eingegangen wärst, um zumindest die Peloponnes Halbinsel zu sichern? … Wärest du für uns heute trotzdem ein Held, mit den gleichen schönen Gedenkbüsten in Athen und Mystras? … Was können wir heute von deinem tragischen Schicksal und deinen …

Entscheidungen lernen?

Natürlich werde ich jetzt nicht Konstantin im gleichen Atemzug mit Don Blondie erwähnen, nicht nur, weil sich das nicht schickt … aber vielleicht mit einer kleinen Atempause dazwischen … es lassen sich durchaus dutzende, ach was, tausende Parallelen in Wirtschaft, Politik, sogar Freizeit ziehen …

bis in heutige Tage.

Nehmen wir ein Beispiel aus unserem Alltag: Wir sind so auf Effizienz und Leistung getrimmt, dass wir einen sorgfältig geplanten Tag, nebst Zeitplan gefährden, nur weil wir irgendetwas Unvorhergesehenes hineinzwängen meinen zu müssen … Tief drinnen wissen wir, dass wir alle, sämtliche Termine

riskieren,

dass wir bei Allem, überall zu spät kommen, unseren ganzen Tag deswegen durchhecheln, obwohl wir es am Anfang wussten … Es ist die gleiche Sache dahinter, mit weniger existentiellen Auswirkungen, zugegeben … oder nehmen wir aggressives Autofahren, weil man spät dran ist, vollkommen …

unnötig und nutzlos.

Man erhöht das Unfallrisiko, ist gestresst, schlecht gelaunt, noch dazu aggressiv und trifft deswegen, was auch sonst, wenn man voller Adrenalin ist, dementsprechende verheerende Entscheidungen, noch dazu hausgemacht … nennen wir es deswegen das Konstantin-Syndrom … Wir haben eine

gute Übersicht,

haben genügend Informationen, aber treffen immer wieder, jeden Tag, destabilisierende, zum Teil destruktive Entscheidungen, die nicht nur eine Sache, sondern eine ganze Kettenreaktion auslösen, die unübersehbare Folgen haben können, die man ganz sicher, ab einem bestimmten Punkt, nicht

mehr kontrolliert.

Zugegeben, ich bin kein Politikwissenschaftler wie Kumpel J., aber die einzige heutige Weltmacht, die keine Kamikaze-Aktionen startet, abgesehen davon, dass es sicher eine Fülle von menschenrechtlich bedenklicher Dinge dort gibt, ist China … Alle anderen, egal, ob der geschätzte

Waldimir Poohtine,

oder der unberechenbare, zum Teil besinnungslos daherkommende August in Washington, der meint, ständig intuitive, aus der Hüfte geschossene Entscheidungen treffen zu müssen, wo doch nach Daniel Kahnemann unser System1 nur für flotte alltäglich-bekannte Dinge taugt, während das kognitive, langsamere,

aber verlässlichere System2

als Einziges zu Rate zu ziehen wäre, wo man ständig am Rande der größten Katastrophen entlang-schlendert, ohne sich anscheinend dessen besonders gut bewusst zu sein? … Vermutlich weiß es niemand, weder er, noch seine Umgebung, von seiner Frau möchte ich nicht sprechen, sie scheint

seine Hohepriesterin

geworden zu sein … Wie dem auch sei: Konstantin können wir dazu nicht mehr befragen, was schade ist, denn obwohl das Byzantinische Reich untergegangen ist, wir zwei Weltkriege, sowie unzählige andere Kriege, in der Napoleonischen und Preußischen Zeit mit noch heute unübersehbaren Langzeitschäden in Kulturen

und Erinnerungen,

konnten all diese Dinge nicht verhindern, nicht mal die künstliche Intelligenz und dass soll bekanntermaßen was heißen, wo sich doch die ganze Welt darum jetzt dreht, seitdem Krypto abgestürzt und Kriege die Schlagzeilen besetzen, dass wir Menschen auch 2026, in unserem kleinen großbürgerlichen Toulouser Stadtteil St.Étienne …

unser Straßenfest

feierten, im Gegenteil, stattdessen schien es uns allen das Normalste von der Welt, als könnte uns kein Wässerchen trüben, als ob es keine Schlechtigkeit, Gewalt, oder Genozide gibt … So einfach lassen sich diese Extreme für mich aber nicht ertragen, im Ernst jetzt … es bedarf anständiger Pufferung und Kompensation, das geht natürlich nur mit

Charlie Hebdo

und Le Canard enchaîné … gleich zwei Satire-Zeitungen brauche ich für meine seelische Gesundheit, und zwar so dringend wie Sauerstoff, Essen und Trinken zum Leben … Aus Ersterem erlaubte ich mir von der letzten Seite eine unverwendete „Erste-Seite-Zeichnung“ eines Karikaturisten wieder zu verwenden, mit

der stillen Hoffnung,

Charlie würde meine Gedanken dahinter genügend unterstützen, trifft das Bild doch den Nagel auf dem Kopf, wie ich finde … Mit all den großartigen Zeichnungen im Kopf, mit Gedanken an Konstantin, der Straße von Humus, die uns Öl liefert, (1L Öl = 1kilo Dünger) dass wir in Kunstdünger wandeln, obwohl wir ökologischen, biologischen

täglich die Toiletten

runterspülen, mit dem neuen absurden Ferrari Luce im Kopf, mit Elektrofahrrädern und Elektro-Tretrollern, ein genauso schönes Paradox wie Holzeisenbahn, mit Kering, die als reiches Luxusgüter-Unternehmen Steuern hinterzogen wie kleine Hinterhofbanditen, mit genau diesem ausgewachsenem f***ing Stufe 5

Hurricane of Bullshit

in meinem Gedächtnispalast, schlenderte ich unsere bunte Straßenparty entlang, schloss die Wohnung meiner Freunde B. und J. auf, mit der Absicht deren Marihuana-Pflanzen zu wässern, schaltete deren super-professionelle Bewässerungsanlage an, was genau 1min gut funktionierte, bis mir im 30 Sekunden Rhythmus mehrere

Schläuche um die Ohren flogen …

Was bedeutet, selbst die …

Schläuche von heute …

Sind heute auch …

Nicht mehr das …

Was sie mal …

Waren …

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