Männer in Frauenkleidung … immer mehr sehe ich in Toulouse … sie fallen nicht nur durch extravagante Schminkerei auf …. wenn sie Bestellungen aufgeben, zucke ich zusammen, wenn gekünzelte Stimmen ertönen … Ich muss dann an Bulli Herbig und den Schuh des Manitou denken.
Ganz automatisch.
Viele von denen bewegen sich aufreizend, als wären sie Miss World, so als hätten sie Quecksilber in den Knochen … es ist erstaunlich, wie gründlich Beine, Arme und was weiß ich rasiert sind … Soll jeder machen wie er will … Praktizierte Freiheit bleibt auch in 2025 eine Herausforderung … Auf Instagram gibt’s einen Typen der nennt sich
_steez_nuts_
Er bearbeitet sein bestes Stück auf heftigste Weise … natürlich immer angezogen … alles ganz korrekt in weiten Klamotten und so … keine Miene verzieht er, wenn er sich mit Holzstangen und anderen Instrumenten, die mittlerweile breit geschlagenen Eier, nebst Gemächt mit Disziplin und …
Gründlichkeit bearbeitet.
Was seine Botschaft ist, habe ich noch nicht herausgefunden … Vielleicht macht er es einfach so zum Spaß … Manch ein CEO’s zieht sich Windeln an, um sich von’ner Domina durchprügeln zu lassen … Frauen tragen Plastkschwänze und vögeln gestandenen, grauhaarigen Männern in den Arsch … es gibt nichts,
was es nicht gibt
und DAS ist auch GUT so … Gestern war ich auf der Pride@Toulouse … Wow, so viele bunt gekleidete Menschen in Hülle und Fülle … dazu Electro vom Feinsten … Staunen über Staunen … alleine schon wegen der Musik … sie ist so laut, dass ohne Ohrstopfen nichts geht …
Steez_Nuts
habe ich nicht getroffen, oder gesehen, aber eine Menge anderer freier Menschen … Kurz vorher waren wir in einem Bistro Mittagessen … bunte Vögel saßen bereits da … es würde gekichert und gegackert, gekünzelte Fistelstimmen ließen mich, wie zu erwarten, zusammenfahren … Seit dem wir uns
schwarze Sklaven hielten
ging die moralische Evolution weiter … Heutzutage kann man so’n „Nigger“ nicht einfach auf offener Straße erschießen … Nicht mal verprügeln, nicht mal in den USA … Heute aben alle die gleichen Rechte, zumindest vom Gesetz her, in vielen westlichen Ländern … Grundsätzlich hat sich die Welt moralisch verbessert.
Zwar sind wir nicht fertig,
natürlich nicht, vielleicht werden wir das nie … man schaue nur in die USA … aber hier in Zentraleuropa jedoch, mal ganz ehrlich, hat sich in den letzten 50 Jahren vieles verbessert, auch in Sachen Toleranz gegenüber Andersdenkenden … Was ich an der LGBT-Bewegung so anziehend finde ist die
Unbekümmertheit
und Gleichgültigkeit gegenüber dem bürgerlichen und konservativen … gegenüber Mainstream und Durchschnittsmenschen … Es kümmert keinen, was andere denken, man ist einfach man selbst … Bei den bürgerlichen Materialsmus-Schablonen sucht man solche Sorglosigkeit oft vergebens.
Anscheinend
Geht es aus gesellschaftlicher Sicht vorwärts … natürlich, mehr, Luft nach oben, gibt es immer … und jene, die jetzt Rückschritte machen, weil sie konservativ-faschistischen Politikern vertrauen, werden sowieso früher oder später ihr blaues Wunder erleben … Soweit so gut also, oder etwa nicht?
Scheiße! Von wegen!
Wir erleben in vielen anderen ganz alltäglichen Bereichen immer öfter das Gegenteil … Dinge die jahrzehntelang gut funktionierten … man denke nur an Post, Bahn, Bundeswehr, Flughäfen, Straßenverkehr und vieles andere … all jene Themen graben tiefe Sorgenfalten in Gedanken und ins
Gesicht.
Jüngst hatte mein Nachbar M. in Norddeutschland mir den Erstdruck meines neuen Buchs geschickt … Ich steckte in Toulouse fest, Toulouse übrigens auch in mir … drum musste das Buch von Norddeutschland nach Südfrankreich … Mein Nachbar meinte es nicht nur gut, er machte das, was auch ich …
ich schwöre es,
so wahr mir Zeus beisteht … ich hätte das Gleiche getan, nämlich das ganze per Einschreiben versendet … Und siehe da: Nach fast zwei Wochen kam es irgendwie in Toulouse an … Feiertage wie Tag der Arbeit sorgen nun mal nicht für Beschleunigung … Am 16.Mai bekam ich ‘ne Benachrichtigung in den
Briefkasten.
„Auf der Post abholen“ stand da geschrieben …. Doch als ich dort hinging sagte man mir, dass sie es nicht hätten … 10 Tage später gestand man mir, dass sie als „Verloren gegangen“ deklariert haben … Ich rein in die Post.
Warten vorm Schalter.
„Es tut uns leid, wir können es nicht mehr finden. Machen Sie bitte eine Schadensmeldung“ … Mich fixte das Thema an … Gar nicht mal aus Wut, Zorn, aus irgendwelchen solchen Dingen … Ständig gehen Dinge verloren … Kriege, Sterne, Frauen, Kinder,
Brieftaschen und Jungfräulichkeit,
ständig verlieren wir was … sobald man geboren ist, verliert man jeden Tag ein bisschen mehr vom übrig gebliebenen Leben … ein Rennfahrer, eine Hausfrau verlieren ein Rad während der Fahrt … ich verliere regelmäßig die Nerven im Stau … ich vergesse, wo der verfluchte Ersatzschlüssel hängen, verliere sämtliche
Erinnerungen
daran, wo er liegen könnte … Warum also nicht mein Erstling meines neuen Buchs? Eben! … Ist doch ein gutes Omen, wie ich finde … Unser aller Kosmos befand, dass er das Buch absorbiert … Irgendwie konnte ich darüber nur schmunzeln … Was dafür die wahren Gründe sind?
Keine Ahnung.
Wer kann das schon wissen … Als Kind verlor ich mal meinen Haustürschlüssel … Ich bekam einen neuen und fand den Verlorenen nächsten Tag im Rasen vorm Haus meiner Eltern … Glück gehabt, dachte ich mir … Noch dazu hatte ich es gar nicht bemerkt … Erst als er vor mir auf der Wiese,
im Chaos lag,
da erst fasste ich in meine Tasche und merkte … Tatsächlich! Welch Glück! … Vielleicht findet sich das erste Buch nach dem gleichen Prinzip wieder … In der Zwischenzeit schauen wir zu, wie, was noch mehr verloren geht.
Zurzeit ist Hochkonjunktur.
Mal sehen, was wir noch alles verlieren, bis … Ja, was eigentlich? … Menschliche Geduld! Unkanalisierter Jagd.- und Todestrieb von testosterongesteuerten Alphatieren dreht die Welt noch schneller, verrückter und destruktiver und bereitet die US-Amerikaner auf …
… einen Bürgerkrieg vor …