Bin erst wenige Tage wieder zurück … Und dennoch: Was für ein Nachschwingen! … Aber warum? Wieso hinterlässt Athen so ein Echo? … Was passiert da? Was ist es? … Und vor Allem: Es wird immer mehr, immer intensiver! … Nur dort fühle ich mich völlig hin.- und ausgegossen … Winzig klein, unbedeutend und
… verloren.
Vor jener dort beobachtbarer wachsenden Armut graut’s mir … Bürgerkriege in Europa? Ganz klar! Sie werden kommen … Überall dort, in jedem Staat, nicht nur Europa … Wenn Reichtum und Macht weiterhin so ungehindert tun können, was sie, wo auch immer, tun wollen … Hier in Athen sieht man‘s, …
unterm Mikroskop, im Zeitraffer.
Jenes Grauen, vermeintlich unschuldig in den gebleckten Rachen des Untergangs zu starren, vermutlich sehr bald verschlungen zu werden, ja, das ist es, was mich ängstigt und zugleich fasziniert … Man will davonlaufen und kann es doch – nicht … Ich versuch hinzusehen, und auch das gelingt mir – nicht!
Eine ausweglose Falle,
ein Paradoxon, von Menschenhand gemacht … Genauso erlebe ich meine „Wiedereingliederung“ in zivilisiertere, unfreiere Städte und Länder, weswegen ich immer öfter nach Athen zurückreise, oder sollte ich sagen, vom Anderen – weglaufe? … Erschütternd daher, die Erkenntnis … Meine Wiedereingliederung?
… ist völlig hoffnungslos.
Überdosis von Allem … Eine Stadt wie pures Andrenalin … Wenn man Deutschland, noch besser, Hamburg als Beispiel für „Vorwärts Teutonia“ nimmt und Toulouse, für die gallische Republik und man die beiden in irgendeine Form von Verhältnis setzt mit Athen, dann purzelt es Wörter und Bilder in …
Geist und Seele.
Während in der Hansestadt Regeln und Gesetze gelten, was zwar für alle drei Städte gilt, werden sie zumindest in Hamburg konsequent angewandt … Abweichler werden mit Gewalt bedacht, mindestens Akustischer, untermal mit Körpersprache … In Toulouse passt man alles ans …
Leben
an, sein eigenes eingeschlossen, Flexibilität entsteht … Und Athen? … Dschungel haben keine Ampeln … Zwar stehen welche, oft werden sie sogar befolgt, aber drum herum? … Schlecht in Worte zu fassen … Vielleicht klappt Kleidersprache … Hamburg ist‘n Korsett, Toulouse ‘ne Stretchhose … Und in Athen? Da bist du …
vogelfrei und nackt.
Okay, wie auch immer … Nicht jeder kann meine Begeisterung für Europas Hauptstadt verstehen, oder für die Menschen, die dort leben … Aber wie weitermachen? … So wie bisher? … Jener perverse Tourismuszwang, ist der größte Folgeschaden, seit der Finanzkrise und dem …
„NEIN“ von Schäuble und Merkel
zum Schuldenschnitt, er ist die wahre Guillotine für Hellas … Zuvor konnte man ungestörter, unabhängiger sein Leben leben, ohne dass Menschen und Familien abhängig von Devisen, Zweit.- oder gar Drittjobs blieben … Was tun, sprach er wieder mal – Göttervater Zeus … Auch er hat keine Ahnung …
er weiß es nicht.
Kumpel F. sagt immer, dass schlechtes Gewissen grundsätzlich übertrieben ist … Doch langt mir das? … Dezent und diskret leben? … Davon ausgehend, dass mir das gelingt? … Wachsend ist auch hier in Toulouse die Anzahl derer, die auf der Straße leben … Aus irgendeinem Grund, macht‘s mir in …
Frankreich und Deutschland
mehr Sorgen … Man ist dort noch nicht vorbereitet, für Abschwung und wirtschaftliche Verschlechterung … In Hellas schon, sie haben‘s quasi schon hinter sich … Denen geht‘s ums nackte Überleben, Hochglanzbilder hin oder her … Keine schöne Vorstellung … Und doch, vielleicht ist’s genau der Charme, das wahre
Menschen ausmacht,
so wie alle, die aus kleineren Staaten kommen, wie Tschechien, der gesamte Balkan … Genug gegrübelt, auch für heute … Mein leerer Kühlschrank ermahnt mich, endlich einkaufen zu gehen … Muss auch dringend zum Frisör … Auch scheint die Sonne, keine Gründe zum Klagen …
Restaurants, Bistros und Brasserien,
alles voll wie eh und je … Abschwung, Depression? … Fehlanzeige, jedenfalls bekommt man hier im Stadtzentrum nicht den Eindruck … Dabei ist die Staatsverschuldung Frankreichs nach wie vor kritisch hoch wie seit Jahrzehnten nicht … Irgendwie ist der Wurm drin, in unserem europäischen …
Denken und Handeln.
Eine gerechtere Verteilung von Geld und Reichtum wird vermutlich ausschlaggebend sein, für Frieden in der Welt … Für viele klingt‘s nach Sozialismus oder gar Kommunismus, doch mitnichten … Globaler Handel und Konsum braucht eben doch Regulierung, sowie vor Allem … Konsumenten, die ihr Verhalten anpassen an …
nationales und moralisch
verantwortliches Produzieren und Konsumieren … Geldflüsse und Kontrolle der selbigen, das sind die Herausforderungen der Zukunft … Was noch? … Welches Echo klingelt mir noch in den Ohren? … Kolonialmächte neigen nicht zu Bescheidenheit und Diskretion, auch wenn Friedrich Merz kürzlich sagte …
Deutschland müsse …
man bekommt sofort spitze Ohren … Müsse endlich wieder eine starke „Mittelmacht“ werden … Immerhin, man muss anerkennend mit Köpfen nicken … Es ist noch nicht allzu lange her, das man Weltmacht sein wollte, wenn nicht gleich sogar DAS führende Imperium der Welt … Das wollen jetzt ja erstmal die
USA sein …
Gott sei Dank, ging das damals in Germania in die Hose, aber zu welchem Preis … Man muss auch heute noch in sich gehen und all jene Kollateralschäden ausmerzen, die man in den letzten 80 Jahren in Deutschland in Geist und Knochen integriert hat …
Ausmerzen
welch merkwürdiger Begriff, im May 2025 … Eine Problematik, eine Krankheit „ausmerzen“ … Wir werden sehen, wie man ihn politisch, oder fürs Kabarett nutzt … Wie sehr wir den Begriff, wie sehr er sich umdeuten, gar nutzen, oder abnutzen, oder noch schöner …
abmerzen
lässt, bevor wir alle zwangsläufig, früher oder später, werden, was ich in Hellas und Athen unterm Brennglas beobachte … Jenes Phänomen, dass man weder vor noch zurück kann … In einer Zwickmühle steckt, aus der man kaum aus eigener Kraft rauskommt, was selbstverständlich …
Stolz, Ego
und Selbstbestimmung ankratzt … 1980, vor 45 Jahren gab‘s die erste Prophezeiung … Da sangen DAF in ihrem Song „Kebab-Träume“ bereits das, was mir, vermutlich jedem anderen auch, hier, heute überall ins Gesicht springt … Jener bis auf die blanken Knochen abgemagerte Körper des Sozialstaates, der sein letztes Hemd trägt:
Wir sind die Griechen von morgen …