Zugegeben, bei permanent hohen Temperaturen über 35 Grad funktioniere ich irgendwie anders … nicht langsamer, im Gegenteil … sagen wir, eher gelassener, unaufgeregter … je wärmer es wird, desto mehr lass ich weg … nicht nur in Klamotten gedacht, nein, sondern wirklich und wahrhaftig
… in Allem.
Was viele als „Rosinenpicken“ verstehen, wie beispielsweise meine grundsätzliche Tendenz, mich mit Menschen zu umgeben, die mir guttun, ist in Wahrheit ein sehr rücksichts.- und respektvoller Umgang mit Mitmenschen … Kumpel Ede sagte mal über uns – plural, weil‘s ihm ähnlich geht – „mit uns
zusammenzuleben
ist so einfach, dass hält kein Schwein aus!“ … Es ist nämlich egal was es ist, grundsätzlich versuche ich mir das Leben unkompliziert zu machen … Mir kommt es vernünftig vor, möglichst Dinge zu tun, die ich mag … Aus mir unerklärlichen Gründen, stößt das oft auf Widerstand, oder sagen wir, auf …
… Unverständnis.
Mein ganzes Leben besteht nämlich genau deshalb aus Staunen, weil ich umgeben bin, von Menschen, die ständig Dinge nur deswegen machen, weil man sie so und so halt genau so zu machen hat … Wie bitte? Genau. Weil es sich so gehört, weil es, jetzt kommt’s, meine / unsere Pflicht ist, egal weswegen, sei‘s im Namen von Anstand,
… Kinderstube, Erziehung,
Partnern, Familie, Freunden, oder jedweden gemachten Verabredungen … Leuchtende Beispiele sind, Rasenmähen, Altglas, Altpapier wegbringen, Auto waschen, einkaufen, Ablage machen, Aufräumen, Putzen und ‘ne Vielzahl von and‘ren Dingen, die mir Horizont, Gedanken, Kreativität, schlicht mein …
… Leben versperren.
Quasi Zeit.- und Gedankenstaus erzeugen, wo ich doch freie Fahrt und Freiheit vorziehe … Alles leichter gesagt als getan … Unterhaltungen, Dialoge wie „Mäh doch nur jeden zweiten Samstag deinen Rasen, dann hast du zwei Stunden mehr Wochenende“ sind mit manchen in meinem Umfeld, keine Ahnung warum, heute nicht mehr
… zu führen.
Keine Ahnung, ob man es eine Art private Radikalisierung, durch methodische Effizienzsteigerung in Freizeit, nebst weiter fortschreitender Verökonomisierung meiner Lebenszeit, nennen kann … oft kommt’s mir aber genau so vor … Nicht wenige Menschen in meiner Umgebung tragen Smartwatches, die ihren
Trägern rechtzeitig
sagen, was sie wann, wo, mit wem tun können … quasi ein von AI / KI unterstützter digitaler Lebenscoach, der sich nicht nur in meinem Leben einmischt, sondern mehr noch, dessen Empfehlungen ich stets folge und gehorche … in Managermagazinen lernt man Dinge wie „Think global, act local“ und so ähnliches Zeugs.
Ich hingegen
Komme vielmehr zur Auffassung, dass für mich eher gilt „think local, act simpel“ … Klar macht mich die Sache mit der Ukraine nachdenklich … natürlich lese ich hin und wieder Nachrichten … auch bin ich von Don Blondie kein Freund, bestimmt nicht … es gibt sowieso fast nur noch Dinge, mit denen ich komischerweise ganz und gar …
NICHT einverstanden bin.
Richtig gelesen – NICHT – einverstanden, ganz frei nach Stéphane Hessel „Empört euch!“ … Ich kenne Freunde, Konformisten wäre nicht richtig und fair, sie so zu nennen, die wählen AfD … deswegen mit denen zu brechen, würde mir aber nicht im Traum einfallen, im Gegenteil … Ich bin ja auch ein Fan von …
Louis Ferdinand Céline.
Natürlich weiß ich, dass seine politischen Ansichten, ziemlich umstritten waren, bis heute sind … Anti-Jüdisch soll er gewesen sein, überhaupt keinen Hehl soll er daraus gemacht haben … Seine Bücher sind trotzdem Meisterwerke … Dostejewski & Solschenizyn waren angeblich auch keine einfachen Gesellen … Ihre Bücher gehören trotzdem zur …
Weltliteratur.
Meine AfD und Rassemblement National wählenden Freunde können trotzdem toll kochen, haben einen erlesenen Geschmack in Sachen Kunst und sind auch sonst belesene Intellektuelle … Natürlich fetzen wir uns hin und wieder, aber das finde ich alles ganz normal … dafür liebe ich Demokratie und Freiheit … ich kann leben, wie
ICH es für richtig halte,
so lange ich das den anderen auch so einräume … Ist doch ne tolle Sache, oder nicht? … Mit meinem neuen Moped bin ich beispielsweise super-happy … An dieser verhältnismäßig alten und einfachen Sache kann ich mich total erfreuen … es war nicht teuer, funktioniert ganz fabelhaft und prima
Baujahr 2012
ist nicht mal sonderlich frisch … und hat dazu noch den angenehmen Nebeneffekt, dass es mich beim Fahren völlig entschleunigt … mittlerweile cruise, gleite ich mit dem Ding so gemütlich durch die Gegend, dass ich aus dem Lächeln nicht mehr rauskomme … Mittwoch war es heiß. Kumpel H. und ich
mussten zum Broterwerb.
