Nachbarn! – Odyssee 2025

Boum! Bamm! Boom! … Glasflaschen scheppern, schweres Poltern beim Nachbarn nebenan, ich schieße erschrocken hoch … „Oh putain – c’est la merde!“ … lautes Rülpsen, mein Nebenan in voller Fahrt, großartig … zum Glück haben wir späten Vormittag … sein lautes Telefonieren um

Mitternacht

finde ich dagegen recht harmlos … Erinnerungen an meinen Nachbar in Ottensen, ein Stockwerk über mir … beim Staubsaugen seiner Bude überfiel ihn oft blitzartige Geilheit, dass er seinen kleinen Freund mit dem Staubsauger malträtierte, bis er anfing zu jaulen … meist war er schnell hinüber … paarmal ging ihm sogar

das Licht aus,

dann polterte es über mir, wenn er mal wieder stumpf und lang hinfiel … jedes Mal klang’s als wenn er sich den Schädel einschlug, doch verletzte er sich nie, hatte immer Schwein … Manchmal war ich selbst Quelle der Unruhe … Meine südamerikanische Freundin hatte viel Temperament … wofür ich sie bewunderte und liebte … wenn der

Vulkan

dann wieder hochging, flogen auch mal Weinflaschen … leider auch Volle … zum Glück jedes Mal nur Weißwein, irgendwie hatte ich immer Glück … übrigens knallen Flaschen nicht so laut, wie man’s aus Filmen kennt … viel schlimmer war ihre Schreierei danach … gerne um Mitternacht, oder zwei Uhr morgens … zwei Mal kam

die Polizei,

ein paar Mal stand Nachbarin Andrea schreiend im Bademantel vor mir und drohte mit Anzeige … meist gelang es mir dann meine Freundin „einzufangen“ … zwei Mal aber nicht … meine Reise ging dann bekanntermaßen weiter, von Hamburg Richtung Südeuropa … nun hieß es sich anständig integrieren und so,

lernen im Zeitraffer.

Bis heute, eine tolle spannende Reise … wieviel Neues ich lernte … wieder sind Land und Leute anders, noch dazu Sprache und Kultur neu, einfach großartig … meine französische Freundin hatte viel Geduld mit mir … vieles gefiel ihr glaube ich ganz gut, an meiner Andersartigkeit noch dazu ein Preuße, ein Deutscher,

quasi den Erbfeind

von früher im eigenen Bett … sie und ihre Familie hießen mich trotzdem herzlich willkommen … doch in Zeiten, wo wir Europäer, besonders unsere Politiker, wieder nationaler denken, obwohl sie alle einhellig unser geeintes Europa propagieren, können wir uns subkutaner Landespropaganda und Brainwashing leider …

kaum entziehen.

Schneller als sonst verurteilen wir, wenn Verhaltensweisen weder Erwartungen nicht meinen eigenen lokalen Normen entsprechen … Viel radikaler als sonst ist unsere Geduld füreinander aufgebraucht … und weil noch dazu alles heute schnell gehen muss, werden dann auch tiefgreifende Entscheidungen hocheffizient und schön …

unpersönlich

über Telegram, Whattsapp oder Viber getroffen … wenn man gerade auf Klo sitzt, auf dem Sofa liegt, oder mal wieder im Stau steht … mal kurz den Partner „singlen“ … so geht das in modernen Zeiten … Zack, schon Tinder wieder geöffnet und Flinte im Anschlag … Abschüsse garantiert, wunderbar … Quality-Time, Maximales aus meiner

Lebenszeit rausholen,

was auch immer das bedeuten mag … Und krass war diese Woche wirklich … Erst gestern geschah es mir schon wieder … Eskalieren per Telegram … Vorschläge zu telefonieren, einen Video-Call zu machen, Versuche zu de-eskalieren, Stress, Wut und Gewalt aus der Unterhaltung zu nehmen … völlig unmöglich … alles wurde

geflissentlich übergangen,

dafür aus allen Rohren geschossen … Mit Nachbarn hatte ich nie Streit … Egal ob Kai-Uwe in Ottensen sich das mit seinem Staubsauger besorgte und ständig laut hinfiel das es nur so donnerte, ob Karen in Siek, im Stockwerk über mir mit den Hacken knallt, als würde sie marschieren und nicht stolzieren, oder Jean-Claude in Toulouse gegen Mitternacht telefoniert, oder mit seinem Video-Ballerspiel die gesamte Nachbarschaft in Schutt und Asche schießt,

ich lass sie alle in Ruhe.

