Petalidi – Odyssee

Im Mittelmeer baden … so geht Leben, denke ich und paddle gemächlich im Salzwasser rum … flanieren in der Ägäis, voll geil … noch dazu Mutter-Seelen-Allein … kein Schwein zu sehen, weit und breit, nee im Ernst … vermutlich sind es die vielen Steine, über die man balancieren muss, bis man endlich …

Pluff machen kann.

Für kleine Kinder ist das nichts … muss lustig aussehen, Strandburgen aus Steinen, vielleicht ist Mykene so entstanden, wer weiß das schon so genau … zum ersten Mal auf Greek-Style Moped gefahren … ich sag’s euch, wer mit Sandalen, T-shirt und kurzen Hosen, quasi nackt

Mopped fährt,

der wird mich verstehen … ist mega gefährlich … leider aber auch mega-geil … Sonne, Meer und Strand in Petalidi, nicht Scharbeutz … hier zahlt man keine Kurtaxe … auch Strandkörbe suchst du vergeblich … Balkanstyle, man hängt ungezwungen ab … fährt verbeulte Japaner, anstatt teuren

Edelschrott

aus Wolfsburg, Bayern und Baden-Württemberg … meine Unterkunft ist klein, süß, mit schöner Terrasse, was in etwa auch Petalidi und seinen Hafen beschreibt … erster Abend inner Taverne, atemberaubend der Blick … trag mittlerweile ‘ne Überdosis Ergriffenheit in mir … zwar sehe, brauche ich

Anmut und Schönheit,

aber sie fängt an mich zu irritieren … es ist mehr als nur ein Beeindrucken .. sie verunsichert mich geradezu … sie lässt mich die kleine Wurst sein, die ich in Wahrheit bin … alle Menschen sind es … schaut euch die Berge an, schmeckt das Salz im Wasser … was denkt ihr, wenn ihr Sterne am Himmel seht? … Was hat Bedeutung?

Was ist wichtig?

Hier in Hellas, im Wasser der Ägäis kommt alles durcheinander … „hier wird neu sortiert … eine neue Ordnung entsteht, eine, die ich noch nicht kenne“ … sinniere ich vor mich hin, während ich zum Ufer zurückschwimme … wieder balancieren über glitschige Steine … Trage

zum Glück

so Schwimmschuhe mit dicker Sohle … an Land angekommen zerfallen sie in 1000 Teile … „na, ihr habt ja lange gehalten“ … hab sie vor 2 Jahren beim Chinesen in Andratx gekauft … Auf dem Rückweg schmeiße ich sie innen Müllcontainer … so, geht es mit Allem, früher oder später …

Tschüß, auf Wiedersehen!

Rufe ich hinterher … „hier im Schoße der Natur, da ist das Leben schön“, so meine romantische Vorstellung … zum Abendbrot gib‘s sechs Bier und zwei Glas Wein … sonst wäre schlafen in der Hitze unterm Dach nicht gegangen … wälze mich unruhig herum … Hundegebell hält mich wach … Dann

mein erster Morgen,

plätscherndes Wasser weckt mich … träume ich, oder was … ein Frauenhintern schaukelt in weißer Leggins vor meinen Augen herum … „hmm-hm-hm-hm“ … die Eigentümerin wässert summend ihre Pflanzen und mich gleich mit dazu … „Guten Morgen“ … Erschrocken fährt sie herum,

duscht mich ab.

„Huch! Entschuldigung“ … stehe tropfend vor ihr … wie der buchstäbliche begossene Pudel … ihr Programm kennt keine Gnade … „Brauchen sie neue Handtücher? Wie ist es mit Klopapier? Haben Sie noch genug? Wollen Sie ein paar frische Feigen? Schauen sie mal“ … Danke! Deine kannst du

auch behalten.

Fand gestern Abend einen Teller im Kühlschrank … auch meine Klorolle habe ich seit Ankunft nicht angerührt … Und meine Handtücher? Wie soll ich nach einem Tag Neue brauchen … Mist! Es ist zu früh, um zu antworten, also lächele ich sie in Grund und Boden … mein Wortschatz dreht sich leider noch

im Bett um.

Sie entdeckt meinen Kaffeebecher … „Oh, welch schöne Überraschung … sie mögen griechischen Kaffee?“ … offensichtlich, ja, was dagegen, oder wie oder was … mit solcher Stimmung schweigt man besser … sie macht keine Anstalten zu gehen … irgendwann press‘ ich ein kaum hörbares

Danke!

heraus … erschrocken blickt sie mich an … wie der Sausewind zischt sie wieder ab, na endlich … werde anscheinend menschenscheu und ungenießbar … sitze kaum 1min auf der Terrasse … schon kommen Mücken und Wespen und fressen an mir rum … Nachbarshunde melden sich … Hähne schreien um die Wette:

Kikeriki-Kikeriki!

Hatte mir vorgenommen, den ganzen Tag rumzugammeln … „Nichts tun, heißt nun mal halt, nichts tun“, sag ich ernst, voller Seriosität … sehe zu, wie die Luft wärmer, die Grillen lauter und der Himmel blauer wird … knacke mittags mein erstes Bier, herrlich … auch so gut gegen Durst,

finde ich.

Ein paar Flugzeuge und Hubschrauber knattern durch die Luft … nachmittags dann, Siesta … mache mir gegen Abend einen Salat … „wie lang so‘n Tag dauert, wenn man nichts macht“ … zum Salat gibts Weißwein … gegen Mitternacht husch ins Bett … ich schlaf beschissen wie gestern.

Nächtliches Hundegebell

und Hitze unterm Dach, na wunderbar … irgendwann morgens schieß ich schon iweder erschrocken hoch … wieder weckt mich plätscherndes Wasser … was soll der Scheiß, träume ich? … Hab ich ein déja-vu? … Wieder Frauenhintern in weißer Leggins … „hmm-hm-hm-hm“ … sag mal spinne ich,

oder was?

Summend und wässernd, fasst hätte sie mich wieder abgeduscht … „Handtücher und Klopapier, alles okay? Sag mir Bescheid, wenn du was brauchst“ … kannst du, willst du mir wirklich alles besorgen? Hab schmutzige Gedanken … zeig mir deine Feige, vielleicht ist sie reif und saftig, wie die frischen

Im Kühlschrank.

wäre doch mal was, zur Abwechslung … sehe ihr offen ins Gesicht … trägt sie etwa früh morgens Lippenstift? So ein Ferkel … Weicht kein Stück meinem Blick aus … sieh an, wer hätte das gedacht … sie ist etwas kräftig, scheint mir aber immer noch fest im …

Fleisch zu sein.

Muss über meine versauten Gedanken lächeln … Ihr entgeht das nicht, lächelt zurück … keine Ahnung, ob Höflichkeit, Interesse, oder Verlegenheit … „Und nun?“ … wässerst du deinen Garten, oder wässre ich dich? … wir entscheiden uns für Ersteres und sind beide glücklich darüber … nehme mir wieder vor, den ganzen Tag

Nichts zu tun.

Sehe den Olivenbäumen beim Gedeihen zu … ein paar Katzen schauen vorbei … Nachbarhunde bellen … und sogar Mücken und Wespen kommen pünktlich, gemeinsam mit den Grillen, zur Arbeit … abwechselndes Nippen an Kaffee und Wasser … Gegen Mittag knacke ich wieder ’ne …

Dose Bier.

So geht es die ganze Woche … noch nie habe ich mich so entspannt … baden, relaxen, mit Meer und Sonne und das Alles im Süden Griechenlands … zwischendurch lese ich die News … Brände in Politik und Wäldern … alles wie immer … schreibe ein paar Gedichte … höre Schostakowitsch

Bach und Brahms.

Nehme ein paar Sprachnachrichten auf … bekomme welche zurück … dazwischen, ganz ausgegossen und hingerafft, ein Sack voller Müßiggang und Wu-Wei … „Im Nichtstun bleibt nichts ungetan“ … so sprach Konfuzius … oder war es Laotse? Oder doch Zhuangzi? … Egal, geht angeblich nicht gut zusammen mit

Christentum

und den alten Preußen … soll mir alles egal sein … ich finde, das geht sehr gut zusammen … so wie Kürbiskernöl und Vanille-Eis … „was bitte?“ … ganz genau, habt richtich gelesen … einfach mal ausprobieren … Horizont erweitern … am Samstag geht sie wieder los, die wilde Fahrt zurück …

nach Athen …  

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