Côte d’Azur – Odyssee 2026

Wärme und Sonne brauche ich … und es wird immer schlimmer … keine Ahnung, woran das liegt, ob ich abgenommen habe, nichts mehr auf den Rippen habe … oder ob es andere Gründe gibt … von denen gibt es ja zur Zeit reichlich, ohne auch nur einen zu nennen … mir vergeht dann immer Laune und Appetit … Sogar mein

Frisör meinte

Mittwoch, dass er froh ist, das Jean-Luc Moudenc in Toulouse wiedergewählt und nicht die Kommunisten ans Ruder gekommen sind, die für alle Kinder Gratis-Essen, sowie Gratis-Public-Transportation im Wahlprogramm stehen hatten, wahrscheinlich war es wieder eins der Marke Bier.- oder Pastis-Deckel, daher, also echt jetzt mal, daher

lasse ich das besser sein,

vom ganzen anderen Wahnsinn da draußen will ich gar nicht anfangen … manchmal möchte man glauben, das Gott nicht nur tot ist, sondern bei irgendeinem Alpha-Psychopathen ausgestopft hinterm Schreibtisch an der Wand hängt, wenn man sich mal wieder an einem Strohhalm festgeklammert hat, der genauso brach, zerbröselte und

in seine Einzelteile

zu Staub zerfiel, wie all die Pharaonen, im Tal der Könige … deren Goldmasken Museen verstopfen, wie die Goldlocke vom derzeitigen GröFaZ der westlichen Welt, der sich bestimmt eine Pyramide als Denk.- und Grabmal bauen lassen will, natürlich größer als die in Gizeh, ist ja klar … man kann, wenn man genau hinsieht, in jedem

Krumen und Samen

den Kosmos finden, aber wir, jedenfalls scheinen es mehr zu werden, einige von uns meinen auf den Mars fliegen zu müssen, während wir die Umlaufbahn der Erde mit Satelliten-Schrott voll-müllen, als hätten wir auf Erden all unsere Probleme gelöst, obwohl jedes Tiktok-Kind weiß, dass wir ohne Anwalt mit keinem unserer

Nachbarn reden können.

Aber, was rege ich mich auf, wo ich doch eigentlich gar nicht davon anfangen wollte, Scheiße aber auch! … Na jedenfalls, alleine schon der Name Côte d’Azur, erzeugt bei allen Bilder im Kopf … welche, ist nicht wichtig, sie ähneln sich wahrscheinlich sowieso … Geboren aus einer spontanen Idee wollte ich nach

La-Valette-du-Var

Grund war meine Brief-Freundin A, die mir erzählte, dass sie von Paris ans Mittelmeer ziehen wollte … UND Wie sich rausstellen sollte, es auch umgesetzt hat … Schnell machten wir ein Wochenende ausfindig … doch der Weg dahin, sollte sich als steinig, besser gesagt „windig“ erweisen … wenngleich „windig“

stark untertrieben,

geradezu ein Witz ist … Wie Scher.- und Fallwinde und heftige Böen auf mich herunterdonnerten, mir den Garaus machen, mich aus’m Sitz heben, oder gegen andere Autos und LKW’s drücken wollten, war teilweise schon abenteuerlich, besonders dann, wenn wir über freie Flächen fuhren … immer genau dann, hoffte

Windgott Aiolos,

mich packen zu können … mit einer Wucht, als wären es kosmische Wirbel.- oder Sonnenwinde … Kein Wunder, dass es nur sehr wenige Mopedfahrer auf der Strecke gab, die mir mit zitternden Armen zugrüßten, so wie ich, der sich zusammengerollt gegen den tosenden Sturm zu stemmen versuchte … doch das Sonnenlicht

am Mittelmeer

entschädigt mehr als genug … So schraubte ich mich am Meer entlang, ließ mich in der Camargue besonders hässlich durchschütteln, bog auf die A54 Richtung Marseille, der wahren Hauptstadt Frankreichs, zumindest für mich … den Stürmen hielt ich 150 Kilometer lang stand, ohne vom Hocker zu fallen … nach sechs Stunden kam ich an, nicht ohne

Zwei lange Pausen

Gemacht zu haben … A und ich trafen uns gleich auf Apéro und gingen hinterher essen … Gegen Mitternacht fiel ich ins Bett, als zöge Hades an meinen Beinen, so schnell segelte ich weg … Nächster Morgen, purer Sonnenschein, einfach großartig … meine Unterkunft? Ein Knaller, mit Pool, alten Olivenbäumen, noch dazu alles in der Altstadt,

sogar günstig.