Weder Anzeige, noch irgendein Sterbenswörtchen, kein Laut geb ich … Irgendwie kommt „aushalten“ und „ertragen“ mir sehr natürlich vor … Haben wir denn eine andere Wahl? … Kann man etwas anderes machen, als die andere Wange hinhalten? … Wenn ich meine Stimme erhebe, sagen wir, gegen meinen Partner, Kumpel …

oder Nachbarn,

egal, ob im Recht oder nicht … dann habe ich sofort einen neuen Konflikt in der Welt, in meinem Leben … warum langt uns das heutzutage nicht mehr, friedlich miteinander zusammenzuleben? … Woran stören wir uns immer? Wo kommt all der Groll, die viele Wut her? Kapier das nicht … Ist Freiden nicht irgendwie schöner

als Krieg?

Ach ja, hatte ich ganz vergessen … Mein Date vom letzten Montag … Hatte ein Dinner mit einer unbekannten tollen Frau … Drei Stunden saßen wir zusammen – wie ich fand – war es ein sehr schöner Abend … für Samstag hatten wir uns schon vorher längst verabredet … ich freute mich auf unser

zweites Date,

um mehr Zeit füreinander zu haben … dazu kam es aber gar nicht mehr … Mittwoch, früh am Morgen, in aller Frühe, kaum war mein Smartphone an, bekam ich eine Whatsapp-Nachricht … ich las so etwas wie „War ein schöner Abend. Aber Stille spricht für sich … wir sind sehr unterschiedlich, passen nicht zusammen … haben verschiedene Interessen … auch gibt es keine Anziehung auf meiner Seite, keine Attraktivität. Ich wünsche dir alles Gute“ …

Bumm!

Wieder alles per Whatsapp … den ganzen Tag kaute ich dran rum … Abends bekam ich Nachschlag … „Ziemlich unfreundlich, jemanden ganz ohne Nachricht alleine zu lassen, sowas von respektlos und rücksichtslos, besonders wenn man sich selbst als Philosoph, noch dazu authentisch wahrnimmt“ … die Nachricht ging

noch weiter,

aber meinen Mund bekam ich nicht mehr zu … Staunen über Staunen … Was lief hier ab? … Was lief hier falsch? Wie immer dachte ich die ganze Zeit darüber nach … Wir hatten abgemacht, uns am Samstag ein zweites Mal zu treffen, so verabschiedete ich mich dann auch Montagnacht … da wiegelte sie

schon ab,

dass sie eventuell für ihre Tochter irgendetwas erledigen müsste … Ach so? Hatten wir uns nicht schon fest vorher verabredet? War das schon wieder obsolet? … Wieder hatte ich was gelernt … Als es gestern aber das zweite Mal geschah, innerhalb einer Woche, da fing ich wirklich an zu grübeln … Plötzlich fiel mir

Ursula von der Leyen ein,

die kürzlich sowas sagte, wie … „Mit Kriegsverbrechern setzen wir uns nicht an den Tisch!“ … stimmt, dachte ich mir, wir verhandeln nur mit netten, eleganten Schurken … wer will schon mit J.R.Ewing (Larry Hagmann) streiten, wenn er stattdessen mit Blake Carrington (John Forsythe) verhandeln kann?

Warum Ursula

glaubt, dass es besser für Europa ist, wenn Don Blondi mit Putin redet, statt wir Europäer selbst, wo wir direkte Nachbarn mit der Ukraine und indirekte mit Russland sind, erschließt sich mir nicht … Heute morgen las ich über die Mission von Kaja Kallas, genauer gesagt über das diplomatische Versagen Europas, dass sich manifestiert, weil man glaubt, mitvmilitärischer StärkevPunkte

im Kreml zu machen!

