In Europa, in Toulouse, sogar in meinem Leben – überall … absurd zu glauben, man sitzt zuhause vorm Fernseher, bei Chips und Bier, ohne dass es einen berührt, bewegt, mitnimmt … mache mir einen Reim drauf und auch nicht … selbst ohne Zeitung bekommt man mit, was in der Welt, im
globalen Wohnzimmer,
da draußen los ist … selig sind die Wegdrücker, Ausblender und Ignoranten … für sie geht das Leben weiter wie bisher, entweder, weil Bankkonten, sichere Arbeit und ein Dach überm Kopf magisch soziale Kontinuität garantieren … ich erinnere Zeiten, vermutlich die 80iger und 90iger, da hätten mir sehr
viele zugestimmt.
Heute jedoch, am 25.October 2026 bin ich mir nicht mehr so sicher … es ist gerade 10 Jahre her, da bin ich nach Toulouse gegangen … was für Ambitionen, Ideen, vielleicht sogar Hoffnungen hatte ich, zugegeben, heute erinnere nichts von all dem … stattdessen würde ich behaupten, dass all das gar nicht zu mir passt, sondern zu
jemand ganz anderem … doch Vorsicht! Hier beginnen Irrtum, selektive Wahrnehmung und ebensolche Erinnerungen … all die menschlichen mentalen Inseltalente, schützen uns vor den dunklen Facetten unserer Vergangenheit … in diese Falle will ich heute nicht mehr treten … also,
Schwamm drüber.
Nichts muss ich erinnern, wenn es sich nicht einstellt … doch es ist definitiv vor 2016 gewesen … damals war ich noch stolzer Besitzer eines Zeit-Abonnent, bevor ich abtrünnig, immer weiter auf die schiefe linke Bahn abrutschte und die Wochen-Taz abonnierte, der ich, versprochen ist versprochen, erst mal
die Treue hielt,
zumindest ein paar Jahre, bis ich eines Tages, es war sogar im Zeit-Magazin, als Harald Martenstein noch wöchentlich seine Gedankenwelt zum Besten gab, einen Bericht darüber las, dass 85% aller deutschen Haushalte ein Gesamtjahresbrutto-Einkommen von unter 40.000€ hatten … schon damals
irritierten mich die Zahlen.
Doch nicht nur, auch meine Freunde, meine Familie … „wie kamen die über die Runden?“, fragten einige … Oder tranken die einfach weniger Champagner, machten weniger Urlaub? … Genug der garstigen „Gutverdiener-Ironie“, sowie der bitteren gespielten Reaktionen, die von der Wahrheit, so bitter es ist, gar nicht weit
entfernt sind,
wie mir diverse Unterhaltungen im Verlauf der nächsten 10 – 16 Jahren zeigten … Heute nun, scheint das Maß an vielen Stellen übervoll zu sein … in Frankreich, Deutschland und an vielen Ecken mehr … und während wir uns alle streiten, warum wir, wie wir in so einen Schlamassel, in so eine Schieflage
kommen konnten,
ist die, aus meiner Sicht viel wichtigere Frage, dich sich hinter all dem Medien-Lärm versteckt, die gerade Internet und Fernsehen verpesten, die viel Wichtigere, nämlich: Wem nützt ein zunehmend destabilisiertes Europa am Meisten? Wer profitiert davon, wenn die AfD erstarkt? Wem nützt es,
wenn in Frankreich,
Tumult ist und 2027 Präsidentschaftswahlen sind? … Auch sind all die Vergleiche, die man jetzt überall sieht, liest, hört – sorry to say – purer Bullshit! Ob Weimar, 1933 oder, oder, oder … Bestimmt fühlen sich manche Intellektuelle ganz schlimm, ähnlich wie Stefan Zweig damals, ohne zu wissen, wie er sich gefühlt hat, ohne ihm
nie begegnet zu sein.
Jetzt kommen wieder alle Experten aus Mallorca-Fincas, um uns teilhaben zu lassen, wie sie ihre Glaskugel lesen, ohne uns zu sagen, wo sie Selbige gekauft haben … natürlich wiederholen sich manche Mechanismen, man denke nur an die inflationär eingesetzte Polemik, Gewalt in der Sprache
von Populisten
und Kriegstreibern und wozu? … Es geht um künstliche Spaltung von Menschen-Gruppen … Vor Allem, um gewählt, wieder-gewählt zu werden … Egoismus erscheint mir heutzutage am meisten verbreitet zu sein … Wenn Kapital, Macht und Medien zu dicht zusammenkommen, muss man …
kein Prophet Sein,
um zu erahnen, zu wissen wohin das führt, immer geführt hat … Also Schluss mit dem Trollgehabe, alles zu negieren, herunterzuziehen … macht einem nur schlechte Laune … und davon gibt es komischerweise bei den Linken mehr als bei den Rechten … dort herrscht eher Wut, während links Melancholie und daher
Schlechte Laune,
ständiges Misstrauen gegenüber allem Konservativem und eine Art, hipper Kadavergehorsam gegenüber allem Voken herrscht, sei es beim Gendern, oder sonst etwas … so in etwa ging es mir, nach mehreren Jahren Wochen-Taz, bis ich auch die in diesem Sommer kündigte … was in konservativen Medien zu viel in die eine Richtung,
ist bei den Linken
das Gleiche, in ihrer Hemisphäre … perfekter Nährboden also für alle Rechten, besonders für Faschisten, die mit ihrem altbekannten eisernen Besen glauben, die Welt in bessere Ordnung zu bringen, was noch nie gelungen ist, weil es entweder Krieg bedeutet, oder Ausgrenzung von bestimmten Gruppen, was eine schwere Disruption
der Gesellschaft bedeutet,
die dadurch immer schweren Schaden nimmt, weil Rentenkassen, das gesamte Sozialsystem wackelt und bröselt … es ist Niemandem geholfen, wenn rechte, gar faschistische Parteien Macht bekommen … schlimm ist dabei nur, dass es ihnen zu leicht gemacht wird, weil die bestehenden politischen etablierten Gruppen
immer Feinde
meinen zu brauchen, anstatt Real-Politik FÜR die Wähler zu machen, wie sie es die letzten 20 Jahre nicht genug getan haben … doch genug der Politik … gestern am Samstag stand ich auf der Terrasse einer Kneipe, sah den vielen Polizeiwagen zu, wie sie rauf und runter fuhren … es lag was Schweres
in der Luft.
Soviel war mal sicher … ein merkwürdiges Gefühl von Neubeginn, oder viel Veränderung … wie muss es für Familien mit Kindern sein? Doch ich will nicht schon wieder mit ewiger Fragerei weitermachen, habe die Nase voll davon … es bleibt dabei … Wein, Essen und Lebensfreude, dazwischen
Bücher lesen und schreiben,
gewürzt mit Sport, Spazierengehen und ein wenig reisen … mehr braucht es für mich nicht … im Gegenteil, das ist reinster Luxus, sein wir ehrlich … mal sehen, was der Herbst für Überraschungen bringt … durchlässig und offen bleiben … wo ich vom Schreiben rede … muss unbedingt mein nächstes Buch fertigmachen …
der Verlag wartet, als los …
auf sie mit Gebrüll …
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