Vagina! – Odyssee 2026

Keine Ahnung wie es dazu kam … hatte ich über Kolleginnen, befreundeten Frauen davon gehört? Möglich, glaube schon … Historikern geht es heute vermutlich ähnlich mit dem Vietnam-Krieg wie mir gerade, wo ich darüber nachdenke, wie ich von diesem Theaterstück hörte …

„Die Vagina-Monologe“,

nach dem gleichnamigen Buch und Theaterstück von Eve Ensler … Meine Schreiberei sorgt ja schon seit Jahren dafür, dass ich mich regelmäßig, will sagen, täglich, in Gedichte, Bücher und Manuskripte eingrabe, was ohne Zweifel oft und gerne als „Einseitigkeit“ bezeichnet wird – und – in meiner

Vergangenheit

direkt, oder indirekt oft angemerkt, nicht selten kommentiert wurde … besonders von meinen Freundinnen … Meine Güte, wie lange war ich nicht im Theater … Vieles habe ich deswegen selten, oder nicht getan … genau, es wurde höchste Zeit, da kam mir diese Möglichkeit wie gerufen … Allerdings, so sagte ich mir, wäre es in

Begleitung einer Frau,

bestimmt noch interessanter und schöner, aus vielerlei Hinblicken … Samstagvormittag, schon allein die Grübelei mit wem, stellte sich als gar nicht so einfach dar … „Ach was, nicht lange drüber nachgeseufzt – senden – gedrückt“ und Kaffee gekocht … dachte ich mir optimistisch und sollte Recht behalten … meine Freundin E. hatte …

Zeit und Lust.

Na prima, dachte ich … gegen 18 Uhr schwang ich mich auf meinen Drahtesel und radelte hin … Es war noch mild, ich bummelte, mäanderte durch die Stadt … Ein paar letzte Sonnenstrahlen bäumten sich auf … Rad anschließen, früh genug da und galant sein, um die Karten vor Ankunft von E. am Schalter abzuholen …

19:00 Uhr

Wir sitzen im „Café-Theater-3T“ … langsam geht das Licht aus, der Vorhang schiebt sich auf … drei Ladies auf Hockern sitzen vor uns … alle in hohen Absätzen, mit Röcken … drei völlig unterschiedliche Frauen … eine Blonde, vielleicht Ende Dreißig … die Rothaarige ist vielleicht Anfang vierzig … und in der Mitte die schwer einschätzbare

elegante Patronin,

vielleicht ist sie Mitte / Ende fünfzig … Sofort geht’s hoch her … Wechselseitiges lautes und leises Vortragen … von Flüstern, Schreien, Stöhnen und überdrehtem Lachen ist alles dabei, es werden Geschichten wie Leserbriefe vorgetragen … die drei bezaubernden Ladies sind, Man(n) und Frau muss es, kann es so nur sagen …

schlicht großartig!

Diverse Frauen fallen in spitzes Lachen, das in Quietschen und Kreischen übergeht … auch die drei Profis der Bühne müssen sich bis aufs Äußerste zusammenreißen, nicht mitzulachen … alle haben heute Abend Spaß … als Elodie Menadier (Rothaarig) vorführt, wie sich „Frau“ in Bus oder Bahn fühlt, wenn der String sich in die im Schatten lebende

heilige Muschel

reinschnürt, geht die Büchse der Pandora vollends auf … alles flippt aus, hällt sich die Bäuche vor Lachen … wir Männer ebenso … allerdings auf andere Art, natürlich, mit weniger Wucht und Intensität, mehr als Beobachter, als die Frauen, die alles aus dem Eff-Eff kennen … natürlich wird auch das brisante Thema Gewalt samt

Klitoris-Verstümmelung

an jungen Mädchen in Afrika genauso wenig ausgespart wie das Nachahmen beim gemeinsamen Beischlaf, sprich der – l’Amour toujour – welche Geräusche und Gesichtsausdrücke wir Herren so machen … und noch „peinlicher“, was wir für Unsinn von uns geben, wenn wir „KOMMEN“ … welch großartiger Teil, ich hoffe nur, dass ich Worte, Geräusche

und Gesichtsausdrücke

schnell wieder vergesse, um nicht beim „Nächsten Mal“ in lautes Lachen zu verfallen, wenn mein nie schlafendes Bewusstsein sich genau „dabei“ diese Bilder in Erinnerung ruft … Hier geht heute wirklich die Post ab … Völlig offen und ungeniert, hält das Theaterstück genau dort „drauf“, wo es brisant und errötend wird … wie

Kamera-Frauen / Männer

sagen dürften … die drei Ladies suhlen sich mit Genuss, Zeit und Geduld in jeder Situation, ohne auch nur einmal Übung, gar Routine aufflammen zu lassen … als Schauspielerinnen sind sie einfach großartig, auf höchstem Niveau, was bei diesem Stück, ehrlich gesagt, nicht ganz leicht ist … denn als die leicht in Ehren

ergraute „Chefin“

eine Geburt beschreibt, wird es still im Saal … sehr-sehr-still … selbst ihre beiden Kolleginnen bekommen wässrige Augen, so großartig fühlt man sich ihr nah, nahe bei der „Sache“, richtig mittendrin! … Zwischendurch fühle, horche ich in mich hinein … was für eine beeindruckende heiß-kalte Achterbahn …

der Gefühle!

