Zurück im Süden – Odyssee 2026

Was ist das denn da vorne? … Sieh an, da steht er, ganz alleine … ein Wikinger … verloren im Sprühregen vor der Kathedrale zu Saint Étienne … statt Schnee wie im hohen Norden, aus dessen Tiefebene er vor Kurzem angeflogen kam, wird er nun gegossen … Immerhin, er lächelt tiefgründig, verschmitzt … kennt er doch Wind, Regen, Stürme

Skandinaviens,

was alleine schon geschichtlich, bei Hamburg beginnt … dort oben ist all das ganz normal Gang und Gebe … Unten im Süden? Eher selten … Vier lange Wochen war er im hohen Norden … Vier ganze Wochen, in denen viel Zeit zum Nachdenken verstrich … nicht ungenutzt, wie er fand, ganz im Gegenteil …

Wikinger

sind bekannt für ihre Ataraxie … eine Eigenschaft, die ganz besonders häufig im Süden missverstanden, nicht selten missinterpretiert wird … häufig geht beides Hand-in-Hand … wenn sich dazu dann noch Arete und Eudaimonie gesellen, wird’s ernst … nicht weil die Mischung gefährlich,

negative Auswirkungen

auf ihn, oder sein Umfeld hat – mitnichten … Schon in der Antike empfand man diese Eigenschaften und Gemütszustände erstrebenswert … Vielleicht fühlen sich Barbaren, wie die alten Griechen unseren Wikinger nennen, deswegen so hingezogen zu den Hellenen … es verbindet sie eben

doch mehr

als das reine Menschsein … Unser Exemplar weiß, dass Ausgeglichenheit und innere Ruhe nur eine Seite, ein und derselben Medaille sind … Nicht selten, wird die andere bevorzugt betrachtet … Gefühls.- und Empathielosigkeit können die getroffenen Annahmen vom Bordstein gegenüber lauten.

Und weil Menschen

aller Nationen und Kulturen, dazu neigen, unser eigenes Weltbild, am liebsten bestätigt zu sehen, beziehen wir den Gegenstand, das Subjekt unserer Beobachtungen, so gut wie nie mit ein … In anderen Worten: Unseren Wikinger fragte man nie … was ihn in Wahrheit tatsächlich, bis heute,

nicht verwundert,

sondern eher darin bestärkt, sich als eine Art Ent, eine Art Baumhirte zu fühlen, der unverrückbar den Stürmen der Zeiten trotzt und auf niemandes Seite steht … Seit zehn Jahren lebt er nun schon im Süden … Pudelwohl fühlt er sich hier, genauso wie zu Anfang, wo alles neu – ein riesiges Abenteuer war – und bis heute

geblieben ist.

Besonders mit den Frauen dieser Region … Mehr noch: täglich könnte er eine Ode halten, an ihr Temperament, Feuer und Leidenschaft … Wunderbar ergänzen täten sich beide, davon ist er heute umso mehr überzeugt … Wikinger-Seelen vervollkommnen jeden südeuropäischen Vulkan auf natürliche Weise und,

komplementieren sie.

Solche Gedanken, sowie viele andere, sausen seit nun drei Jahren in seinem Kopf herum, seit er Corona und seine Nachwirkungen im Süden erlebt … Vieles beobachtet er … Manches bewegt ihn zutiefst und wieder anderes ließ ihn staunen, was – ebenfalls – bis heute

anhält.

Zwei Dinge zementierten sich in seinem Kopf ein … Zum Einen, der damals immer häufiger verwendete, in Europa seit mehr als 80 Jahren aus der Mode gekommende Begriff – Krieg … Auf einmal stand man im Krieg mit einem Virus … Aus der Sicht unseres Wikingers ein zu dick aufgetragener und ungünstig gewählter

Begriff.

Denn ganz schnell fragte er sich damals, was man machen, wie man reagieren und daherreden würde, wenn man wirklich im Krieg ist … Schneller als erwartet bekam er Februar 2022 seine Antwort … auch sie hält bis einschließlich heute an … Man redet und redet … manchmal rein, manchmal um Kopf um Kragen, aber

vor allem – man redet.

Zumindest für Deutschland, fand unser Wikinger es sehr schlüssig … Immerhin das Land der Dichter und Denker … Jene zwei Großereignisse, schüttelten die Welt – Europa im Besonderen – beachtlich durch … unseren Wikinger hingegen wenig, bis kaum nennenswert … Was ihn jedoch wach werden und

aufhorchen ließ,

war etwas ganz anderes … Es waren die Auswirkungen, die jene zwei schweren Angriffe auf unsere europäische Zivilisation hinterließen … Plötzlich standen Dinge wie Wachsamkeit, Sicherheit und Gesundheit im Vordergrund … Im Namen von, oder kritischer gesehen, unter jenem Deckmantel, setzten

Regierungen

alles um und durch, was sie wollten … Und was machten Bewohner und Bürger? Sie folgten, loyal, strikt, stramm und regeltreu … Plötzlich war die Welt voller Konformisten – und – natürlich Oppositionen und Verschwörungstheorien … endlich hatte die Welt ihr Lieblingsdrehbuch zurück, bestehend aus jenen zwei heiß benötigten Parteien …

Gut und Böse.