Unser Tag sah ähnlich aus … Weil H. sonst mit’m Rad fährt, es aber immer noch ziemlich heiß war, nahm ich ihn mit dem Moped mit … Auch das fand ich natürlich, noch dazu so einfach … Kann man nicht alles so machen? Man fragt, schlägt vor und der andere ist frei zu wählen, was er möchte … H. hätte gut
NEIN sagen können.
Hat er aber nicht … um nicht für noch mehr Verwirrung zu stiften, worauf ich nämlich eigentlich hinaus will, ist Folgendes: Warum machen wir uns das Leben eigentlich immer so schwer? … Warum urteilen wir so schnell über Menschen, die andere Meinungen haben? Warum können wir nur so schwer akzeptieren, dass zum Beispiel
jemand kein Fisch mag?
Ständig versuchen wir zu überreden, zu überzeugen … und gelingt uns das nicht, grenzen wir aus, oder verurteilen schlicht und einfach … Dürfen Nazis nur Nazis als Partner haben? … Können liberal denkende Menschen nur mit eben solchen zusammen leben, genau nur solche als Freunde haben? … Liegt der Gewinn nicht
… in der Vielfalt?
Klar, der derzeitige Trend geht scheinbar in ’ne andere Richtung … Aber das glaube ich immer weniger … Wir Menschen sind menschlicher als die Medien uns vorgaukeln … Na klar helfen sich die Menschen gegenseitig … Natürlich sind Menschen solidarisch … Auch Nazis helfen alten Omas
über die Straße.
Alice Weidel ist ’ne kluge und gebildete Frau … Mit ihr einen Wein zu trinken, kann ich mir gut vorstellen … Eine witschaftlich-politische Unterhaltung? Natürlich würde ich die gerne führen, idealerweise wenn keine Kamera, kein Mikro dabei ist … Es Allen Recht machen zu können, dass habe ich mittlerweile aufgehört, das zu …
versuchen & wollen.
Es führt zu nichts, macht einen selbst nur unzufrieden und verstopft dein Leben mit zu viel Kram, der dich eigentlich nicht interessiert … Freundschaften zu pflegen ist wichtig, aber man soll auch nicht ständig aufeinander rumhocken … einen ganzen Sonntag zuhause bleiben und Löcher in den
Himmel starren
kann schön sein, kann entspannend, gar entschleunigend wirken … Kaffee trinken, Zeitung lesen, dazwischen ziellos aus dem Fenster schauen, vor sich hinträumen, ist das nicht großartig? … Klar müsste ich jetzt mal wieder Staub saugen … Altglas könnt ich nach gestrigem Abend …
… wegbringen.
Muss das denn aber heute am Sonntag sein? Muss ich den Anwohnern mit meinem Geklöter in den Ohren liegen? … Langt das nicht, wenn ich das irgendwann in den nächsten Tagen mache? … Rücksicht, finde ich, ist doch was Schönes … Wie kann ich zum Beispiel im Alltag
Wasser sparen?
Oder Energie, Strom? … Muss ich jeden Tag duschen? … Kann ich mit dem kostbaren Trinkwasser, dass ich bei jeder Toilettenspülung nicht vielleicht freiwillig nachhaltiger umgehen? … Warum verschwenden wir überhaupt Trinkwasser dafür? … Müsste ich nicht eigentlich Wasser wie beispielsweise beim Kochen von …
Spaghetti
und Dergleichen nicht aufbewahren und damit dann meine Spülung füttern? … Würde ich dann nicht viel überlegter damit haushalten, weil es auch extra Arbeit, Verschwendung bedeutet, wenn ich die Spülung unüberlegt bei jedem Kram benutze? … Unterlassen, weglassen und wiederverwenden finde ich …
spannend & interessant.
Fast die Hälfte meiner Klamotten und Schuhe kann ich der Kleidersammlung spenden … Gibt immer mehr, die sich darüber freuen … Ich stelle mir die Bude weniger voll, während andere profitieren … Weniger ist mehr … Früher fuhr ich zwischen 25 – 30.000km pro Jahr … Heute komme ich auf …
5000
wenn‘s hoch kommt … Früher hatte ich drei Autos, heute habe ich nur noch ein halbes, dass ich mit meinem Kumpel L. in Norddeutschland teile … Keine Ahnung, wie die Zukunft aussieht, aber meine wird sich noch weiter vereinfachen, wird sich vermutlich noch weiter reduzieren, bis nur noch
Essen & Trinken übrig bleibt ….