Selbst den unsensibelsten Mann dürfte es, früher oder später, genauso wie mich „zerlegen“ … Sogar Gefühle und schwergewichtige Worte wie „Mit-Verantwortung“, hin und wieder sogar „Mit-Schuld“ flammen in mir immer wieder auf … 1000 und ein Gedanke und mindestens genauso viele Gefühle sausen mir durch die hell …

erleuchtete Birne.

Keine Ahnung warum … auch die vielen aktuellen Kriege und Krisenherde springen von links nach rechts in meinem Kopf herum … „Was machen wir Menschen hier eigentlich?“ … Aber ganz und vor Allem: „Wir Männer!“ … Seit es uns Menschen gibt, führen Männer Krieg … genau, richtig beobachtet, wir rotten uns gegenseitig aus … Was stimmt nicht

mit uns Menschen?

All die Mühe, ein Kind großzuziehen … und es dann, was? In den – Krieg – zu schicken? Wirklich? Im Ernst? … Wir sind doch nicht mehr ganz bei Trost! … Gedanken an die vier Welt-Religionen flammen immer öfter auf … Besonders Islam, mit seinem, für unsere westliche Hemisphäre, nach hinten gerichtetem Weltbild

der Frau.

Nicht auszudenken … wieviel häusliche Gewalt es wohl auf der Welt gibt … Nun folgt eine Aufzählung von Kosenamen für die Vagina … Unser Saal kreischt … besonders beim Perfekten Nachstellen der Herren, wenn sie „SIE“ genauestens inspizieren, unabhängig von ihrer Form, Zustand und vor Allem, wie behaart …

„SIE“ ist.

Längst ist mein Gefühl für Zeit verloren gegangen … Keine Ahnung wie spät es ist … irgendwann erreichen die drei großartigen Schauspielerinnen ihren gemeinsamen „Höhepunkt“, im wahrsten Sinne des Wortes … Schreien, Kreischen, Krakeelen … dann wird es dunkel, das Licht geht wieder an … der

Vorhang geht auf.

Rauschender Beifall, lautes Jubeln … alle sind begeistert, vielleicht wie ich – auch ein wenig mitgenommen … natürlich zielt das Theaterstück darauf ab … Es will nicht nur unterhalten, Spaß und Freude machen, sondern vor Allem DURCHSCHÜTTELN … Und genau DAS, schaffen die drei Damen mit

Bravour!

Erfolgreich habe ich alle meine Klöße im Hals heruntergeschluckt … Auch die vielen Momente mit feuchten Augen sind zwar noch nicht vergessen, aber sie sind, wie soll ich sagen … es herrscht wieder der übliche Tageslichtglanz in meinen Kugelseen, keine tiefsinnige, schwarze …

nasse Tiefe.

Langsam stehen wir auf … fühle mich wirklich noch wie benommen … langsam bahnen wir uns einen Weg hinaus … in einem neu eröffneten Restaurant mit Namen „Saignant“ finden wir einen Tisch für Zwei … E. und ich teilen uns ein „Côte-du-Boeuf“, passend zum Namen … nach all dem Kopfkino jetzt in blutiges, gefühlt …

lebendiges Fleisch

zu beißen kommt mir irgendwie merkwürdig vor … nicht ganz unvertraut und auch mit vielen Bildern und schönen Erinnerungen dabei, aber es ist trotzdem schon ein wenig – bizarr! … Auch E. geht es mindestens so wie mir, vermute ich, wenngleich sie es diskret wie sie ist, kaum zeigt … Unseren ganzen Abend reden wir über Männer und Frauen …

und über’s Theaterstück

natürlich auch … Mein Côtes-du-Rhône schmeckt hervorragend … noch dazu aus Cairanne … ein wirklich exzellenter Abend … Theater, Dinner, Gespräche, noch dazu mit einer schönen Frau, was will Mann eigentlich mehr … Zum Nachtisch, zum Abschluss und „pour la route“ nehme ich einen köstlichen …

„Spritz-St-Germain“

Heute morgen 9 Uhr … Irgendwann wachwerden … verträumtes Starten vom Smartphone … übliche Nachrichten über Krieg und Zerstörung – UND – was lese ich denn da, wie passend, noch dazu, nach gestrigem Theaterbesuch mit Thema „Vagina-Monologe“ … haben wir heute den …

Weltfrauentag!

Doppelte Wucht … denkt mein „Me-Myself-and-I“ … so ähnlich beginnt der nächste Gedanke, der unaufhaltsam weiterwächst, sich entfaltet, immer weiter und weiter … so wie es ist, kann es nicht bleiben … alles vielleicht nicht, aber Vieles muss sich ändern … Vor Allem muss dies Ego getriebene gegenseitige Töten aufhören … nach

10.000 Jahren

Patriarchat wäre es doch mal an der Zeit etwas anders zu machen … wie wäre es zur Abwechselung mal mit dem Matriarchat? Wäre das nichts? … Alleine schon zum Ausgleich … Wie kann man einen Mann, vielleicht den eigenen, oder die, jene, in „ihrer“ Umgebung verändern, dazu einladen … für den Anfang, ein paar wenige Dinge anders

… und friedlicher zu machen?

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