Beim Betrachten des stahlaugenblauen Himmels, fragte ich mich, ob der Name Côte d’Azur in Wahrheit vielleicht eher vom Himmel, als vom Wasser kommt … Im Überliefern sind wir ja genauso Meister wie im Lernen aus der Geschichte … wir gingen zum Strand … da fiel es uns schon auf: wir waren die einzigen zu Fuß … alle anderen

flogen mit Scootern,

oder mit Motorrädern an uns vorbei … kaum fanden wir in einen harmonischen Schritt, winkten und lächelten uns fremde Menschen zu … was hatten die bloß? Vor einem Supermarkt saß ein Mann, bettelte um Kleingeld … er winkte mich ran … normalerweise gebe ich immer gerne, aber heute … „sorry, mein Freund – hab nur

meine Kreditkarte“

Zufrieden strahlte er mich an, als säße er vorm Himmelstor und nicht vorm Intermarché in La-Valette-du-Var … „Wollte dir nur sagen, dass ihr ein tolles Paar seid“ … Wow, touché, da hatte er mich voll erwischt, dass dieser Unbekannte in seiner Not nichts anderes tun wolle, als genau das zu sagen, egal ob es wahr ist,

oder nicht,

man, ey, das berührte mich … so ging es noch ein paar Mal bis wir unten ankamen … einmal hielt ein Lieferwagen mitten auf der Kreuzung an, strahlend rief der Fahrer zu A. rüber … „Hast du dir den Wikinger da geangelt?“, worauf sie leicht errötend zurücklächelte … egal ob Motorrad.- Auto.- oder Radfahrer, vielleicht lag es an

Sonne und Meer,

oder doch an der kosmischen Strahlung … alle Menschen waren nett, nein, auffallend höflich, fast liebevoll mit uns … etwas Ähnliches hatte ich in der Häufigkeit und Intensität noch nie erlebt … dann kamen wir ans Meer … was soll man denn noch sagen, wenn man Ende März am Mittelmeer im Sand sitzt und sich sonnen kann, was denn?

Eben – gar nichts!

Überhaupt, da kamen sie wieder, meine großen Fragen … immer dann, wenn ich das Mittelmeer aufmerksam beobachte … der weite Atlantik löst das nicht aus, obwohl, oder vielleicht deswegen, weil er so gewaltig, fast erschreckend ist, dass er dich ablenkt mit seiner rohen Wucht, dich erzittern, bibbern lässt … während am Mittelmeer sich eine unbekannte

Tür in mir öffnet,

eine malerische, poetische, die mich einlädt, Schönes zu denken, fühlen, ja wahrzunehmen … man geht hindurch und sieht, versteht alles gleichzeitig … man ist im Jetzt und im Morgen, das Gestern ist Geschichte, alles fließt, man selbst wird fluid, lucide … man stellt Verbindungen her, die einem vorher nicht klar waren, man

versteht Dinge,

die mir vorher als gordische Knoten erschienen, die mich zum Zweifeln, Haare raufen, zum Straucheln brachten … A und ich plauderten über‘s Leben, das große Ganze, und das Alles, wenig ließen wir aus … so plätscherten Tag und Nachmittag dahin, es war zauberhaft … irgendwann gingen wir heim, Siesta-Zeit … Abends trafen wir

uns zum Apéro,

dann aßen wir wieder … welch ein Tag, er schien ewig lang, kein Ende nehmen zu wollen … als wäre ich Sisyphos, der sein unendliches Los, seinen Stein, nebst seiner Plejade Merópe zu wuppen habe, wenngleich mir diese „Bürde“, trotz Allem, oder gerade deswegen, zumindest heute, in diesem Moment, schön wie ein

Traum vorkommt.

Gegen Mitternacht übermannte uns Müdigkeit, in Gestalt vom griechischen Gott Hypnos … Heute morgen, aufräumen, Chocolatine und Café mit A. … wir verabschiedeten uns, gegen elf rollte ich von Dannen … entlang der A52 Richtung Aix-en-Provence … Bewölkung und kalter Wind zerrten an meinem Aufzug, der mich an

Zwiebelverpackung,

und Louis-Ferdinand Céline erinnert … auch Céline rannte mit diversen Schichten von Mänteln und Jacken rum, bis heute schleicht er so auf Fotos und durch die Zeit … als ich Marseille passiere, kommt mir der Gedanke, beim Coutelliere Du Panier vorbeizuschauen, wo ich im Februar 2025 mit meiner Freundin S. ein

großartiges Messer

für Kräuter fand und aus mir unerklärlichen Gründen – nicht kaufte … Ob es der kalte Wind, oder die vielen Wolken waren, erinnere ich nicht mehr, aber ich entschied mich auch heute, es aufzuschieben … ganz sicher, „beim nächsten Mal“, versprach ich mir … und sauste weiter Richtung Camargue, bog erfolgreich von der A7 auf die

A54 ab,

heute geschieht alles wie von alleine, keine Ahnung welche Kräfte oder Hände mich führen … auf dem Rückweg kamen mir die Windböen weniger schlimm vor … ich brauchte nur 4,5 Stunden … parkte meinen Stratogleiter bei mir im Viertel, schloss meine Bude auf, nahm eine heiße Dusche und begann zu schreiben …

„Wärme und Sonne brauche ich …“

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