Silvio Berlusconi hätte längst Frieden mit Wladimir Putin gemacht, bin mir da ganz sicher … Also Anfang der Woche blieb ich für Frau1 lange still – zu still … Ende der Woche schrieb ich für Frau2 viel – zu viel … Merkwürdig, für die eine zu wenig, für die andere zu viel … dachte ich

beim Spaziergang,

während EU-Uschi und EU-Kaja keinen Fuß in die kriegerische Alphatierwelt kriegen … Was soll mir das jetzt alles sagen? … Wenn mein Nachbar, egal ob Großmacht, oder nicht, zu viel Krach macht, oder sonst etwas veranstaltet, lass ich jemand anderes dann für mich sprechen? Sehe ich dann nicht, so oder so ziemlich …

bescheiden aus?

Was aber ist mit mir? Steckt in meinem Verhalten auch irgendetwas Unterschwelliges – vielleicht sogar gar Aggressivität? … Ist Schweigen heutzutage etwa – gewalttätig? … Stille als Waffe, in Zeiten von permanenter Dauerkommunikation? Soll ich mir das – so vorstellen? … Auch Frau3, meine

Ex-Freundin meint,

sie könne sich nicht mehr mit mir alleine treffen … Bin ich plötzlich gefährlich geworden? So eine Art Alien? Eventuell, weil ich Frieden und Pazifismus in mir trage? … Sowas soll mal einer verstehen … Eine wichtige Erkenntnis habe ich auf jeden Fall diese Woche gewonnen: Es hat nichts mit unterschiedlichem Temperament zu tun, so frei nach dem

Motto,

Südeuropa und Lateinamerika versus Preußen und Wikinger, also sengende Hitze, gegen kühlen Morgentau … „sowas verträgt sich nicht und so“ ganz und gar nicht … Frauen aus dem Norden, egal ob Hamburg, Flensburg, Rostock, Warschau, oder Kopenhagen reagieren genauso wie ihre Schwestern aus dem Süden … Es muss also

an mir liegen.

Noch dazu hat sich der Prozess des Erkennens, des Zauderns extrem beschleunigt … Während Frau sich früher gerne und schnell einließen, rennen Sie heute schreiend weg, bevor es losgeht … Haben die Angst? Oder liegt es an unserem Gesellschaftsmodell? Gut und Böse? Durschnitt gegen Exzellenz? … Sind wir etwa so sehr

Defizit getrieben

in unseren menschlichen Beziehungen, gehen stillschweigend, unbewusst Deals ein, besonders im Zwischenmenschlichen? … Was im Umkehrschluss heißen könnte, klingt skurril, scheint aber so zu sein, frei nach dem Motto, bei mir gibt’s weder was zu holen, noch zu bemängeln? … Bin also quasi nutzlos, aus den Augen

mancher Menschen?

Man stelle sich das vor … Nun, ich denke, ein paar Dinge fallen mir schon, worin ich wirkungsvoll bin … Aber Friede, Stille, besonders meine Unaufgeregtheit sind offenkundig heutzutage beunruhigend … auf eine indirekte Art Gewalt.- und wirkungsvoll … Oder es verbirgt sich etwas anderes dahinter

Muss darüber nachdenken.

Wir Menschen reden jedenfalls aus immer größerer Entfernung miteinander … entfernen uns immer weiter, bald gehen wir uns selbst, bald einander verloren … jeder Mensch auf seiner eigenen einsamen Insel, mit seinem perfekten digitalen Abziehbild in der Ewigkeit des unendlichen Kosmos … für mich ist das nichts … Grundsätzlich

lebe ich

lieber mit einer Partnerin zusammen … Stille und Einsamkeit sind zwar kreative Quellen, aber nur wenn es Zweisamkeit gibt … Ohne sie, sprudeln sie weniger ergiebig … weswegen zur Zeit meine Bücher auf Eis liegen … welch merkwürdige Zeit … Geduld, Toleranz und Vertrauen scheint man zur Zeit schwer zu finden … Zu schweigen

von Liebe.

Mit kurzer Zündschnur lässt es sich natürlich auch leben, aber schon eher hektisch … Irgendeiner explodiert immer … für mich ist jeden Tag Sylvester, mit viel Böllern und bunten Raketen … mal sehen was 2026 bringt … ich bin jedenfalls jeden Tag gespannt, mit und ohne Neujahr …

jeden Tag aufs Neue …

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