Schlagwort-Archive: Solidaritaet

Toulouse – Interview Teil4 – Odyssee 2020 CW29

Am 14.Juli – am Tag der Bastille, flog D zurück nach Toulouse. Nachdem er sein Motorrad am Flughafen bestieg, um in den alten Stadtkern zu reiten und ein paar Waschmaschinenladungen zum Trocknen aufgehängt hatte, kam eine Nachricht aus dem Lektorat seines Verlags. Man hatte dort die ersten 50% seines Finanzkrimis bearbeitet, war grundsätzlich zufrieden, wenngleich es ein paar Anmerkungen gab, die auch D berechtigt schienen, auf denen er dennoch länger als üblich herumkaute.

Auch stand das nächste Telefonat mit Frau Dr. Claudia Meyer-Paradiso an, um das Interview fortzusetzen. Wie sich schnell herausstellte, sollte ihr Gespräch eine kleine Kehrtwendung nehmen. Es kamen mehrere Dinge zusammen, so dass sie die kritische Masse schneller als erwartet erreichten, so dass D ständig am Rande des brodelnden Vulkans entlangbalancierte, mit dem permanenten Gedanken, sich in den glühenden Schlund zu werfen.

D saß mit Rosé-Wein, Zigarette, sowie seinem Headset bewaffnet vor dem Laptop und grummelte vor sich hin, während er sich einwählte. Kurz darauf tauchte seine Gesprächspartnerin vor der Kamera auf.

CMP: Hallo, wie geht es dir?

DT: Ich bin wütend, danke – und selbst?

CMP: Was? Wieso denn das? Was ist passiert?

DT: Willst du es wirklich wissen, oder bekomme ich gerade ungefragt Mitleid von dir?

CMP: Ich würde es gerne wissen! Warte mal, könnten wir es eventuell als Teil des Interviews sehen?

DT: Warte, warte – okay, warum nicht. Ich bin die ewigen Schichten leid. Lass uns loslegen.

CMP: Was für Schichten meinst du?

DT: Na welche schon, Anstand, Höflichkeit und all das andere. Bist du bereit ein pures, ungefiltertes Interview zu erleben?

CMP: Klar, lass es uns versuchen. Wir sollten aber ein Zeichen verabreden, wenn wir ein Timeout brauchen, damit man den anderen nicht überfordert – einverstanden?

DT: Gute Idee! Lass uns den Satz von Balou dem Bären aus dem Dschungelbuch nehmen „Versuchs mal mit Gemütlichkeit!“ – okay?

CMP: Haha, Klasse Idee. Let’s go! Hallo Herr Tango, aus gegebenem Anlass lassen wir heute die auflockernden Fragen weg und fangen direkt an. Wie geht es ihnen?

DT: Ich bin wütend!

CMP: Warum, was ist passiert?

DT: Vor der C-Krise schienen die Leute kalkulierbar zu sein. Man wusste irgendwie was sie mochten. In Deutschland zum Beispiel mochte man schon immer gerne Krimis. Danach kamen dann Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg, mit oder ohne Familie und wenn Daniel Kehlmann und die anderen neue Romane von der Leine ließen, trieb man die durch die Hitlisten, bis das Jahr rum war; alles war beschaulich, wie in einem kleinen Märchen aus 1001 Nacht, so wie im Auenland.

CMP: Und heute nicht mehr?

DT: Nein, natürlich nicht! Überall regiert Angst und Furcht. Alles bleibt zuhause, jeder kocht in seinem eigenen Käfig vor sich hin und verkümmert, ohne es zu merken.

CMP: Und wieso betrifft Sie das?

DT: Weil das meine Mitmenschen und Leser sind. Ein Buch in Erzählform bezieht ganz besonders die Fantasie des Lesers mit ein. Man muss genug Details geben, um Spaß am Lesen zu haben, aber nicht zu viele, damit der Leser seinen eigenen Film drehen kann. Aber ich kenne deren Bedürfnisse gar nicht mehr. Es ist wie einen zu langen Brief an einen Unbekannten schreiben.

CMP: Aber ist das nicht spannend? Warum sind sie deswegen wütend?

DT: Weil die Menschen gebrainwashed sind! Niemand setzt sich mit der aktuellen Lage auseinander. Niemand begehrt auf, bei der permanenten Negativpresse. Ich fühle mich massiv in meinen Freiheitsrechten beschnitten, weil diese bescheuerte Fürsorge der Staaten uns noch unfreier macht, als schon zuvor. Es ist mein verdammtes Recht selbst zu entscheiden wie lange ich leben will! Wenn ich keine Lust mehr habe, dann gehe ich wann ich will. Wenn ich mich daher von einer Brücke schmeiße, wird das niemand verhindern, aber diese schwachsinnigen Vorsichtsmaßnahmen sind wie Fangzäune, die man über jede Brücke spannt, damit sich niemand runterstürzt, zum Kotzen!

CMP: Entschuldigen Sie mal, was hat das mit ihrem Buch zu tun? Und ganz unabhängig davon, was ist mit den vielen Corona-Toten? Die sind doch kein Fake?

DT: Ich werde mich in Sachen Corona-Statistiken nicht äußern; erinnern Sie sich an unsere Einkaufsliste von letzter Woche?

CMP: Natürlich, aber was hat das mit……

DT: Alles! Handeln Sie danach?

CMP: Wonach?

DT: Nach ihrer Liste!

CMP: Ähm, war die nicht fiktiv?

DT: Sehen Sie das Problem nicht klar vor sich?

CMP: Ich glaube nicht, was hat das mit ihrem Buch…

DT: Natürlich alles! Wenn Sie ständig fiktive Listen machten, wann machen Sie dann ihre Echte? Und wann fangen Sie endlich an, danach zu leben?

CMP: Ist das nicht meine Privatsache? Was hat das mit ihrem Buch……

DT: Verdammt noch mal, das ist es doch! Alle Menschen sind zurzeit Blätter im Wind. Niemand hat mehr seine Vision vom Leben. Aber ohne die, bleibt man eben anfällig für Alles und genauso sieht es ja aus. Schauen Sie sich doch mal die Nachrichten und die Politiker an – die haben aus braven Bürgern Europas einen Haufen ängstlicher Schafe gemacht. Alles kann man ihnen vorsetzen, sie löffeln brav den Nachrichten-Trog leer und warten, bis er wieder gefüllt wird. Nicht dass es vorher besser war, aber zumindest schienen sie nicht ständig ängstlich zu sein; irgendwie hatte jeder seinen Roten Faden, verstehen Sie?

CMP: Natürlich, aber noch einmal, was hat das mit Ihrem Buch zu tun?

DT: Jetzt fangen Sie an mich aufzuregen – Sie drehen sich im Kreis……

CMP: Den Eindruck habe ich eher von Ihnen…….

DT: Merken Sie etwas? Sie lassen mein Argument gar nicht erst an sich ran, stattdessen reagieren Sie nur verteidigend, oder nennen wir es ablehnend……es geht nicht um mich, sondern um Sie und die Anderen, verstehen Sie?

CMP: Nein, wenn ich ehrlich bin nicht so richtig……

DT: Okay, also: Es geht mir NICHT darum, dass ich die Bedürfnisse des Lesers nicht kenne; die kannte ich vorher auch nicht richtig, aber da war der Leser standfester und traute sich mehr. Es geht darum, dass ich ausschließlich Dinge schreibe, um Menschen zu bewegen. Wenn die Menschen das aber nicht mehr wollen, weil sie durch die derzeitige Corona-Krise an einem „Wohlfühldefizit“ leiden, dann hört morgen eben keiner mehr die Egmont-Ouvertüre, sondern stattdessen Schlagermusik und liest nur noch Liebesromane mit Romantikgarantie, die verlässlich schön und leidenschaftlich enden.

CMP: Aber wie kommen Sie darauf, dass es so ist?

DT: Weil uns Menschen die ganze Zeit Märchen erzählt werden, die wir brav glauben; niemand ist mehr an konkretem Wissen interessiert. Niemand zweifelt und ist neugierig und nutzt seinen gesunden Menschenverstand. Es ist so, als würde man ihnen im Restaurant Tische zum drauf sitzen geben und einen großen Stuhl, auf dem man das Essen serviert und niemand fragt sich, ob nicht etwas verdreht ist.

CMP: Okay, ich ahne worauf Sie hinauswollen, aber…….

DT: Nichts aber! Wir richten das Spotlight ausschließlich auf das Negative, weil es auch mehr Aufmerksamkeit bekommt als das Gute! Es gibt mehr Klicks bei Horrornachrichten, als bei Friede-Freude-Eierkuchen. Wir selbst sind die Quelle für den Bordelle, weil wir Blätter im Wind sind.

CMP: Einverstanden, aber wie ändern wir das?

DT: Jeder einzelne muss den Antrieb haben, die rote Pille zu nehmen!

CMP: Sie können nichts dazu beitragen?

DT: Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Meine Bücher tun ausschließlich das!

CMP: Dann haben Sie doch alles richtig gemacht, oder nicht?

DT: Wenn Sie zu den Wenigen zählen, die ihre Freiheit der Sicherheit vorziehen, wohin wollen Sie gehen und wie wollen Sie leben, wenn Ihre Umgebung so geartet ist, wo, frage ich Sie?

CMP: Eine schwere Frage, aber sind wir nicht ein wenig von Ihrem dritten Buch abgekommen?

DT: Es geht doch nicht nur um mein Buch, es geht darum, dass man nicht zurück kann……

CMP: Sie meinen, wenn man die Rote Pille genommen hat, kann man nicht…?

DT: Natürlich! Wer bereits auf dem Rand des brodelnden Vulkankraters wandelt, der tut sich schwerer zurück ins Tal zu gehen, anstatt zu springen, wie es der große Empedokles getan hat.

CMP: Wollen Sie springen?

DT: Meine Arbeit ist noch nicht getan. Aber zur Zeit habe ich das Gefühl, dass der Krater täglich höher wird, auf dem ich stehe. Deswegen bin ich wütend, weil meine Mitmenschen am Fuße des glühenden Schlundes dafür sorgen könnten, dass er nicht weiter wächst, doch er sprießt in die Höhe wie ein Pilz, obwohl ich mich kaum bewege – DAS lässt mich verzweifeln und meine Haare raufen.

CMP: Wie geht es ihrem dritten Buch?

DT: Gut! Ende kommender Woche sollte es komplett sein. Es ist auf jeden Fall für eine breitere Masse gedacht, daher ringe ich auch so mit mir. Ich hatte dem Projekt vor vielen Jahren zugestimmt – ich kann mich nicht aus der Verantwortung stehlen, so wie es Politiker und Vorstände machen – also ringe ich solange mit mir, bis es fertig ist.

CMP: Sie versprechen, nicht in den Vulkan zu springen?

DT: Ich verspreche gar nichts, aber ich habe bereits gesagt, dass es viel zu tun gibt, weswegen jetzt noch nicht die Zeit dafür ist.

CMP: Was können Sie Ihren Lesern heute zum Schluss noch mitgeben?

DT: Macht eure Einkaufslisten und lebt danach, so gut es geht.

CMP: Das ist alles?

DT: Das ist bereits mehr als genug. Wer danach lebt, der ist nicht mehr Blatt, sondern wurde zum Wind.

CMP: Ein schöner poetischer Schluss.

DT: Danke.

CMP: Gerne! Haben Sie vielen Dank Herr Tango. Was werden Sie im Anschluss machen?

DT: Mein Glas nachschenken, mich kurz in die Sonne legen und dann schreiben und Sie?

CMP: Meine Einkausliste machen und einen Apéro zu mir nehmen….

DT: Sehr gut….dann santé.

CMP: Auf wiedersehen.

D legt auf, modifiziert nicht seine Reihenfolge und schreibt später an seinem Finanzkrimi weiter.

 

Solidarität, Eine Europa-Fraktur – Osyssee 2020 CW23

Ein vermeintlich ganz normaler Sonntag. Seit Tagen versuchte D herauszufinden, ob er wie geplant, am 12.Juni nach Mallorca, zurück in die Heimat fliegen konnte. Was anfänglich, also nach dem zweiten Weltkrieg und bis kurz vor der C-Krise, eine ganz alltägliche Selbstverständlichkeit schien, nämlich ein Flugticket zu kaufen und am besagten Tag einfach loszufliegen, entpuppte sich als Spießroutenlauf durch europäische Bürokratien, was D daran erinnerte, dass er offensichtlich zu einer Minderheit, einer Art Randgruppe zählte, die in der Vergangenheit kräftig aus der Pulle der individuellen Freiheit getrunken hatte.

Nichts schien mehr wie zuvor – doch der Reihe nach.

Alles fing damit an, dass D sich zu fragen begann, warum er als Mallorquiner, oder besser gesagt, als Europäer, mit Wohnsitz auf Mallorca, nicht einfach ein Ticket kaufte und hinflog, um die üblichen Gartenarbeiten des Frühlings zu verrichten. Einmal lag es daran, dass es in April und Mai keine Tickets gab, wenngleich D ein paar günstige für Freitag den 29.Mai erblickte, die man jedoch nach wenigen Tagen wie von Geisterhand, durch ein Bataillon von Ersatzflügen, ab dem 12.06. ersetzte. Hatte D ursprünglich begründete Zweifel, dass die Flüge real existierten, ließ er sich dennoch nach mehreren Tagen eines Besseren belehren, frohen Mutes buchte D einen Flug in die Heimat.

Doch damit begann eine Odyssee der Bürokratie, wie D sie sich selbst nach dem hastigen Genuss einer Flasche von Jay-Bees vorzüglichen biodynamischen Rotweins nicht vorstellen konnte.

Zuerst las er im Internet, welche Bestimmungen galten, musste aber schnell einsehen, dass alles Lesbare letztendlich nur Empfehlungen schienen, die immer im Gleichen Tonus mündeten, nämlich, dass man auf jeden Fall in eine zweiwöchentliche Quarantäne gehen müsse, wenn man seinen ersten Wohnsitz nicht auf M hatte. D hatte den Eindruck, dass er mit jeder Frage, mehr Fragezeichen erntete. Anstatt klarer Regeln, überhäufte man ihn mit einer Flut von Informationen, die ihn letztendlich nicht schlauer, sondern nur resignierter werden ließen.

Also schrieb er dem Deutschen Konsulat in Palma di Mallorca, eine prompte Antwort ließ ihn hoffen. In hunderten Textzeilen, inklusive Links, auf spanische Amts-Kanäle, stand dort, O-Ton, dass man nur einreisen dürfe, wenn man seinen ersten Wohnsitz auf Mallorca hätte. Sollte man jedoch trotzdem einreisen, müsse man in eine 14-Tägige Quarantäne. Was denn nun, einreisen oder nicht und wie war es mit der Arbeit, fragte sich D?

Während man in Frankreich ein Selbst-Zertifikat ausstellen konnte, in dem man bekundete, dass man aus Arbeitsgründen reiste, schien Vergleichbares in Spanien nicht vorgesehen. Doch wie funktionierte das, fragte sich D – mussten die nicht auch arbeiten, um Miete und Lebensmittel zu bezahlen? Wer hatte denn genug Geld, um bis ans Lebensende, vom Ersparten zu leben? D bekam keine Antwort, stattdessen, bestätigten seine Freunde auf der Insel seinen Unmut, dass die Zentralregierung offensichtlich wenig über die Bevölkerung und der wirtschaftlichen Konsequenzen nachdachte.

Nach mehrmaligem Hin-und-her, bekam D vom deutschen Konsulat eine Adresse der Balearen-Regierung, die für COVID-!9 eine Hotline installiert hatte, um die zahlreichen Anfragen zu verwalten und leider nicht, wie D hoffte, zu beantworten.

Auch dort das Gleiche, mehrzeilige Antwort, mit diversen Verlinkungen zu amtlichen Bekanntmachungen, die genauso aussagekräftig und verlässlich schien, wie Politikermeinungen; man empfahl nicht einzureisen, wenn man kein abgestempeltes Residenz-Schreiben der Gemeindeverwaltung hatte, sollte man dennoch kommen, müsse man sich in eine 14-Tägige Quarantäne begeben – doch bevor sich D mit der besagten Quarantäne auseinandersetzen wollte, folgte er dem Rat einer griechischen Freundin, die wie D der Meinung war, dass das spanische Konsulat in Toulouse praktische Tipps haben musste.

Gesagt getan, schnell stellte D fest, dass es nur 500m um die Ecke lag, wie praktisch.

Freitag 10:20 stand D auf der Matte und sang seinen Song: Deutscher Autor, der in Toulouse lebt, muss dringend nach Mallorca, um dort weiterzuarbeiten und seiner Familie zu helfen. Nachdem sich herausstellte, dass die Chefin des Konsulats im gleichen Dorf aufgewachsen zu sein schien, gab es zwar reichlich Freudentränen, aber wenig Neues. Man empfahl, bis zum 21.Juni zu warten, weil ab dann der Alarmzustand beendet war, weswegen man offenkundig grundsätzlich wieder von außerhalb einreisen konnte, was zwar die erste konkrete Aussage schien, aber D nicht weiterhalf, weil er a) nicht von außerhalb war und b) nicht am 21. sondern am 12.Juni, arbeitsbedingt nach Hause musste.

Mittlerweile hatte diese verworrene Situation D müde gemacht. Bevor er das spanische Konsulat verließ, gab ihm die Chefin eine Adresse vom Arbeitsministerium, wo man ihm weiterhelfen müsste, immerhin etwas. Doch wieso, fragte sich D, hatten die europäischen Länder innerhalb Europas, die Grenzen untereinander geschlossen? Waren sie nicht mehr solidarisch miteinander? Mit dem Schließen, beschleunigte jeder seine Pleite – und noch viel mehr als das.

Es zeigte aus D’s Sicht, dass die Regierungen, ihr Mandat überschritten hatten, denn Regierungen, die im Namen von Gesundheit und Sicherheit, ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Auswirkungen, das Leben zum Erliegen brachten, zeigten, dass sie ihrer Verantwortung nicht nachkamen, ein stabiles modernes Gesundheitssystem sicherzustellen, dass Luft nach oben hatte – was war wichtiger, als die Gesundheit der Bürger, die man repräsentierte, die einen auch bezahlten – was also war D‘s Quintessenz?

Man hätte keine mediale hysterische COVID-19 Informations-Walze über die Länder schicken dürfen, dass alleine hätte Menschenleben gerettet– wer es nicht glaubt, sollte sich mit den positiven und negativen Auswirkungen des Placebo-Effekts auseinandersetzen; diskrete, rein informative und nicht reißerische Vorkehrungen wären das richtige Gebot der Stunde gewesen – da so etwas ohne Zensur nur geht, wenn jeder Journalist, Verleger, Poster, Blogger und Social-Media-Verschwörungstheorethiker sich seiner Verantwortung bewusst ist, lohnt es sich, wenn man in den Spiegel schaut, Politiker eingeschlossen.

Und zu guter Letzt – Europa gelingt nur mit Solidarität – besonders in schlechten Zeiten.

In Guten kann jeder Held spielen. In Schlechten Zeiten lernt man, wer loyal und solidarisch ist. Dann lernt man, wer einem hilft und wer für einen da ist. Um das zu ermöglichen MÜSSEN die innereuropäischen Grenzen IMMER geöffnet sein, mögen Viren oder Pleite-Welle auch zu Dutzenden durch unsere Gassen donnern. Auch müssen staatliche und nicht staatliche Administrationen mitschrumpfen, wenn ein geändertes Konsumverhalten der Bürger, dass man ausgelöst hat, das Bruttosozialprodukt dahinschmelzen lassen. Haben die Bürger weniger Geld, geben daher weniger aus, muss auch der Staatsapparat schrumpfen, sonst verkommt er zum Selbstzweck.

Und D? Was machte all das mit ihm? Er wusste es nicht, noch nicht – aber er scheint weiterhin bereit zu sein, alles Menschenmögliche zu tun, um am 12.Juni nach Mallorca zu fliegen – wir werden verfolgen, ob man ihn ohne Auflagen einreisen lässt, oder ihn in einer Art „Flughafen-Gefängnis“ verwahrt, um den schnellstmöglichen Rückflug anzutreten, oder seine staatlich-verordnete Quarantäne Zuhause aussitzen darf; was dass alles mit Freiheit zu tun hatte, blieb abzuwarten – es bedarf genügend Europäer, die sie vermissen………

 

Solidaritaet und Babylon 2020 – Odyssee 2020 CW20

Sonntag-Morgen, neun Uhr. In leichtem Trab lief D die Garonne entlang und genoss seine wiedererlangte Freiheit der fünften Republik, endlich konnte er wieder laufen wohin er wollte. Helios sendete Sonnenstrahlen in Hülle und Fülle, dass D’s Melancholie sich mürrisch in eine dunkle Ecke zurückzog, bis sie sich beim anschließenden ausgedehnten Frühstück im Sonnenschein in Luft auflöste. Gerade las D einen langen Bericht in einer Zeitung über die eklatante Situation im Land der Freiheitstatue, als ihm irgendjemand, von sehr weit weg, eine Eingebung sendete, die D’s Denken und Handeln, für immer ändern sollte.

D liebte untergegangene Kulturen und deren Erzählungen, allen voran, wie konnte es anders ein, alles was von den alten Griechen kam. Er selbst prägte den Begriff der Kubanisierung, die er nach seinen eigenen Worten an sich selbst vollzog, was letzten Endes nichts anderes war, als natürlicher Verfall & Niedergang. Wenn Dinge begannen matt und stumpf zu glänzen, statt stolz und nihilistisch, wenn Menschen, Pflanzen, Häuser und Landschaften mehr und mehr Vintage und Ruinen wurden, dann fühlte er sich zuhause. Wenn jugendliche Selbstverliebtheit und Arroganz einer graumelierten stillen Zurückhaltung und Bescheidenheit wich, begann D sich wohl zu fühlen.

Plötzlich sah D die Geschichte von Babylon, besonders den Bau des sagenumwobenen Turms vor sich, der, zumindest nach Meinung der Autoren des Alten Testaments in Sprachverwirrung gemündet haben soll, die eine unbekannte Macht unseren Urgroßvätern schenkte, um ihren Füßen wieder Grund unter den Sohlen zu bescheren. Welch ein Déjà-vu, dachte D. Wer hätte geahnt, dass sich unser COVID-19 Jahr in Babylon 2020 verwandelte. Was war geschehen?

In einem kurzen Moment sah D die Auswirkungen der Sprachen, Wortbedeutungen und ihre schnelle, sowie massenhafte Verbreitung in den heutigen modernen Medienlandschaften. Und genauso damals wie heute, wurden die Menschen orientierungslos, wie man am Schließen der innereuropäischen Grenzen und im Fall obengenannter Weltmacht sehen kann. D sah klar und erkannte den einzig möglichen Weg aus der Krise, der Menschen, Staaten und Regierungen, so wie damals, vor gleiche Wahl stellte:

Solidarität oder Tod und Untergang.

So schlicht und deutlich erhellte sich D‘s Gedächtnispalast, dass er die Zukunft auf so simple Art und Weise runterbrach. Es konnte jetzt aus seiner Sicht nur noch um ethische und moralische Werte gehen. Was Länder und deren Regierungen auch immer taten, um durch die Corona-Krise zu kommen, konnte und durfte, aus D’S Sicht in nichts anderes münden, als die Verbesserung und Modernisierung der Gesundheitssysteme.

Alles andere wäre blabla, wie man am Beispiel der USA-Bürger und deren Trump-Adminstration sah. Ein ganzes Land ließ sich von Worten blenden und erkannte nicht, dass der gleiche Mann, Tod für Solidarität und Gerechtigkeit brachte – und das freiwillig gewählt von jenen, die in Not waren, welch eine Verblendung, welch eine Verwirrung!

Doch die alles entscheidende Frage für D war nur die eine:

Welchen Beitrag konnte ER leisten? Wie konnte er vom Reden zum Handeln kommen, wie und viel wichtiger, durch was? Natürlich liebte D das parlieren, aber nur unter der Voraussetzung, dass man auch handelte. Wie konnte er, nein, viel mehr, wie musste er ab heute vorgehen, in Zeiten, wo Verschwörungstheorien, Hetze und Anfeindungen zur Normalität wurden? Wie mochten die alten Herrschaften von damals reagiert haben, nachdem sie ihre Verwirrungen überwanden?

Was war zu tun?

Mittlerweile hatte D sein Frühstück beendet und die Zeitung zur Seite gelegt, um ein paar Nachforschungen anzustellen. Sie ergaben, dass die Autoren des neuen Testament, im Rahmen der Pfingstgeschichte eine Verbindung zur Sprachverwirrung schufen, die mit der Ausgießung des Heiligen Geistes und eine mentale Erhellung nach sich zog, die den Menschen Erkenntnisse bescherte.

Also eine Art Rückbesinnung auf menschliche Werte, aus D’s Sicht, was in seinem Fall nur Ethische und Moralische sein konnten. Also Schluss mit Ausgrenzung, Ausbeutung und Übervorteilung und zurück zu Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit. Und während D an seine essentiellen Werte dachte und in deren Welt herumflog, sah er seinen Weg kristallklar vor sich und schrieb eine E-Mail an seinen Verlag, die sich nach wenigen Zeilen als Manifest entpuppte.

„Lieber Verlag, liebes Verlags-Team – ich hoffe, es geht euch allen gut. Bleibt gesund und versucht den Wein-Konsum im Auge zu behalten. Ich muss euch ein paar wichtige Dinge erzählen, die mir am Herzen liegen und ab heute, Teil meiner Wertvorstellung geworden sind. Sie sollen mein Handeln bestimmen.

In Zukunft drucken wir alle meine Bücher ausschließlich auf recycelten Papier und ausschließlich in klassischem Offset-Verfahren, damit Menschen und ihre Druckereien Arbeit haben – daher KEIN Digital Druck mehr, aus vermeintlich ökonomischen Gründen, stattdessen sind moralische und arbeitsplatzfördernde Maßnahmen, den Gewinnmaximierenden vorzuziehen.

Bücherverkauf erfolgt ausschließlich über kleine Buchläden, oder direkt bei uns. Um dies zu ermöglichen, müssen wir in Buchläden investieren. Lösung kann daher Buchhandel auf Kommission sein, damit Buchhändler keinerlei wirtschaftliches Risiko tragen und sich in Krisen-Zeiten auf ihren Laden und Verkaufs-Raum konzentrieren. Digitale Medien und Social Media werden einzig und allein für Kommunikation, Kollaboration, sowie Marketing und Vertrieb verwendet. Keine Nutzung von Online-Verkaufs-Giganten wie Amazon.

Eben jene vernichten die Arbeitsplätze der kleinen Buchhändler, genauso wie die gewaltigen Supermarkt-Ketten, bei denen wir alles finden, außer soziale Kontakte, weil wir statt Schlachter, Gemüsefrau, Bäcker und Buchladen nur noch einen namenlosen Giganten füttern, bei dem die Angestellten froh sein dürfen, für 8,50 die Stunde zu arbeiten – dies müssen wir im Namen der Solidarität unterlassen!

Wenn wir Wertschöpfung und Wohlstand nicht solidarisch teilen, gehen wir egoistisch als Zweite zugrunde. Gemeinsam überleben und in uns alle investieren – nur das ist nachhaltiges Wachstum!“