Medienlandschaften änderten ihren Ton … Immer öfter gab es Meinungen, statt neutraler Berichterstattung … Politiker rieben sich mit.- und gegen-einander auf … völlig vergessend, für wen sie da in Wahrheit arbeiteten, noch dazu vom Bürger, dem Souverän gewählt … Kompromisse gelangen immer seltener … Doch nicht nur in der

Politik.

Auch im Privatleben … Sogar in Familien nahm die Zersetzung, die Werte-Erosion ihren Lauf … Argumente zählen immer weniger … Man war dafür, oder dagegen – alles – hatte auf einmal biblische Auswirkungen … Selbst in partnerschaftlichen Gesprächen beobachtete unser Wikinger Verwerfungen und Veränderungen.

Immer mehr

verwandelten wir uns in reine Sender … Immer weniger hörten wir zu, interessierten uns für die Anderen … es war, als müssten alle unsagbare viele aufgestaute Mengen Worte loswerden … Jeder begann zu überzeugen … Geduld und Zündschnüre wurden kürzer und kürzer … Neutralität, Gelassenheit und Ruhe bewahren,

alles Dinge,

die plötzlich, innerhalb weniger Monate Menschheitsgeschichte, außer Mode gekommen zu sein schien … Unser Wikinger passte sich an … „the new Normal“ wurde auch seins, ohne genau zu wissen, was das für uns alle und ihn bedeutete … „Es geht halt immer irgendwie weiter“ – so seine Grundhaltung zum Leben, schien bei immer

weniger Menschen

anzukommen, gar Wirkung zu zeigen … Sein Zweckoptimismus? Wurde manchen lästig … Völlig wirkungslos brandeten seine erklärenden Worte an hochgezogenen Burgtoren … Ob es Auswirkungen von Worten auf unser Wohlbefinden ist, weswegen es klug erscheint

höflich, ja, liebevoll

miteinander umzugehen … oder ob es Geduld bewahren, verstehen wollen und gestaltend, füreinander da-sein zu wollen war – es half alles nichts – unser menschlicher Trend, alles in Schubladen abzulegen, alles mit Schildern und Bewertungen, nicht selten Urteilen zu versehen, nahm und nimmt bis heute, immer mehr zu,

mehr noch:

Es schien sich Manches aus der Geschichte zu wiederholen … Nicht nach dem exakt gleichen Drehbuch, aber mit gleichen Grundzügen und Konzepten … Ausgrenzung, Spaltung als Machtmittel … Autokratische Denk.- und Verhaltensweisen als Waffen … Seit dieser Zeit, kommt unser

Wikinger,

der immer noch einsam im Toulouser Sprühregen vor der Kathedrale Saint Étienne steht, aus dem Staunen nicht mehr heraus … Er hat keine Ahnung, wie es mit Europa, dem Westen, der Nato, den brennenden Fragen wie Grönland, Venezuela, Ukraine usw weitergeht … Was er jedoch ganz genau weiß, ist, dass er in

Süd-Europa bleiben will.

„Es braucht mehr Wikinger hier unten“, schmunzelt er der Welt und sich selbst zu, in voller Absicht, lieber „für etwas“ anstatt „dagegen“ zu sein … Wo es im Süden, ob in Toulouse, wo er seit bereits zehn Jahren lebt, oder, ob es vielleicht jetzt wieder Zeit für

Veränderung ist,

darüber hat er lange nachgedacht … Zwei mögliche Orte stehen bereits fest … Sie heißen Athen, oder Marseille (Athen-Light) … Als Final Destination, bezeichnet er die Stadt, deren Namen sie ihrer Schutzgöttin verdankt … Ist nur eine Frage der Zeit … Ob es einen Zwischenschritt in naher

Zukunft gibt,

ist auch heute noch gänzlich – ungewiss … Er scheint aber immer wahrscheinlicher zu werden … Auch Gründe „dafür“ hätte unser Wikinger reichlich … Sogar die Viertel, wo er als Nächstes wohnen möchte, kennt er schon … hat er sie doch beide schon besichtigt … Bleibt also nur noch abzuwarten,

was geschieht,

wenn sich der Sprühregen in Toulouse verzieht, das Wetter aufklart … jene dunklen Wolken, dem blauen Himmel Platz machen … wenn Sonnenschein das mediterrane Leben wieder mit Passion und Leidenschaft erfüllt … dann ist absehbar und keinerlei Überraschung, dass

nach 2024 und 2025,

jenen beiden epischen Jahren, voller Erdbeben und schweren Verwerfungen, die selbst tiefliegende Schichten, ans Tageslicht hervor.- und empordrückten … das es unseren Wikinger durchschüttelte … wissentlich, dass auch aus numerologischer Sicht 2026 wirklich das Jahr des

Neuanfangs sein wird …

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahren Sie mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert