Schach – Odyssee 2026

Seit letztem Wochenende, denk ich oft an Ausdrücke wie, Menschlichkeit … oder Brüderlichkeit, manchmal auch an Freiheit, und Allem, was damit zusammenhängt … seit die AfD stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt ist, mit gleichen Werten wie die NSDAP 1933 … sind große Fragen mehr statt

weniger geworden!

Warum, oder ob es für Fritz Merz und seine Hubba-Bubba-CDU wirklich überraschend kam, ist völlig irrelevant … es ist Realität und fertig … Mir jedoch gab es einen großartigen Anlass, über Dinge der Allgemeinheit nachzudenken … wir hier in West-Europa sind bekanntermaßen mit Wettbewerb und

Ellenbogen

aufgewachsen und großgezogen worden … Väter stehen auch heute noch schreiend am Fußballplatz, wenn Söhne oder Töchter mitspielen … alle Eltern, Mütter genauso, bevorzugen es, wenn die Leibesfrucht Sieger, Gewinner ist, idealerwiese auf der obersten Stufe des Treppchens steht … Klassensprechern,

Schreihälsen

und übermütigen Wortführern und Aufrührern bescheinigt man ja nicht ohne Grund eine politische Karriere … man könnte den Eindruck bekommen, dass Elitenbildung, Gewinner, am besten Sieger und Helden heranzuziehen, als großes Ideal für die Zukunft der Kinder angesehen wird … Wie wir gute Menschen werden und bleiben, haben wir

nie gelernt,

nie gezeigt bekommen … stattdessen immer nur Leistung, Leistung und noch mal Leistung … „Gas geben, was schaffen, was reißen, los doch, mach zu, mach hin da“ … endlos, die Wiederholungen, die sich offen und direkt, doch auch genauso subkutan in unser Unterbewusstsein gebohrt haben,

in unsere DNA

gesickert sind … Was nun ist das? Was heißt das, ein guter Mensch zu sein? Ein gutes Leben zu führen? Antworten habe ich keine, aber leichte Ahnungen … reich zu werden, gehört für mich nicht dazu, den griechischen Göttern sei Dank … zumindest kann ich in der westlichen Hemisphäre beobachten, das

Indivualismus,

eher zur Vereinsamung, zur Verkauzung und sozialer Isolation führt, als der im Osten mehr verbreitete Gemeinschaftssinn … sollen Politiker und Medien ruhig weiterhin versuchen, die alte westliche Welt konservieren zu wollen, mit all ihrem Raubbau an Natur und Mensch … von Umweltzerstörung und Klimawandel will ich

gar nicht reden.

Meine Aufmerksamkeit gehört meiner Zukunft, denn nur die gehört mir … nur sie kann ich beeinflussen, egal ob die AfD in Bundesländern regiert, oder Marine LePen die erste Frau im Elysee-Palast wird … es hat keinen direkten Einfluss auf mein Leben … und sollte ich mich irren muss ich eingestehen, dass ICH immer noch

keinen Einfluss

darauf nehmen kann … also doch besser aufs eigene Leben konzentrieren, finde ich … eine Woche bin ich nun schon wieder in Athen … und wieder fühlt es sich nach einem Monat, statt nach nur einer Woche an … meine morgendliche Schwimmdisziplin in der blauen

schönen Ägäis,

ist mir längst in Fleisch und Blut übergegangen … diesmal hatte ich mir vorgenommen, ins „Next Level to become a Greek“ zu kommen … zugegebenermaßen, hatte ich nicht vor, den religiösen Teil mit der orthodoxen Kirche mit zu integrieren, was auf keinen Fall heißt, nicht spirituell zu sein,

mitnichten,

aber eher dem Daoismus, mit seinem Wu-Wei verpflichtet, als kirchlicher Liturgie und Gebete … überhaupt komme ich mir mehr und mehr vor, wie in meiner eigenen Odyssee … zwar weisen sogar die Kennzeichen meiner Motorräder daraufhin, dass ich „unterwegs bin“, aber mehr und mehr, fühle ich mich wirklich als

wahrer Eklektiker.

Heute mit etwas Abstand, singe ich ein Hohelied auf meine S. mit der ich viel erlebt und von und über Frankreich gelernt habe … denn je mehr ich über neue Kulturen lerne, die versuchen meine eigene zu verdrängen, desto mehr spüre ich, wie sich „Björn“ der Wikinger in mir regt … wie er seine Streitaxt hinter sich herschleift, wie er seit zehn Jahren im schönen Süd-Gallien lebt, dort sein Wesen und Unwesen

vor sich hertreibt,

sich pudelwohl dabei fühlt, immer mehr integriert zu werden, manchmal französischer als Franzosen zu sein aber in bestimmten Momenten, wenn es um religiöse, oder familiäre Werte geht, dann doch nordischer als jeder Normanne zu werden … Diesmal gab es Nachschlag, ich bekam meine erste Einladung für

orthodoxen Gottesdienst.

In Frankreich sind Frauen deutlich diskreter … besonders die mit einem S. im Vornamen … in Griechenland ist das anders … hier gibt es quasi Frontal-Ansage und Frontal-Lappen-Unterricht, wie in der Schule … du kapierst was Sache ist, oder wirst belehrt … schwarz oder weiß … Klick oder klack … Messer oder Scheide … beides zusammen?

Gar gleichzeitig?

Ist in mono-theistischen Kulturen und Clans nicht vorgesehen … keine Ahnung, ob es an mir liegt, oder an den anderen, oder an der Welt … vielleicht treiben wir auf ein neues Matriarchat hin … ich bin sein größter Vertreter, im Ernst … nach dem wir Männer nun schon seit tausenden von Jahren nur Mord und

Totschlag kennen,

die Welt bis in die heutige Zeit mit Raubzügen, unserem Brandschatzen und dem Hinterlassen von verbrannter Erde überziehen, mit dem Abschlachten von Aber-Millionen Menschen, nur weil sie nicht die richtige Hautfarbe, die passende Religion oder die vogue / angesagte hetero-sexuelle

Ausrichtung haben,

finde ich, dass die Frauen übernehmen sollten … daher, alle Damen bitte aufgepasst und richtig lesen: Daher bin ich durchaus folgsam und bereit zu lernen, vorausgesetzt, man lässt das zu und erklärt mir die Dinge … doch darum und noch viel mehr, soll es heute gar nicht gehen … Heute soll sich alles vielmehr nur und ausschließlich um  meine

Jahrzehnte

andauernde Schach-Abstinenz drehen … Eigentlich immer schon dies Spiel heiß und innig geliebt, hatten sich doch die letzten Jahre andere Dinge in mein Leben geschoben … genau das, sollte sich diese Woche ändern … und so geschah es … und die griechischen Götter sahen, dass es gut war … Vor ein paar Tagen war es soweit … ich fragte

Nikos Louvros,

ein Freund und Schachmeister und Inhaber des K.O.T.E.S. (Booze Cooperativa) … ich schätzte mich glücklich, er gab sich die Ehre … welch toller Moment … die paar Tage davor spielte ich gegen mich selbst … das war nicht besonders spannend, aber half dabei, mich warm zu machen, über mehr als zwei Züge hinwegzusehen, strategisch zu

denken und handeln.

Mit einem frisch gezapften Pils bewaffnet gingen wir an den Tisch … und das Pils brauchte ich auch, sogar mehr als das … ich nahm eine Zigarette von Nikos, qualmte wie früher … fast spürte ich eine Art körperlichen Schmerz, denn Nikos zeigte keine Gnade … unser erster Durchlauf glich einem Gemetzel … keine Ahnung, ob ich überhaupt

ein paar Figuren

von Nikos rauskicken konnte … zweiter Start … siehe da, es gibt eine Lernkurve … ein oder zwei Mal, sah ich Nikos überrascht aufblicken … sich sogar wundern, doch nur, um die Daumenschrauben nachzuziehen … gefühlt zehn Minuten später = Schach-Matt … dritter Anlauf, diesmal glaube ich, ließ er jeglichen

Welpenschutz außenvor.

Mit aufgepflanztem Bajonette kam er auf mich zugerannt … welch blutige Schlacht … meine Dame schnallte er ruck-zuck auf die Guillotine … eine gnadenlose Hetzjagd hatte begonnen … wieder nur zehn Minuten später stand mein König mit runtergelassenen Hosen am Straßenrand … „Vielen Dank für diese Lektionen“, bedankte ich mich beim

siegreichen Nikos.

Er lächelte gnädig und klopfte mir auf die Schulter … in der letzten Partie gab er mir sogar ein paar sehr nette Hinweise, die meine geringe Routine offenlegte … in Wahrheit ging es mir bei dieser Übung um etwas anderes: Es ging mir um Gemeinschaft, ich wollte mich re-sozialiseren … idealerweise mit Gesellschaftsspielen, wie hier üblich in

Schach, oder Bachgammon.

Ob du ein gutes Leben führst, oder nicht, merkst du am Ehesten daran, ob du an so etwas wieder Freude empfinden kannst … denn DAS ist mir in den letzten 20 Jahren aufgefallen: Einer selbstausgewählten Gemeinschaft anzugehören, in der man diskutieren, Kunst ausstellen, herstellen und Spiele spielen kann kommt dem antiken griechischen Idealzustand einer Gesellschaft ziemlich nahe.

Und vielleicht

unterscheidet genau das die aktuellen Kolonialmächte – Frankreich, Deutschland, UK, Spanien, Italien und Portugal – von all den anderen, kleineren, im besonderen europäischen Staaten, in denen man offensichtlich mit weniger leichter, eher Zufriedenheit erreichen kann … ganz ohne

Elite-Uni-Abschluss,

gesellschaftlichem Ansehen, Status, sogar ohne Besitz, Eigentum und reiches Investmentportfolio … einfach nur, weil man gute Gespräche, gemeinsames Weintrinken und Schachspielen mit Freunden schätzt … und darin gar so etwas vielleicht wie den eigenen …

Sinn des Lebens …

gefunden hat …

.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahren Sie mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert